Vorrang für die Forschung

Credit: Studio Simonis/ Andrei Pungovschi
Dr. Hannes Androsch, Heinz Faßmann
Credit: Studio Simonis/ Andrei Pungovschi

Rechtzeitig vor dem Alpbacher Technologiegesprächen wurde am 22. August wurde die Zukunftsoffensive für Forschung, Technologie und Innovation präsentiert. Stimmen dazu im Überblick. AUSTRIA INNOVATIV hat dazu Meinungen aus der Forschungs-Community eingeholt. Der Tenor fällt positiv aus.

Exzellenzinitiative als ­wesentlicher Baustein - Hannes Androsch/ Forschungsratsvorsitzender

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung begrüßt die Themen und Arbeitsschwerpunkte der Regierung für die kommenden Monate. Ratsvorsitzender Dr. Hannes Androsch: „Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist wesentliche Voraussetzung, um wieder mehr Dynamik bei der Stärkung unseres Forschungs- und Innovationssystems zu entwickeln.“ Der Aktualisierung der im Jahr 2020 auslaufenden FTI-Strategie kommt dabei besondere Bedeutung zu, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Österreich sein 2011 formuliertes Ziel, in die Gruppe der Innovation Leader aufzusteigen, noch nicht erreicht hat. Gerade im Hinblick auf dieses Ziel stellen auch die angekündigte Exzellenzinitiative und das Forschungsfinanzierungsgesetz aus Sicht des Forschungsrates wesentliche Bausteine dar. Beide Vorhaben hat der Forschungsrat in der Vergangenheit mehrmals empfohlen [1], da sie für die Stärkung Österreichs als Forschungs- und Innovations­standort unabdingbar sind. Die Exzellenzinitiative zur Stärkung der kompetitiven Grundlagen­forschung soll dabei vor allem der Ungleichgewichtung zwischen ­Basisfinanzierung und wettbewerblich vergebenen Mitteln an Hochschulen entgegenwirken und ­damit Österreich auch international als Standort für Spitzenforschung besser positionieren. Das Forschungs­finanzierungsgesetz wiederum muss die Stabilität der FTI-Finanzierung sicherstellen, um den Forschungs- und Forschungsförderungseinrichtungen mittel- und langfristige Planungen zu ermöglichen

 

Österreich ist ein Forschungsland geworden - Heinz Faßmann/ Wissenschaftsminister

Bei der Forschungs- und Entwicklungsquote in Europa liegen wir auf Platz zwei, nur Schweden ist vor uns. Weltweit sind wir auf Platz sieben. Also sind wir gut platziert. In den letzten Monaten konnten wir bereits die Weichen stellen, um die hohe Bedeutung von Wissenschaft und Forschung in unserem Land zu unterstreichen. Eine wesentliche Rolle dabei spielt die Universitätsfinanzierung Neu. Durch die neue Verordnung, die im August in Kraft getreten ist, wird die Verteilung des Universitätsbudgets umgesetzt, das für die kommenden drei Jahre auf einen neuen Rekordwert von rund 11 Mrd. Euro angestiegen ist. Es handelt sich dabei um einen wichtigen Paradigmenwechsel in Richtung kapazitätsorientierter Studienplatzfinanzierung. Eine bessere Steuerung der Universitäten und eine faire Verteilung der finanziellen Ressourcen sind damit möglich geworden. Im Sommer haben wir die „Zukunftsoffensive für Forschung, Technologie und Innovation“ präsentiert, die für mich persönlich eine wirklich sensationelle Angelegenheit ist und mit der wir die Forschungslandschaft in Österreich nachhaltig und zukunftsweisend gestalten werden. Das Bekenntnis zur Exzellenzforschung ist mir dabei besonders wichtig, darum ist ein Teil der Offensive eine umfassende Exzellenzinitiative zur Stärkung der kompetitiven Grundlagenforschung. Ein weiterer Teil des Pakets ist ein Forschungsfinanzierungsgesetz, das bereits in einigen Regierungsprogrammen enthalten gewesen ist, aber nie realisiert wurde. Auch wollen wir den vielzitierten Lückenschluss zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung in Angriff nehmen. Dazu werden wir die genauen Aufgaben aller im FTI-System aktiven Agenturen schärfen und klar definieren, einhergehend mit einer grundsätzlichen Autonomie der Agenturen. Mit der Zusammenlegung der Räte werden wir darüber hinaus ein schlagkräftiges Beratungsgremium der Bundesregierung schaffen. Nicht zu vergessen die europäische Dimension: Im Zuge der Ratspräsidentschaft verhandeln wir gerade die Rahmenbedingungen für das 9. Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ - mit rund 100 Mrd. Euro das weltweit größte Forschungsprogramm. Auch hier hat Österreich gute Ausgangsbedingungen: In Österreich tätige Forscherinnen und Forscher an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in Unternehmen konnten im Rahmen des aktuellen Programms „Horizon 2020“ bereits 1,025 Milliarden Euro einwerben. Das ist ein schöner Erfolg und unterstreicht einmal mehr die Stärke und Exzellenz des Forschungs- und Innovationsstandortes Österreich in Europa.

Lesen Sie den ungekürzten Artikel in der aktuellen Ausgabe 5/2018 auf Seite 14-17.


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