AIT auf der VISION 2026: Roboter am AIT-Stand. | © AIT/Bossenmaier
Mit dem mobilen Oberflächeninspektionssystem PHOTODEX hat das AIT Austrian Institute of Technology auf der Fachmesse VISION 2026 in Stuttgart eine Platzierung unter den fünf ausgezeichneten Innovationen erreicht. Die Entwicklung gehört zu mehreren Technologien, mit denen das Forschungsinstitut die automatisierte Qualitätskontrolle in der Industrie und die Umgebungswahrnehmung autonomer Maschinen verbessern will.
Vom 6. bis 8. Oktober präsentierte das AIT auf der internationalen Fachmesse für Bildverarbeitung Lösungen für die industrielle Fertigung. Rund 1.000 Besucher informierten sich am Stand des Forschungsinstituts über die vorgestellten Technologien. Insgesamt verzeichnete die Messe mehr als 9.000 internationale Fachbesucher.
Im Mittelpunkt standen Verfahren, die Bild- und Sensordaten in Echtzeit auswerten und damit Produktionsprozesse überwachen, Fehler erkennen oder autonome Maschinen bei der Orientierung unterstützen können.
Automatisierte Inspektion komplexer Oberflächen
Eine der zentralen Entwicklungen war PHOTODEX. Das portable System ermöglicht die Oberflächeninspektion auch unter Bewegung und wurde von der Messe als eine der fünf herausragenden Innovationen hervorgehoben.
Darüber hinaus präsentierte das AIT mehrere Verfahren für die automatisierte Qualitätskontrolle. Die Technologie Inline Computational Imaging (ICI) kombiniert drei Bildgebungsverfahren, um strukturierte und strukturarme Oberflächen während laufender Produktionsprozesse in zwei und drei Dimensionen zu erfassen.
Für die robotergestützte Inspektion entwickelte das Forschungsinstitut ein System, das Prüfabläufe automatisch aus CAD-Daten erstellt. Die Inspektionsplanung kann an unterschiedliche Bauteilpositionen angepasst werden, ohne dass Roboter erneut manuell eingelernt werden müssen.
Mit xposure:1MPlus zeigte das AIT außerdem eine Lösung für besonders schnelle Inline-Prüfungen, die Farbverschmutzungen von feinen Oberflächendefekten unterscheiden soll.
Die Technologien richten sich unter anderem an Unternehmen der Automobil- und Batterieindustrie, in denen hohe Produktionsgeschwindigkeiten und komplexe Bauteilgeometrien besondere Anforderungen an die Qualitätssicherung stellen.
Bildverarbeitung für autonome Maschinen
Neben der industriellen Qualitätskontrolle präsentierte das AIT Technologien für die räumliche Orientierung autonomer Arbeitsmaschinen.
Dazu zählt die sogenannte SLAM-Technologie (Simultaneous Localization and Mapping). Sie ermöglicht es Maschinen, ihre Umgebung dreidimensional zu erfassen, ihre eigene Position zu bestimmen und gleichzeitig eine digitale Karte der Umgebung zu erstellen.
Die Verbindung von Bildverarbeitung, 3D-Rekonstruktion und Künstlicher Intelligenz soll damit nicht nur die Fehlererkennung in Produktionsanlagen verbessern, sondern auch den autonomen Einsatz von Robotern und Arbeitsmaschinen unterstützen.
38 Expert bei den Scientific Vision Days
Parallel zur Messe veranstaltete das AIT die Scientific Vision Days. An drei Tagen präsentierten 38 internationale Expert aus Wissenschaft und angewandter Forschung aktuelle Entwicklungen der maschinellen Bildverarbeitung.
Thematische Schwerpunkte waren KI-gestützte Bildverarbeitung, neue Sensortechnologien, digitale Zwillinge und synthetische Daten. Letztere können insbesondere bei der Entwicklung und beim Training von Bildverarbeitungssystemen eingesetzt werden.
„Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Innovationen in die industrielle Anwendung zu bringen. Mit den AIT Scientific Vision Days leisten wir einen aktiven Beitrag zum Know-how-Transfer zwischen Forschung und Industrie“, erklärt Andreas Vrabl, Head of Center for Vision, Automation & Control am AIT.
Die Veranstaltung diente zugleich dem Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen. Dabei standen sowohl neue wissenschaftliche Ansätze als auch deren Einsatzmöglichkeiten in der industriellen Praxis im Mittelpunkt.
Mit den präsentierten Entwicklungen adressiert das AIT zwei zentrale Anforderungen moderner Produktionssysteme: die zuverlässige automatisierte Qualitätsprüfung und die Fähigkeit von Maschinen, ihre Umgebung selbstständig wahrzunehmen. Wie breit sich die einzelnen Technologien in industriellen Anwendungen durchsetzen werden, hängt von ihrer weiteren Integration in bestehende Produktionsprozesse ab.
