Im Mittelpunkt stehen IC-Substrate und Advanced-Packaging-Technologien. | © AT&S
Der Leiterplatten- und Halbleiterspezialist AT&S baut seine Forschungskooperation mit der TU Graz aus. Das Unternehmen finanziert für fünf Jahre eine neue interdisziplinäre Forschungsgruppe im Bereich Mikroelektronik mit Schwerpunkt auf IC-Substraten und Advanced-Packaging-Technologien.
Die Initiative soll zentrale Technologien für moderne Mikrochips weiterentwickeln und zugleich Ausbildung und Nachwuchsförderung im Bereich Mikroelektronik stärken.
Forschung zu Schlüsseltechnologien moderner Chips
Die neue Forschungsgruppe wird an drei Instituten der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Graz angesiedelt: dem Institut für Elektronik, dem Institut für Elektrische Antriebe und Leistungselektronische Systeme sowie dem Institut für Hochfrequenztechnik.
Geplant ist der Aufbau eines international sichtbaren Forschungsteams. Dafür sollen zwei PhD-Stellen, eine Postdoc-Position sowie eine Laufbahnprofessur geschaffen werden.
Im Mittelpunkt stehen IC-Substrate und Advanced-Packaging-Technologien. Sie gelten als zentrale Bausteine moderner Halbleitersysteme, etwa für Hochleistungsrechner, Anwendungen der Künstlichen Intelligenz oder vernetzte Industriesysteme.
Mikroelektronik als Gesamtsystem
AT&S sieht in der Kooperation einen strategischen Schritt für die Weiterentwicklung der europäischen Halbleitertechnologie.
„Diese Forschungsinitiative ist eine gezielte Investition in unsere technologische Zukunft“, sagt Peter Griehsnig, Chief Technology Officer (CTO) von AT&S. „Da Halbleiter-Chips allein nicht mehr den rasanten Fortschritt ermöglichen können, muss Mikroelektronik heute als Gesamtsystem gedacht werden.“
Erst das Zusammenspiel von Chips, Substraten und Packaging-Technologien ermögliche die notwendige Leistungssteigerung bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Energieeffizienz und Miniaturisierung.
Ausbau der Industrie-Universitätskooperation
Die Finanzierung der neuen Forschungsgruppe ist Teil der langfristigen Forschungsstrategie des Unternehmens. Bereits im vergangenen Jahr eröffnete AT&S in Leoben das erste europäische Kompetenzzentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von IC-Substraten.
Mit der neuen Initiative soll die Verbindung zwischen industrieller Entwicklung und universitärer Forschung weiter vertieft werden.
„Die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Innovationskraft bringt neue Technologien deutlich schneller in die Anwendung“, sagt TU-Graz-Rektor Horst Bischof.
Ziel sei es, integrierte Schaltungssysteme leistungsfähiger, kompakter und energieeffizienter zu machen – und damit gleichzeitig die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.
