Auszeichnungen gab es für WISPER, BioCapture, ReUseTex und die KI-Landkarte des Verbands Österreichischer Software Innovationen (VÖSI). | © Barbara Krobath
Das Austrian Institute of Technology (AIT) ist beim eAward 2026 mit vier Projekten ausgezeichnet worden. Prämiert wurden Anwendungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Sicherheit und Kreislaufwirtschaft, die gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung entwickelt wurden.
Auszeichnungen gab es für WISPER, BioCapture, ReUseTex und die KI-Landkarte des Verbands Österreichischer Software Innovationen (VÖSI). Damit war das AIT an Siegerprojekten in vier der fünf Kategorien des diesjährigen eAwards beteiligt.
„Die vier Auszeichnungen zeigen die hohe Qualität und Anwendungsrelevanz unserer Forschung. Sie reichen von digitalen Technologien und Künstlicher Intelligenz bis hin zu Lösungen für Sicherheit und Kreislaufwirtschaft“, sagt Andreas Kugi, Scientific Director des AIT.
KI unterstützt Sprachförderung im Kindergarten
In der Kategorie „Bildung und Soziales“ wurde WISPER – Wiener Spracherfahrung ausgezeichnet. Die gemeinsam mit den Stadt Wien – Kindergärten entwickelte KI-Anwendung richtet sich an drei- bis sechsjährige Kinder mit nicht deutscher Muttersprache.
Über ein kindgerecht gestaltetes Telefon können die Kinder Geschichten entwickeln und dabei Deutsch üben. Das System versteht unterschiedliche Sprachen, antwortet jedoch auf Deutsch. Sprachförderkräfte der Stadt Wien waren bereits in die Entwicklung eingebunden. Hintergrund ist ein erheblicher Bedarf: Nach Angaben des AIT benötigen in Wien 26.000 von insgesamt 88.000 Kindergartenkindern Sprachförderung.
Fingerabdruckidentifikation per Smartphone
BioCapture erhielt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt im Bundesministerium für Inneres den eAward in der Kategorie „Services und Prozesse“. Die im Rahmen des KIRAS-Sicherheitsforschungsprogramms entwickelte Technologie ermöglicht eine kontaktlose Fingerabdruckidentifikation über handelsübliche Smartphones.
Polizeikräfte sollen damit Identitäten unmittelbar vor Ort feststellen können. Die Lösung wird derzeit österreichweit eingeführt. Bei der Entwicklung wurden laut AIT neben der technischen Leistungsfähigkeit auch Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit, Ethik und Rechtsstaatlichkeit berücksichtigt.
BioCapture wurde 2026 zudem im Rahmen der UN Counter Terrorism Week am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York präsentiert.
Robotik sortiert Alttextilien
Mit ReUseTex wurde in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ ein Projekt zur automatisierten Sortierung von Alttextilien ausgezeichnet. Saubermacher entwickelt die Lösung gemeinsam mit dem AIT, der TU Graz, KNAPP, Bernhard Binder Mechatronics und Walter Thomsen Consulting.
Computer Vision, Deep Learning und Robotik sollen Textilien automatisiert erkennen und bewerten sowie geeigneten Verwertungswegen zuordnen. Wiederverwendbare Kleidungsstücke können dadurch von Textilien getrennt werden, die als Recyclingrohstoff infrage kommen.
Das Projekt adressiert damit ein wachsendes Abfallproblem. Nach den Angaben in der Projektbeschreibung fallen in der Europäischen Union jährlich rund 5,8 Millionen Tonnen Alttextilien an.
KI-Landkarte versammelt mehr als 150 Anwendungen
Die vierte Auszeichnung ging in der Kategorie „Zukunftstechnologien“ an die KI-Landkarte des VÖSI. Die interaktive Plattform dokumentiert derzeit mehr als 150 kuratierte KI-Anwendungsfälle aus Bereichen wie Industrie, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Tourismus, Energie, Verwaltung und Forschung.
Aufgenommen werden Anwendungen ab Technologie-Reifegrad vier. Mehr als 80 Prozent der gelisteten Projekte befinden sich laut VÖSI bereits im produktiven Einsatz. Vom AIT sind Jasmin Lampert und Christine Wahlmüller-Schiller an der Entwicklung beteiligt.
Eine zweite Version der Plattform mit einem Schwerpunkt auf Agentic AI und mehr als 200 Use Cases ist für November 2026 angekündigt.
Neben den vier Siegerprojekten war das AIT mit MAKING PEDs für klimaneutrale Städte sowie den Fraud Prevention & Monitoring Systems (FPMS) für zwei weitere Projekte beim eAward 2026 nominiert.
Der eAward wird seit 2005 vom Report Verlag vergeben und zeichnet Digitalisierungsprojekte aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung aus.
