Zukunftsmarkt

Hannes Androsch: Indien - ein Subkontinent im Kommen

AIC/Peter M. Mayr
Dr. Hannes Androsch: „Das AIT Austrian Institute of Technology wird mit dem Indian Institute of Science in Bangalore eine Zusammenarbeit aufnehmen“.
AIC/Peter M. Mayr

Zu Jahresanfang war eine österreichische Delegation auf Visite in Indien, um Möglichkeiten für verstärkte Kooperationen auszuloten. AIT-Aufsichtsratsvorsitzender und Forschungsrat-Vorsitzender Dr. Hannes Androsch – der vor kurzem seinen viel bejubelten 80. Geburtstag feierte – über die Zukunft Indiens, die auch unser Leben beeinflussen wird.

von: Dr. Hannes Androsch

Auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien, der Gewürzroute, zur Vermeidung der von islamischen Herrschern kontrollierten Seidenstraße, landete Columbus vor 500 Jahren in Amerika. Einige Jahre später fand dann Vasco da Gama durch Umschiffung Afrikas einen alternativen Seeweg. Diese Ereignisse waren mitverantwortlich für den anschließenden Aufstieg des Westens. In der Folge verlagerte sich das ökonomische und politische Gravitationszentrum vom Mittelmeer in den atlantischen Raum. Es begann die bis heute andauernde globale Dominanz des Westens.

Nunmehr wendet sich die Sonne der Geschichte wieder dem Osten zu, aus dem sie ursprünglich aufgestiegen ist. Denn nicht nur die Wiege der eurasischen Hochkulturen liegt im Osten, sondern auch China und Indien, die bis weit in die Neuzeit hinein den Großteil der weltweiten Wirtschaftsleistung generierten und mit ihren zivilisatorischen Errungenschaften lange Zeit als bedeutende hegemoniale Mächte fungierten. Das Pendel der Geschichte schwingt heute mit ökonomischen Bedeutungsverschiebungen und geopolitischen Machtverlagerungen zurück in den indo-pazifischen Raum.

Indien holt enorm schnell auf

Noch vor 200 Jahren betrug der Anteil Asiens an der globalen Wirtschaftsleistung 60 Prozent, im Falle Chinas 30 Prozent und Indiens 20 Prozent. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrug der Anteil Asiens etwa 15 Prozent und der Chinas und Indiens etwa 4 Prozent. Inzwischen ist das Gewicht Asiens wieder auf 30 Prozent gestiegen, jenes Chinas hat auf 15 Prozent zugenommen, womit es hinter den USA zur weltweit zweitgrößten Ökonomie aufgestiegen ist. In nicht allzu großer Ferne wird es den ersten Platz erreichen. Indien – mit 4 Prozent Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung zwar noch ein Nachzügler – ist gerade im Begriff, Großbritannien auf Platz 5 abzulösen und in Kürze Deutschland und auch Japan zu überholen, um Platz 3 unter den Volkswirtschaften der Welt zu erreichen.

Diese Entwicklung hat in Japan begonnen und wurde von den vier asiatischen Tigerstaaten Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur weitergeführt. Inzwischen hat sie mit rasantem Tempo China erfasst. Nunmehr folgt mit einigem Abstand – also der Elefant noch im Schatten des Drachen – Indien. Dieses hat inzwischen mit etwa 7,5 Prozent die höhere Wachstumsrate und wird in Kürze der bevölkerungsreichste Staat der Erde sein. Mit einem Medianalter von 27 Jahren wird es eine viel jüngere Bevölkerung aufweisen als China mit 37 Jahren (Österreich 44, Deutschland 46). Dieser natürliche Reichtum erfordert allerdings auch jährlich 12 Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze, wozu es jedoch zweistellige Wachstumsraten benötigen würde.

Bei diesen tektonischen Verschiebungen verfolgt China eine klare Strategie: Mit den Initiativen zur Schaffung einer terrestrischen und maritimen, bald aber auch polaren Seidenstraße und der Zielsetzung „Made in China 2025“ arbeitet China konsequent am Aufbau seiner regionalen und à la longue auch globalen Vormachtstellung. Inzwischen arbeitet die Volksrepublik auch am Aufbau einer Kriegsflotte, die einerseits die Versorgungswege durch die indonesische Inselwelt und den Indischen Ozean sichern soll und andererseits die Dominanz der in diesen Räumen operierenden US-amerikanischen Kriegsschiffe brechen soll. Das kann auf längere Sicht zu einer chinesisch-amerikanischen Konfrontation führen.

Zuletzt hat sich auch ein weiterer Player in das Ringen um die neue Weltordnung eingemischt: Der russische Präsident Putin will sein Land wieder zur Weltmacht führen, wie sich mit der Annexion der Krim sowie den Einmischungen in der Ostukraine und Syrien zeigt. Mit der Eurasischen Union verfolgt er einen strategisch konsequenten Weg weg von Europa. Sowohl Russland als auch China wollen die Dominanz der USA und des Westens abschütteln und eine multipolare Weltordnung schaffen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow spricht bereits von der neuen „postwestlichen Weltordnung“.

USA und EU suchen nach ihrer Strategie

Demgegenüber haben die USA keine Strategie und noch weniger die EU. Mit dem bereits unter Präsident Obama begonnenen Rückzug der USA aus ihrer weltpolitischen Verantwortung ist der Westen führungslos geworden. Die Situation hat sich mit Präsident Trumps unberechenbarer, ja erratischer Außenpolitik noch verschärft. Die USA als größte Wirtschafts- und Militärmacht sind inzwischen für die Welt, aber damit auch für sich selbst zur Gefahr geworden. Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine Studie des Council on Foreign Relations.

Die EU ihrerseits ist zerrissen und polarisiert und droht durch nationalistische Kleinstaaterei in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Auch sie ist führungslos und verschläft die Entwicklungen der Zeit. Daran ist Österreich mit seiner zunehmend orbanistischen Ausrichtung nach Kräften beteiligt. Es ist daher vor allem für Europa hoch an der Zeit, aufzuwachen und umzusteuern. Der gefährliche Zustand der globalen Unsicherheit besteht auch wegen der Schwäche des Westens, obwohl dieser immer noch fast die Hälfte der globalen Wirtschafsleistung erbringt und rund ein Drittel des Welthandels bestreitet.

In der neuen Weltunordnung gibt es etliche weitere Brandherde und noch mehr Bedrohungsbereiche. Diese befinden sich vornehmlich im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika. Dies trifft etwa auf den Irak, Syrien oder Afghanistan ebenso zu wie auf die zunehmend gefährliche Feindschaft zwischen Saudi Arabien, Israel und dem Iran. In diesem Wirrwarr gefährlicher Unsicherheiten gibt es vier globale „Swing States“, d .h. Staaten, die aufgrund ihres ökonomischen und demografischen Gewichts hegemoniale Positionen in ihren jeweiligen Regionen einnehmen und aufgrund ihrer demokratischen Verfasstheit zu strategischen Partnern des Westens zählen. Zu diesen gehören Indonesien, die Türkei, Brasilien und Indien. Doch letzteres ist im Begriffe, sich zu einem Leading State zu entwickeln. Im süd- und südostasiatischen Raum hat es diese Stellung bereits erreicht.

Erzrivalität mit China beschleunigt die Entwicklung

Für dieses Bestreben ist die Erzrivalität mit China eine treibende Kraft. China ist in der ökonomischen Entwicklung mit einer fast fünffach höheren Wirtschaftsleistung und ungleich größeren Militärstärke noch weit voraus. Doch Indien hat begonnen aufzuholen. Indien fühlt sich durch China in mehrfacher Weise bedroht und zunehmend umzingelt. Zum einen betrifft dies die anhaltenden chinesisch-indischen Grenzstreitigkeiten, vor allem im Bereich des Siliguri Korridors, der zwischen Nepal und Bhutan wie ein Hühnerhals das Land mit seinen nordöstlichen Teilen verbinden bzw. so wie die Spannungen im Bereich des Doklam-Plateaus und der Provinz Arunachal Pratesh, das für die Chinesen Südtibet darstellt. Dazu kommt die Dauerkonfrontation zwischen Indien und Pakistan wegen Kaschmir, an dem auch China Gebietsinteressen hat, womit drei Atommächte involviert sind.

In drei kriegerischen Auseinandersetzungen 1947 bis 1949, 1965 und 1971 hat sich das bereits manifestiert. Für Indien ist weiters der chinesisch-pakistanische Wirtschaftskorridor (CPIC) vom Kashgar im Westen Chinas durch umstrittenes Kaschmirgebiet bis zum Hafen Gwadar eine Bedrohung. Dies betrifft insbesondere dann auch auf die neue maritime Seidenstraße vom Chinesischen Meer bis in den Persischen Golf und über das Rote Meer mit den Flaschenhälsen der Straßen von Malakka, Hormus und Bab al Mandab. China schafft hier mit einer Reihe von Stützpunkten in Kyankphyn (Myanmar), Chittagong (Bangladesch), Hambantota (Sri Lanka), Gwanda (Pakistan) bis nach Djibouti am Horn von Afrika zur Sicherung der Seewege eine Küstenachse von Häfen. Damit ist der Drache in den Hinterhof des Elefanten, den Indischen Ozean, gelangt.

Indien fühlt sich damit zunehmend umzingelt und bedroht und sucht durch eine Politik der Gegengewichtsbildung seinerseits eine strategische Antwort auf die chinesische Herausforderung. Das Kräftemessen um politischen, wirtschaftlichen und strategischen Einfluss in der Region ist mit erheblichem Konfliktpotential verbunden, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass mit der Verschiebung des ökonomischen Kraftzentrums der Welt nach Asien der Konflikt um die globale Vorherrschaft zwischen den beiden asiatischen Supermächten ausgetragen wird.

Um den Einfluss Pekings in der Region zu begrenzen und seine eigene Position zu stärken, arbeitet Neu Delhi daher an der Bildung einer antichinesischen Koalitionen und sucht die Allianz mit Australien, Japan und den USA, genannt QUAD (Quadrilateral Security Dialogue), eine Art asiatische NATO. Für diese geopolitische Ausrichtung braucht Indien eine Stärkung seiner Wirtschaftsleistung.  Indem es beginnt, seine Interessen stärker als bisher zu verfolgen und damit geoökonomisch wie geopolitisch im Kommen begriffen ist, wird Indien die nächste asiatische Supermacht.

Ein Subkontinent von Weltbedeutung

Indien ist ein Subkontinent in der Verkleidung eines Landes. Mit 3,3 Millionen Quadratkilometern ist es flächenmäßig das siebtgrößte Land der Erde. Es reicht vom Gebirgskamm des Daches der Welt, dem Himalaja, mit einer Breite von 3.300 km keilförmig über eine Länge von 3.400 km nach Süden bis zur Spitze des Kap Komorin und bis nahe an den Äquator. Die gesamte Küstenlänge beträgt 7.000 km. Schon in Kürze ist es das bevölkerungsreichste Land der Welt. Mit 1,6 Milliarden wird es 2040 um 200 Millionen mehr Einwohner zählen als China.

Indien ist eine der ältesten Zivilisationen der Erde. Bereits 2500 v. Chr. entstand im Industal eine frühe Hochkultur mit eigener Schrift und einer diversifizierten Gesellschaft. Seine wechselvolle Geschichte führt unter anderem über die Herrschaft des Maurya-Reiches mit seinem berühmten Herrscher Ashoka, die südindische Chola-Dynastie über islamische Reiche bis in die glanzvolle Epoche der Mogulzeit. Diese begann 1526 mit der Regentschaft des Enkels von Timur Lenk Babur, erreichte unter Akbar einen Höhepunkt, um dann aus Schwäche 1757 unter den Herrschaftseinfluss der von Elisabeth I. bewilligten britischen Ostindien-Kompanie zu gelangen.

Die systematische Ausbeutung des Subkontinents durch die Ostindien-Kompanie führte im Jahr 1857 zum indischen Aufstand. Nach seiner blutigen Niederschlagung wurde Indien als Juwel in der Krone zur Kronkolonie des britischen Reiches, bis es nicht zuletzt dank des gewaltlosen Kampfes von Mahatma Gandhi am 15. August 1947 (Freedom at Midnight) die Unabhängigkeit erlangte. Die Freiheit war allerdings verbunden mit dem blutigen Preis einer Abtrennung Pakistans, von dem sich in der Folge wiederum Ostpakistan als Bangladesch trennte. Aus dieser Trennung entstand der bis heute währende Dauerkonflikt um die Kaschmirregion.

Indien ist gekennzeichnet durch eine bunte ethnische, sprachliche und religiöse Vielfalt, mit der aber auch eine starke Polarisierung und gewaltsame Gegensätze verbunden sind. Mit Hindu und Englisch verfügt es über zwei Amtssprachen, zu denen mehr als 30 offiziell anerkannte weitere Sprachen sowie unzählige Dialekte kommen. Religiös dominiert der Hinduismus, dem 75 % der Bevölkerung angehören, dem Islam folgen 15 %, das ist weltweit die drittgrößte muslimische Bevölkerung. Diese wächst stärker und wird bald 300 Millionen ausmachen. Daneben gibt es Angehörige des Christentums, des Sikhismus, des Buddhismus, des Jainismus und etlicher anderer Glaubensrichtungen.

Vor allem durch Hinduextremisten kommt es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen gegenüber der islamischen Bevölkerung. Ein solcher hat auch Gandhi am 30. Jänner 1948 ermordet. Entgegen der Verfassung von 1949 ist Indien mit seinem Kastensystem noch immer die am stärksten hierarchisch gegliederte Gesellschaft der Welt. Der untersten Kaste, den Unberührbaren „Dalits“ gehören rund 17 % der Bevölkerung an. 30 % der Bevölkerung leben im urbanen Raum. Im Vergleich zu westlichen Industriestaaten oder China ist das ein sehr geringer Grad der Urbanisierung. Die indischen Städte generieren aber 70 % der Wirtschaftsleistung.

Herausforderungen für ein agrarisch geprägtes Land

70 % der Inder leben als Klein- und Kleinstbauern im ländlichen Raum. Sie stellen 50 % der Erwerbstätigen, aber erwirtschaften nur 14 % des Bruttosozialproduktes. Damit ist Indien nach wie vor ein agrarisch geprägtes Land, das stark vom Monsunregen abhängig ist. Dieser kann zu gering oder zu intensiv ausfallen. Beides bedeutet geringe Ernte mit Armut und Hunger als Folge. Aber auch eine gute Ernte ändert nicht viel, weil dann die Preise sinken. Unter diesen Umständen besteht immer auch noch ein hoher Grad an Analphabetismus. Er beträgt bei den Männern etwa 20 %, bei den Frauen sogar 40. Letzteres zeigt beispielshaft die große Notwendigkeit der Emanzipation der indischen Frauen.

Die Infrastruktur harrt des dringenden Ausbaus. Dies gilt für die Verkehrseinrichtungen ebenso wie für die Stromversorgung. Um das ungenutzte Entwicklungspotenzial der Frauen und vor allem der Jugend effizienter zu nutzen, bedarf es darüber hinaus einer Intensivierung der Bildungsaktivitäten und des Ausbaus entsprechender Bildungsinfrastrukturen.

Ein Problem stellt außerdem die Versorgung mit sauberem Trinkwasser dar. Der Hauptfluss Ganges, „der heilige Ganga“, ist in einem gefährlichen Zustand, wie überhaupt die meisten Flüsse im Land, die für viele nach wie vor den einzigen Zugang zu Wasser darstellen. Zudem sind die sanitären Einrichtungen unterentwickelt, was zu bedenklichen gesundheitlichen Problemen in großen Teilen der Bevölkerung führt. Auch die Umwelt- und Luftverschmutzung ist vor allem in den Großstädten verheerend. Unter den 15 Städten der Welt mit der schlechtesten Luftqualität sind laut WHO 10 in Indien, Delhi rangiert auf Platz 1.

Das alles sind Probleme, die mit der lange Zeit nachhinkenden wirtschaftlichen Entwicklung zusammenhängen. Die indische Wirtschaftsstruktur ist nach wie vor von der Kolonialherrschaft geprägt: Weil die britische Herrschaft die industrielle Entwicklung verhindert hat, trägt der Industriebereich nur mit 15 % zur Wirtschaftsleistung bei. Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Indiens scheint das Industriezeitalter in hohem Maße zu überspringen und vom Agrarzeitalter direkt in das Digitalzeitalter zu gelangen. Seine diesbezügliche IT-Wirtschaft gehört zu den führenden der Welt. Bemerkenswert dabei ist die große Zahl an qualifizierten Auslandsindern, von denen besonders viele in den USA und überdurchschnittlich im Silicon Valley erfolgreich sind.

Voller Kraft und Lebensfreude

Indien ist ein pulsierendes und lebenssprühendes Land. Auf seinen Straßen und vor allem in den Städten herrscht eine sicher nicht umweltschonende, fulminante und chaotische Verkehrsordnung. Autobusse, LKW, Kleinautos werden von Massen aus Rollern und dreirädrigen Rikscha-Fahrzeugen umschwirrt. Zwischen solchem Wirrwarr spaziert gemächlich immer wieder eine Kuh. Das bunte (Verkehrs-)Chaos wird zusätzlich durch gewaltige Gegensätze und Anachronismen geprägt. So kann es passieren, dass auf dem Areal des globalen Ausbildungszentrums der IT-Firma Infosys mit über 200.000 Mitarbeitern ein analphabetischer Bauer auf seinem zweirädrigen Karren, gezogen von zwei höckerigen Ochsen mit einem großen Balken im Nacken, zwischen Ohr und Schulter ein Mobiltelefon geklemmt hat.

Apropos Gegensätze: Das erwähnte „Global Education Center“ von Infosys im südwestlich von Bangalore gelegenen Mysor umfasst 130 ha mit über 100 Gebäude von feinster grüner Architektur für 16.000 Trainees und 7.000 Mitarbeiter samt komfortablen Unterkünften. Der riesige Park zählt tausend Bäume. In ihm wird organischer Obst- und Gemüsebau betrieben. Welch ein Kontrast! Es begegnen sich das Agrarzeitalter und das digitale Zeitalter zeitgleich an einem Ort.

Dabei ist die Penetrierung mit Mobiltelefonen für Indien besonders wichtig, weil man damit den Aufbau eines flächendeckenden Festnetzes überspringen kann. Gegenwärtig haben nicht ganz 60 % der Bevölkerung ein Mobiltelefon, wovon aber erst ein Drittel Smartphones sind. Allerdings ist das jetzt schon mehr als es Wassertoiletten gibt, über die nur die Hälfte der Bevölkerung verfügt. Das ist auch eine Folge der zeitlich nachhinkenden Wirtschaftsentwicklung, die auch dafür verantwortlich ist, dass erst 50 Millionen Inder der Mittelschicht zuzurechnen sind.

Reformen als Basis für Erfolg

Inzwischen weist Indien ein besonders starkes Wachstum auf. Dies ist eine Folge der Reformen, die Anfang der 1990er Jahre während der Präsidentschaft von Manmohan Singh begonnen wurden und jetzt unter Präsident Narendra Modi fortgesetzt werden. Es ist anzunehmen, dass er die nächstjährigen Parlamentswahlen gewinnt, um diesen Weg fortsetzen zu können. Damit ist Indien – bei allen Herausforderungen, die es zu meistern gilt, und allen Hürden, die überwunden werden müssen, –am besten Wege, die nächste asiatische Wirtschafts- und Großmacht zu werden. Damit wird es einen Markt darstellen, in dem man bestrebt sein muss, aktiv zu sein. Führende österreichische Unternehmen wie Andritz, AT&S, AVL, Frauscher, Plansee, VOEST etc. haben sich diesbezüglich schon längst erfolgreich engagiert. Andere sollten diesem Beispiel folgen. Dies gilt auch im wissenschaftlichen Kontext. Im Asia University Ranking 2018 des Time Magazins befinden sich fünf indische Universitäten unter den ersten hundert, davon an der Spitze auf Platz 29 das Indian Institute of Science in Bangalore. Mit diesem wird das AIT Austrian Institute of Technology eine Zusammenarbeit aufnehmen. Bei einem jüngsten Besuch sind dafür mit Unterstützung des AußenwirtschaftsCenters bereits die Voraussetzungen geschaffen worden.


Prof. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, sieht in Österreichs Forschungssystem – bei allen Standortstärken –...

Weiterlesen

Trotz einer F&E-Quote von 3,16 Prozent wird Österreich am selbstgesteckten Ziel, in die Gruppe der Innovation Leaders vorzustoßen, wegen der...

Weiterlesen

Mobilität ist im Wissenschaftssystem ein zentraler Faktor, der für die internationale Position des Forschungsstandortes Österreich immer wichtiger...

Weiterlesen

Start-ups sind die Innovatoren der Zukunft. Ingram Micro setzt auf kreative Geschäftsideen und lädt heuer erstmals auch Jungunternehmen zur größten...

Weiterlesen

Prof. Dr. Robin Rumler, Geschäftsführer Pfizer Austria, über die Stärken des Wissenschaftsstandortes Wien, die Bedeutung des Health Hub Vienna sowie...

Weiterlesen

Geschäft und Kunden verändern sich rasend schnell. Wenn man Schritt halten möchte, benötigt man ein Cloud-System für die Planung der...

Weiterlesen

bmvit-Generalsekretär Mag. Andreas Reichhardt über die Auswirkungen der Digitalisierung, die Weiterentwicklung des Standortes Österreich sowie die...

Weiterlesen

Austrian Standards lädt am 3. Oktober 2018 zum Networking über neueste Entwicklungen im Internet der Dinge (IoT).

Weiterlesen

Raimund Ribitsch, Geschäftsführer der FH Salzburg und Präsident der Fachhochschul-Konferenz (FHK) geht davon aus, dass es künftig mehr FH-Standorte...

Weiterlesen

Wie kann und soll sich der Forschungsstandort Wien künftig weiterentwickeln? Der designierte Bürgermeister Dr. Michael Ludwig hat dazu sehr konkrete...

Weiterlesen

Abonnement und Mediadaten

Sie wollen die führende österreichische Fachzeitschrift kennen lernen?
Sie wollen sich über Erscheinungstermine, Schwerpunkte und Werbemöglichkeiten informieren?

Hier sind Sie richtig.  

Abonnement

Mediadaten