Das Programm ist Teil der Schlüsseltechnologie-Offensive der österreichischen Industriestrategie. | © Unsplash/Louis Reed
Mit „Leading Companies & Ecosystems“ startet ein neues Förderprogramm für Forschung und Entwicklung in strategisch wichtigen Technologiefeldern. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) stellt dafür über die kommenden vier bis fünf Jahre insgesamt 60 Millionen Euro zur Verfügung.
Das Programm ist Teil der Schlüsseltechnologie-Offensive der österreichischen Industriestrategie. Im Zentrum stehen international tätige Leitbetriebe, die gemeinsam mit Start-ups, KMU, Forschungseinrichtungen und Wissenschaft neue Innovationsökosysteme aufbauen sollen. Vorgestellt wurde die erste Phase von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth beim Europäischen Forum Alpbach.
Leitbetriebe entwickeln F&E-Roadmaps
Das Fördermodell ist zweistufig aufgebaut. In einer ersten Phase entwickelt ein teilnehmendes Unternehmen eine technologiegetriebene Forschungs- und Entwicklungsroadmap. Anschließend soll rund um den Leitbetrieb ein Netzwerk weiterer Unternehmen und Forschungspartner aufgebaut werden.
Neben den Fördermitteln sollen die beteiligten Leitbetriebe substanzielle Eigeninvestitionen einbringen. Mit den verfügbaren 60 Millionen Euro werden nach derzeitiger Planung rund drei Projekte von Leitbetrieben einschließlich der dazugehörigen Ökosystemprojekte unterstützt.
Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt den Start des Programms. „Mit der neuen Initiative geht ein weiterer Teil der Schlüsseltechnologie-Offensive der Industriestrategie in die Umsetzung“, sagt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.
IV fordert Abstimmung der Förderinstrumente
Aus Sicht der IV können Leitbetriebe als zentrale Knotenpunkte von Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken dazu beitragen, technologische Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette zu bündeln. Entscheidend sei dabei die Zusammenarbeit mit Start-ups, KMU sowie Wissenschaft und Forschung.
„Es ist wichtig, in den kommenden Jahren ambitionierte Ökosysteme in Schlüsseltechnologien entlang der Innovations- und Wertschöpfungskette aufzubauen“, so Neumayer.
Gleichzeitig fordert die Interessenvertretung eine stärkere Abstimmung bestehender Fördermaßnahmen. „Entscheidend ist, Instrumente und Maßnahmen zu einzelnen Schlüsseltechnologien gut aufeinander abzustimmen, um geballte Kraft entwickeln zu können“, sagt Neumayer. Dazu zählt die IV auch eine Fortführung und Ausweitung der themenoffenen FFG-Basisprogramme.
Industriestrategie soll weiter umgesetzt werden
Das neue Programm ist Teil der Umsetzung der österreichischen Industriestrategie und soll insbesondere zusätzliche Investitionen in Forschung und Technologieentwicklung mobilisieren. Österreich hat sich dabei eine Forschungs- und Entwicklungsquote von vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts zum Ziel gesetzt.
Für die IV müsse die Umsetzung der Industriestrategie deshalb mit weiteren Investitionen fortgesetzt werden. „Jetzt gilt es, nur nicht stehen bleiben, sondern mit vollem Elan die Industriestrategie weiter umzusetzen und konsequent in Forschung, Technologieentwicklung und Innovation zu investieren“, so Neumayer.
