„Kompetenz allein reicht nicht – wer sich nicht willkommen fühlt, bleibt weg", so Terese Niss. | © MINTality Stiftung
Ein Drittel der österreichischen Höheren Technischen Lehranstalten (HTLs) beteiligt sich an einer neuen Initiative zur Förderung von Mädchen in technischen Ausbildungen. Gemeinsam mit der MINTality Stiftung und der Industriellenvereinigung (IV) haben 25 HTLs das Programm „M HTL“ gestartet, um Schulstandorte gezielt mädchenfreundlicher zu gestalten.
Mädchen in HTLs weiterhin unterrepräsentiert
Trotz des steigenden Interesses von Mädchen an Technik und Innovation liegt ihr Anteil an vielen HTLs nach wie vor unter 20 Prozent. Gleichzeitig brechen Schülerinnen technische Ausbildungen häufiger ab als ihre männlichen Kollegen. Vor diesem Hintergrund soll die Initiative langfristige Veränderungen in Schulkultur, Kommunikation und Standortentwicklung anstoßen.
„Wir wissen, dass Mädchen großes Interesse an Technik und Innovation mitbringen“, sagt Therese Niss, Gründerin und Vorständin der MINTality Stiftung. „Kompetenz allein reicht nicht – wer sich nicht willkommen fühlt, bleibt weg.“
Mehr Sichtbarkeit für weibliche Vorbilder
Gemeinsam mit Schülerinnen wurden Maßnahmen entwickelt, die weibliche Vorbilder stärker sichtbar machen und Mädchen aktiv in Schulmarketing und Öffentlichkeitsarbeit einbinden. Zudem sollen geschlechtersensible Kommunikation und ein unterstützendes Lernumfeld dazu beitragen, technische Schulen attraktiver für junge Frauen zu machen.
Öffentlich sichtbar wurde das Vorhaben zuletzt bei einer „HTL-Take-over-Aktion“ in mehreren Bundesländern. Schülerinnen, Lehrkräfte und Schulleitungen warben dabei gemeinsam für mehr Mädchen in technischen Ausbildungswegen.
Wirtschaft fordert mehr Frauen in MINT-Berufen
Auch die Industriellenvereinigung sieht in der Initiative einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in technischen Berufen.
„Vielfalt stärkt Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Wir brauchen deshalb mehr Mädchen und Frauen in MINT-Ausbildungen und -Berufen“, betont IV-Präsident Georg Knill. Ziel sei es, Frauen nicht nur für technische Bereiche zu gewinnen, sondern sie dort auch langfristig zu halten.
Kulturwandel an technischen Schulen
Die beteiligten Schulen verstehen das Projekt als langfristigen Entwicklungsprozess. Für HTL-Direktor Axel Kronewitter sei die Weiterentwicklung zu einer „weiblicheren HTL“ von großer Bedeutung. Thomas Angerer, Direktor der HTL Wien West, formuliert es noch deutlicher: „Die Welt der Technik darf nicht allein den Männern überlassen werden!“
Mit M HTL wollen Schulen, Wirtschaft und Bildungsinitiativen gemeinsam dazu beitragen, den Frauenanteil in technischen Ausbildungen nachhaltig zu erhöhen. Dahinter steht auch die Überzeugung, dass Innovation von unterschiedlichen Perspektiven profitiert und die Technologien der Zukunft mehr weibliche Talente benötigen.
