Im Mittelpunkt des Projekts steht ein niederschwelliges Ausbildungsprogramm, das den Einstieg in die Cybersicherheit erleichtern soll. | © Unsplash/thisisengineering
Der Fachkräftebedarf in der Cybersicherheit wächst, gleichzeitig sind Frauen in diesem Berufsfeld weiterhin unterrepräsentiert. Mit dem europäischen Erasmus+-Projekt CyberMe will die Österreichische Computer Gesellschaft (OCG) den Zugang zu Ausbildungen und beruflichen Perspektiven in der IT-Sicherheit erleichtern. Neue Kooperationen mit Shecurity und Women4Cyber Austria sollen insbesondere junge Frauen beim Einstieg unterstützen.
Im Rahmen des Europäischen Monats der Cybersicherheit im Oktober machte die OCG auf die Bedeutung gezielter Qualifizierungsangebote und vielfältiger Teams aufmerksam. Gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Organisationen entwickelt sie im Projekt CyberMe Ausbildungsformate, die technische Kompetenzen vermitteln und das Selbstvertrauen junger Frauen im Umgang mit Cybersecurity stärken sollen.
Praxisorientierte Ausbildung und Mentoring
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein niederschwelliges Ausbildungsprogramm, das den Einstieg in die Cybersicherheit erleichtern soll. Dazu gehören praxisorientierte Übungen, sogenannte Capture-the-Flag-Challenges (CTF), bei denen Teilnehmerinnen Sicherheitsaufgaben lösen und ihre Fähigkeiten in realitätsnahen Szenarien erproben.
Ergänzt wird das Angebot durch Hackathons, internationale Camps und Schulungen für Trainer:innen. Ein europaweites Mentoring-Netzwerk soll zudem den Austausch mit erfahrenen Fachkräften ermöglichen und weibliche Vorbilder in der IT-Sicherheit sichtbarer machen.
Nach dem ersten CyberMe Youth Camp in Malta ist für das Frühjahr 2027 ein weiteres internationales Camp geplant. Auch dort sollen praktische Cybersecurity-Aufgaben im Mittelpunkt stehen.
Die OCG bringt ihre Erfahrungen in digitaler Bildung, Zertifizierung und IT-Kompetenzentwicklung in das Projekt ein und beteiligt sich an der Verbreitung der Ergebnisse in Österreich.
Neue Partnerschaften in Österreich
Um mehr junge Frauen zu erreichen, arbeitet die OCG künftig auch mit Shecurity und Women4Cyber Austria zusammen. Beide Organisationen engagieren sich für die Vernetzung und Förderung von Frauen im Bereich Cybersicherheit.
„Unsere Erfahrung zeigt: Zahlreiche Mädchen und Frauen interessieren sich für Cybersecurity. Sie beim Einstieg zu unterstützen und zu bestärken, ist ein wichtiger Beitrag, um den Frauenanteil in diesem Bereich zu erhöhen“, erklärt Stephanie Jakoubi, Gründerin von Shecurity.
Die Community richtet sich an Mädchen, Frauen und FLINTA*-Personen, die bereits im Bereich Cybersecurity tätig sind oder sich dafür interessieren.
Auch Women4Cyber Austria setzt auf den Ausbau beruflicher Netzwerke und die internationale Zusammenarbeit. Präsidentin Yvonne Bauer sieht darin einen wesentlichen Ansatz, um Frauen in der Branche sichtbarer zu machen.
„Ich sehe die Zukunft von Technologie und Cybersicherheit untrennbar mit Diversität und Inklusion verbunden. Langfristig stärkt dies nicht nur Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die digitale Souveränität“, betont Bauer.
Diversität als Faktor für Cybersicherheit
Neben der Fachkräftegewinnung verfolgt CyberMe das Ziel, unterschiedliche Perspektiven stärker in die Entwicklung von Sicherheitslösungen einzubeziehen.
„Cybersecurity profitiert von unterschiedlichen Denk- und Herangehensweisen. Divers zusammengesetzte Teams entwickeln innovativere Lösungsansätze und können Risiken aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten“, erklärt OCG-Projektleiterin Sandra Tomeschek.
Für OCG-Präsident Wilfried Seyruck ist die stärkere Beteiligung von Frauen deshalb nicht ausschließlich eine Frage der Chancengleichheit.
„Mehr Frauen in der IT-Sicherheit bedeuten zusätzliche Fachkräfte, neue Perspektiven und größere Innovationskraft“, so Seyruck.
Mit den geplanten Ausbildungsangeboten und internationalen Kooperationen will CyberMe dazu beitragen, bestehende Einstiegshürden abzubauen. Ob sich dadurch langfristig mehr Frauen für eine berufliche Laufbahn in der Cybersicherheit entscheiden, wird sich mit der Umsetzung der Programme zeigen.
