Forschung

Pilze für die Industrie

Dipl.-Ing. Dr.techn. Astrid Mach-Aigner - Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften - Technische Universität Wien

Ein neues Christian-Doppler-Labor an der TU Wien untersucht, wie man Mikroorganismen am besten für die industrielle Produktion bestimmter Enzyme einsetzt.

Vom Bierbrauen bis zur Erzeugung von Medikamenten – Mikroorganismen spielen in der Industrie eine wichtige Rolle. Der Schimmelpilz Trichoderma reesei beispielsweise wird verwendet, um Enzyme für den industriellen Einsatz zu erzeugen. Doch auch wenn solche Mikroorganismen längst zum biotechnologischen Alltag gehören, ist man noch weit davon entfernt, ihr Verhalten vollständig zu verstehen.

Mit Unterstützung des BMWFW und des Industriepartners Novozymes wurde an der TU Wien nun ein Christian Doppler Labor (CD-Labor) eröffnet, in dem Pilze untersucht werden, die Kohlenhydrat-aktive Enzyme produzieren. Kohlenhydrat-aktive Enzyme spielen in vielen Industriezweigen eine wichtige Rolle. Insbesondere in solchen, die an klimaschonenden Formen der Energiegewinnung, wie der Aufbereitung von Stroh oder Sägemehl, arbeiten.

„Ein großes Problem für die Industrie ist die Stammdegeneration“, erklärt Dr. Astrid Mach-Aigner, die Leiterin des neuen CD-Labors. „In allen Bereichen der Biotechnologie beobachtet man, dass die Leistung industriell genutzter Mikroorganismen-Stämme ohne erkennbaren Grund abnimmt. Manchmal wird ein Stamm im Lauf der Zeit kontinuierlich schlechter, manchmal verliert ein Stamm aber auch ganz abrupt, mitten im Fermentationsprozess, seine gewünschten Eigenschaften, und der gesamte Produktionsschritt war umsonst.“

Man könnte meinen, dass es sich dabei um zufällige Mutationen handelt, doch die DNA-Sequenz der Pilze hat mit dieser Art von Stammdegeneration gar nichts zu tun. „Es handelt sich um epigenetische Effekte“, sagt Astrid Mach-Aigner. „Die Eigenschaften der Pilze werden nicht bloß von ihrer DNA festgelegt, es gibt eine Vielzahl von Prozessen, die darüber entscheiden, wie sich die Pilze verhalten.“ So können etwa bestimmte Proteine dafür sorgen, dass gewisse Abschnitte der DNA blockiert werden.

Die DNA ist manchmal dichter und manchmal lockerer gepackt – auch das beeinflusst das Ergebnis. Große Rätsel hält die RNA bereit: „Man kennt gewisse RNA-Abschnitte, die nicht wie gewöhnliche RNA als Bauplan für die Erzeugung von Proteinen dienen“, sagt Mach-Aigner. „Man spricht dann von nichtcodierender RNA.“ Trotzdem handelt es sich dabei keineswegs um bedeutungslosen genetischen Datenmüll. Es gibt Hinweise darauf, dass diese nichtcodierende RNA eine wichtige Bedeutung für die Aktivierung bestimmter Gene hat. Gerade die Abschnitte der RNA, die auf den ersten Blick keine wesentliche Funktion zu haben scheinen, könnten daher eine große Bedeutung für Produktivität der Pilze haben. Im neuen CD-Labor soll diesen Fragen nun gezielt nachgegangen werden.

www.tuwien.ac.at


Nur wenn der öffentliche Dienst seine Funktion als Innovationsmotor aktiv und gestalterisch wahrnimmt, können Lebensqualität, Standortqualität,...

Weiterlesen

Produkte und Dienstleistungen die ein Unternehmen von seinen Marktbegleitern abheben, stellen einen reellen Wert dar. Egal ob App, Forschungsarbeit...

Weiterlesen

Bildung in Zeiten der Digitalisierung. Einerseits schafft die digitale Transformation andere Anforderungen und Voraussetzungen, andererseits eröffnet...

Weiterlesen

Das Unternehmen demmel products gibt auf der gerade in Nürnberg laufenden embedded world 2017 die Freigabe seiner on board Java Virtual Machine (Java...

Weiterlesen

Am 29. und 30. März diskutieren internationale Forscher und Technologie-Experten über das Thema „Technological Leaps vs. Strategic Steps“ in der WKÖ.

Weiterlesen

In der MA 25 – Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser der Stadt Wien – ­läuft derzeit ein spannendes Innovationsmanagement-Projekt, das...

Weiterlesen

Die Forschungsgruppe „Networks & Mobility“ am FH OÖ Campus Hagenberg forscht zur Zukunft der Verkehrs- und Mobilitätssysteme.

Weiterlesen

Als Vorsitzender des Wissenschaftsrates will Prof. Antonio Loprieno, Ägyptologe, ehemaliger Rektor der Universität Basel und profunder Kenner des...

Weiterlesen

Schahram Dustdar, Professor an der Fakultät für Informatik der TU Wien und Leiter des Arbeitsbereichs Distributed Systems am Institut für...

Weiterlesen

Das online abrufbare Angebot an Texten, Bildern, Videos, Musik etc. wächst in gigantischem Ausmaß. Sowohl im privaten Bereich als auch in der...

Weiterlesen

Termine

MIT Europe Conference 2017

Datum: 29. März 2017 bis 30. März 2017
Ort: Wien, Wirtschaftskammer Österreich

Schutz des geistigen Eigentums & Patentstrategie

Datum: 06. April 2017
Ort: Haus der Forschung, Wien

Innovate 2017

Datum: 24. April 2017
Ort: Wirtschaftsuniversität Wien

10th Graz Symposium VIRTUAL VEHICLE

Datum: 27. Juni 2017 bis 28. Juni 2017
Ort: Seifenfabrik, Graz, Austria

Mehr Termine

Abonnement und Mediadaten

Sie wollen die führende österreichische Fachzeitschrift kennen lernen?
Sie wollen sich über Erscheinungstermine, Schwerpunkte und Werbemöglichkeiten informieren?

Hier sind Sie richtig.  

Abonnement

Mediadaten