TRA 2018

A digital Era for Transport

Austria Tech/Johannes Zinner
Neue Mobilitätssysteme im Fokus: ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä, IV-Präsident Georg Kapsch, Verkehrsminister Norbert Hofer, TRA-Programmchef Christian Chimani/AIT, Helmut List (v. l. n. r.)
Austria Tech/Johannes Zinner

Die Bereiche Mobilität, Verkehr und Transport stehen vor großen Umbrüchen. Die TRA (Transport Research Arena) 2018, die größte europäische Verkehrsforschungs- und Technologiekonferenz findet heuer erstmals in Wien statt und widmet sich zukünftigen Entwicklungstrends. Die inhaltliche Verantwortung trägt das AIT

von: Harald Hornacek

Durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Automatisierung müssen in den Bereichen Mobilität, Verkehr und Transport neue Wege eingeschlagen werden, um den Grand Challenges zu begegnen. "A digital era for transport – solutions for society, economy an environment", lautet das Motto der TRA 2018, die zum 7. Mal sowie erstmals in Wien stattfindet. WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und IngenieurInnen sowie Firmen und Stakeholder aus den Bereichen Verkehr und Mobilität arbeiten dabei gemeinsam an zukunftsorientierte Szenarien mit bahnbrechenden digitalen und kohlenstoffarmen Technologien, die sich positiv auf das Leben der Menschen, die Transportsysteme und die Umwelt auswirken. Christian Chimani, Head of Center Low-Emission Transport: “Von der Grundlagenforschung bis zur Umsetzung bündelt die TRA in 12 Themenbereichen ein einzigartiges Forschungs- und Diskussionsprogramm, mit dem das AIT Wien für eine Woche zum europäischen Zentrum der Mobilität der Zukunft macht.“ Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) ist Gastgeber und organisiert die TRA 2018 mit dem AIT Austrian Institute of Technology und der AustriaTech gemeinsam mit der Europäischen Kommission und verschiedenen europäischen Technologieplattformen. Als Teil des Programme Committee ist das AIT zuständig für die Inhalte der TRA 2018. Organisiert werden über 90 Sessions aus den Bereichen Verkehr und Mobilität, zu denen über 3.000 BesucherInnen aus den Bereichen Politik, Industrie und Forschung erwartet werden. Besonderes Augenmerk wird auf Live-Demonstrationen gelegt. In der „Interactive Zone“ stellen verschiedenste Forschungsprojekte ihre Mobilitätslösungen und Produkte live vor und geben den BesucherInnen einen noch besseren Einblick in den aktuellen Entwicklungsstand.

Zukunftsorientierte Szenarien diskutieren

Durch die TRA kann Österreichs Kompetenz in Technologie und Forschung in einem spannenden, internationalen Umfeld präsentiert werden. Die Sessions widmen sich Themen wie:

·      Umwelt und Energieeffizienz

·      Fahrzeuge & Schiffe

·      Alternative Antriebssysteme

·      Smart Urban Mobility & Logistik

·      Personenmobilität (Systeme und Dienstleistungen)

·      Transport und Logistik

·      Transport Infrastruktur

·      Vernetzter und automatisierter Transport

·      Digitale Technologien für den Transport

·      Sichere und widerstandsfähige Transportsysteme

·      Menschliche Dimension im Transport

·      Sozioökonomie

·      Innovation und Politik

 

Täglich ein Schwerpunktthema

Eröffnet wurde die Konferenz durch Verkehrsminister Norbert Hofer und EU-Kommissarin Violeta Bulc. Jeder Tag der TRA 2018 steht im Zeichen eines speziellen Themas, das bei der täglichen Plenary Session behandelt wird. Am 1.Tag ist des “Shaping the new mobility landscape – a Vision for Transport & Mobility for Europe”. In den Sessions werden unterschiedlichste Fachthemen, wie neue Mobilitätsservices und -Lösungen, aber auch die sozialen Aspekte innovativer Mobilität behandelt. Am 2. Tag steht das Thema: „How Digitalisation is transforming the Transport & Mobility System“ im Fokus, mit Schwerpunkt auf Mobilitätsmessung und Nutzerbedürfnis bzw. automatisiertes Fahren, digitalisierte Transportsysteme sowie Technologien zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Decarbonisation & Future Growth: How to change our Mobility System & remain competitive” ist das Thema der Plenary Session am 3. Tag. Innovative Batterie- und Materialtechnologien und die Reduzierung von Schadstoffemissionen und Verbesserung der Luftqualität von Straße, Schiene und Schiffen werden einige der Schwerpunkte sein. Der 4. und letzte Tag steht unter dem Motto: „Shaping Future Transport Research in Europe“. Am Podium wird u. a. Robert-Jan Smits, Director General DG Research der Europäischen Kommission erwartet. Behandelt werden Fragen zu Infrastruktur und intelligentem Verkehrs- und Transportmanagement der Zukunft.

Attraktives Rahmenprogramm

Rund um die TRA halten viele Plattformen und Organisationen ihre Annual Meetings und General Assemblys ab. Im Rahmen der Konferenz wird auch ein Fokus auf die Themen Talente und Frauen in der Verkehrsforschung gelegt. Mit dem österreichischen Competence Corner sollen dazu ergänzend in individuellen Präsentations- und Austauschformaten vertiefende Einblicke in die österreichische Forschungs- und Kompetenzlandschaft ermöglicht werden. Dieser Competence Corner, initiiert vom bmvit, ist Teil des „Austrian Village“. In der Interactive Zone wiederum steht die Präsentation und das Erleben europäischer Forschungskompetenz und Technologiekompetenz für BesucherInnen und Fachmedien im Vordergrund. Und im Rahmen von Poster und Scientific/Technical Sessions haben mehr als 600 WissenschaftlerInnen die Möglichkeit erhalten ihre aktuellen Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Verkehrsforschung, im Rahmen von Präsentationen oder auf wissenschaftlichen Postern den BesucherInnen, zu präsentieren. "Mit 650 Präsentationen haben wir einen bisherigen Rekord erreicht", freut sich Chimani. Das zeige die enorme Bedeututng der TRA und der Mobiltätsforschung.

Digitalisierung und Dekarbonisierung

Bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der TRA betonte Bundesminister Norbert Hofer die Bedeutung des Verkehrs- und Mobilitätssektors.„In Anbetracht der Herausforderungen denen wir bei der zukunftsfähigen Gestaltung unserer Mobilität gegenüberstehen, bedeutet Digital Era vor allem eines: Transformation und Veränderung durch Digitalisierung und Dekarbonisierung  als bestimmende Megathemen für die Mobilität der Zukunft. Für eine Energie- und Mobilitätswende  heißt es neue Technologien und Trends bestmöglich aufzugreifen, um auch künftig Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern.“ Mit einem Anteil von 7,7 Prozent nehme der Verkehressektor eine große Bedeutung in der österreichischen Wertschöpfung ein, so Hofer. Fast 13 Prozent der Beschäftigten sind in diesem Bereich tätig. Die erfolgreiche Abrufung von Mitteln aus dem Programm Horizon 2020 trage dazu bei, dass Österreichs im Forschungsbereich ein klarer Nettoempfänger sei, was auch der Wirtschaft zugute komme: "36 Prozent der Mittel, die wir über Horizon 2020 erreichen, gehen direkt in die Unternehmen." Hofer betonte auch die Notwendigkeit einer Veränderung im Mobilitätssystem an sich. Eigentum am Fahrzeug trete in den Hintergrund, Mobilitätslösungen stünden im Fokus. Dabei, so Hofer, wolle sein Ministerium "keine Technologie verbieten". Aber es brauche jedenfalls den Ausbau von 5G und Breitband als wichtige Basis zur Verarbeitung der enormen Datenmengen, die künftig anfallen. Physische und neue digitale Elemente, die perfekt ineinandergreifen, sollen, so Hofer, das Verkehrssystem besser, sicherer und zuverlässiger machen. "Der Schlüssel dazu sind innovative Kommunikations- und Mobilfunktechnologien. Bis 2023 sollen 5G-Dienste auf den Hauptverkehrsverbindungen nutzbar sein, Ende 2025 soll das Ziel einer nahezu flächendeckenden Verfügbarkeit von 5G verwirklicht werden. International wollen wir bei den Digitalisierungs-Ländern vorne mit dabei sein", erklärte der Verkehrsminister.

 

Verkehr und Logistik als Lebensader der Wirtschaft

Dass die ÖBB Vorreiter bei Automatisierung und Digitalisierung sind, betonte Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG. "Züge fahren bereits heute in weiten Bereichen automatisiert. Autonomes Fahren bedeutet Algorithmen für die Betriebsführung der Züge zu finden, damit diese mit der optimalen Geschwindigkeit fahren und somit ohne unnötige Stopps verkehren können. Somit gewinnen wir Kapazität für zusätzliche Züge und können darüber hinaus Energie einsparen", so Matthä. Die ÖBB würden sich in den kommenden Jahren weiter intensiv mit dieser Themenstellung befassen. Heute würden die ÖBB bereits zu 90 Prozent auf Erneuerbare Energien in ihrem Logistik- und Transportangebot setzen. Künftig sollen auch neue Lösungen, etwa durch den Ersatz von Diesel durch durch Hybrid- oder Wasserstofffahrzeuge, für eine weitere Dekarbonisierung sorgen.

IV-Präsident Georg Kapsch betonte die Wichtigkeit von Verkehr und Logistik als "Lebensadern der Wirtschaft" und erklärte, dass die Industrie in Österreich zu den Vorreitern in der Dekarbonisierung zähle. Neue Mobilitätslösungen würden auch zu einer Optimierung des Verkehrs beitragen. Doch angesichts selbstfahrender Autos oder Roboter-Taxis würden auch zunehmend Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit schlagen, so Kapsch. Er sprach sich für eine offene Debatte in Mobilitätsfragen aus, beispielsweise in der Frage der gesamten ökologischen Lebenszyklus-Bilanz eines E-Autos.

Auch künftig unterschiedliche Antriebskonzepte

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von AVL Prof. DI. Dr. h.c. Helmut List erklärte, dass AVL seit vielen Jahren die TRA sehr bewusst unterstütze. „Für die Zukunft sehen wir einen Wettbewerb der drei Technologien – Verbrennungsmotor, Batterie/elektrischer Antrieb und Brennstoffzelle – sowie deren Kombinationen. Bei AVL arbeiten wir am jeweils hohen Potenzial dieser  Technologien mit gleicher Priorität. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist ADAS und Autonomes Fahren." Wobei List auch betonte, dass jedes Mobiltätssystem Vor- und Nachteile mit sich bringe. Er geht davon aus, dass bis 2030 rund 10-30 Prozent der Fahrzeuge rein elektrisch unterwegs sein werden, die übrige Mehrheit in einer Kombination aus Verbrennungsmotor und Hybridantrieb, die langfristig durch den Einsatz von E-Motoren noch erweitert würden. So würden künftig beispielsweise Turbolader schadstofffrei mit speziellen, kleinen und günstigen E-Motoren gesteuert.

 

 

 

 

 

 

 

 


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