Die geförderten Projekte stammen aus allen Bundesländern. | © Unsplash
34 österreichische Innovationsprojekte erhalten insgesamt rund 60 Millionen Euro für die Entwicklung und Umsetzung klimaneutraler Industrieprozesse. Der Klima- und Energiefonds hat die dritte Ausschreibung der FTI-Initiative „Transformation der Industrie“ abgeschlossen. Erstmals umfasst die Förderung auch die Entwicklung und Fertigungsvorbereitung von Netto-Null-Technologien.
Mehr als drei Viertel der Fördermittel gehen direkt an Unternehmen, rund 20 Prozent an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Universitäten. Die Initiative wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) finanziert und ist Teil der Umsetzung der österreichischen Industriestrategie 2035.
„Mit der FTI-Initiative für die Transformation der Industrie setzen wir die Industriestrategie 2035 dort um, wo sie wirkt: direkt in den Unternehmen“, sagt Innovationsminister Peter Hanke. Ziel sei es, heimische Innovationen schneller zur Marktreife zu bringen und damit Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Industriestandorts zu stärken.
Forschung soll schneller in die Industrie gelangen
Gefördert werden unterschiedliche Entwicklungsstufen: Neben sechs reinen Forschungs- und Entwicklungsprojekten umfasst die Auswahl acht kombinierte Vorhaben, die Forschung mit insgesamt zwölf Pilot- und Demonstrationsanlagen verbinden. Hinzu kommen sieben reine Pilot- und Demonstrationsanlagen sowie ein Qualifizierungsnetzwerk.
Den größten Anteil der beantragten Förderung machen kombinierte Projekte aus. Dabei werden Forschungsfragen unmittelbar mit Pilot- oder Demonstrationsanlagen unter realen Bedingungen verknüpft. Damit sollen neue Technologien schneller aus der Forschung in die industrielle Anwendung und in weiterer Folge auf internationale Märkte gelangen.
Die geförderten Projekte stammen aus allen Bundesländern. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Elektrifizierung und Energieeffizienz. Dahinter folgen CO2-neutrale Gase und Wasserstoff sowie Kreislaufwirtschaft. Digitalisierung und die Flexibilisierung industrieller Prozesse spielen in mehreren Projekten eine übergreifende Rolle.
Netto-Null-Technologien erstmals Teil der Förderung
Neu ist die Ausweitung der Initiative auf die Entwicklung und Fertigungsvorbereitung von Netto-Null-Technologien. Damit können beispielsweise Produktionsverfahren und Komponenten für Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung oder Wasserstofftechnologien gefördert werden.
Die Ausschreibung greift damit das europäische Ziel auf, Produktionskapazitäten für strategisch wichtige klimaneutrale Technologien verstärkt in Europa aufzubauen. Die geförderten Entwicklungsarbeiten können zugleich als Vorbereitung für spätere industrielle Produktionsanlagen und weitere nationale oder europäische Förderprogramme dienen.
„Die große Nachfrage in dieser Ausschreibung zeigt, wie relevant dieses Programm für die heimische Industrie geworden ist. Wir können längst nicht alle wichtigen Projekte fördern, die eingereicht wurden“, sagt Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. Umso wichtiger sei es, die verfügbaren Mittel dort einzusetzen, wo sie Innovationskraft und Standort besonders wirksam stärken.
Wasserstoff-Know-how für industrielle Großprojekte
Neben Technologieprojekten wird auch ein Qualifizierungsnetzwerk unterstützt. Es richtet sich unter anderem an Energieversorger, Anlagenbauer und Infrastrukturbetreiber und soll Wissen für Investitionsentscheidungen sowie die Vorbereitung bestehender Netze auf Wasserstoff vermitteln.
Begleitet wird die FTI-Initiative vom Innovationslabor NEFI – New Energy for Industry. Das Netzwerk unterstützte Projekte bereits während der Ausschreibung durch Vernetzungs- und Informationsangebote sowie bei der Projektentwicklung. Nach Angaben des Klima- und Energiefonds befinden sich bereits weitere Vorhaben in Vorbereitung für die nächste Ausschreibung.
