Insgesamt zeichnete die EU-Donauraumstrategie 30 Best-Practice-Initiativen aus. | © EUSDR
Österreichische Forschung zur Analyse globaler Lieferketten erhält europaweite Anerkennung: Das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) sowie das WIFO-Horizon-Projekt „Rethinking Global Supply Chains: Measurement, Impact and Policy“ (RETHINK-GSC) wurden offiziell als Leuchtturmprojekte der EU-Donauraumstrategie (EUSDR) ausgezeichnet. Prämiert wurden damit datenbasierte Forschungsansätze, die neue Einblicke in Resilienz, Versorgungssicherheit und wirtschaftspolitische Steuerung globaler Lieferketten liefern.
Mit der Auszeichnung zählt Österreich nun zu den zentralen Innovationsstandorten im Donauraum, die mit praxisnaher Forschung Maßstäbe für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit setzen.
Leuchtturmprojekte für den Donauraum
Die EU-Donauraumstrategie zeichnet im Rahmen ihrer „Lighthouse“-Initiative Projekte aus, die als Best-Practice-Beispiele für Wissens- und Technologietransfer gelten. Die Strategie verfolgt das Ziel, die länderübergreifende Zusammenarbeit im Donauraum zu stärken und gemeinsame Antworten auf wirtschaftliche, ökologische und geopolitische Herausforderungen zu entwickeln.
Dass sowohl das ASCII als auch das WIFO-Projekt als Leuchtturmprojekte zertifiziert wurden, unterstreicht die Relevanz datenbasierter Lieferkettenforschung für die europäische Wirtschaftspolitik.
„Mit dem ASCII verfügt Österreich über ein europaweit einzigartiges Institut, das globale Lieferketten erstmals transparent und steuerbar macht. Diese Forschung ist unverzichtbar, um Österreichs und Europas wirtschaftliche Resilienz zu erhöhen und unsere strategische Unabhängigkeit in einem volatilen Umfeld zu stärken“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
ASCII: Globale Lieferketten datenbasiert sichtbar machen
Das Supply Chain Intelligence Institute Austria, gegründet im Jahr 2023, ist das einzige Forschungsinstitut dieser Art in Europa und eines der wenigen weltweit, das globale Logistiknetzwerke ganzheitlich, datenbasiert und interdisziplinär analysiert. Ziel ist es, Lieferketten transparent zu machen, kritische Abhängigkeiten zu identifizieren und Risiken frühzeitig zu erkennen.
Mit Instrumenten wie Frühwarnsystemen, Risiko- und Szenariomodellen sowie dem Austrian Supply Chain Pressure Index liefert das Institut kontinuierlich Entscheidungsgrundlagen für Politik und Wirtschaft – insbesondere in Fragen der Resilienz, Standortpolitik, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.
„Diese Auszeichnung geht weit über ihren Titel hinaus – sie bestätigt die europaweit einzigartige Rolle des ASCII und seine internationale Vorreiterstellung in der datenbasierten Analyse globaler Lieferketten. Nur auf dieser Wissensbasis lassen sich Europas Lieferketten transparent, widerstandsfähig und zukunftssicher gestalten“, sagt Peter Klimek, wissenschaftlicher Direktor des ASCII.
Auch Klaus Friesenbichler, Vizedirektor des Instituts, unterstreicht den praktischen Nutzen der Forschung: „Mit datenbasierter Supply Chain Intelligence schaffen wir erstmals die Entscheidungsgrundlage, die Politik und Wirtschaft brauchen, um Risiken früh zu erkennen und strategisch gegenzusteuern“.
WIFO-Projekt analysiert Resilienz europäischer Unternehmen
Ebenfalls als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet wurde das EU-Horizon-Projekt „Rethinking Global Supply Chains“ (RETHINK-GSC) des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO). Das Projekt untersucht systematisch, wie europäische Unternehmen auf jüngste Lieferkettenkrisen reagieren und welche Faktoren ihre Widerstandsfähigkeit beeinflussen.
Auf Basis von Unternehmensbefragungen in mehr als zehn Ländern zeigt die Forschung, dass viele Betriebe ihre Liefernetzwerke neu ausrichten, regionale Partner stärker einbinden und bestehende Abhängigkeiten reduzieren. Besonders resilient erweisen sich Unternehmen mit breit diversifizierten Lieferantenstrukturen, intensiver Zusammenarbeit und starkem Wissensaustausch. Gleichzeitig werden strukturelle Schwächen sichtbar, die die Verwundbarkeit europäischer Wirtschaftszweige erhöhen.
Die Ergebnisse liefern wichtige Grundlagen für eine evidenzbasierte Wirtschafts-, Industrie- und Standortpolitik auf europäischer Ebene.
30 Best-Practice-Initiativen im Donauraum
Insgesamt zeichnete die EU-Donauraumstrategie 30 Best-Practice-Initiativen aus. Grundlage dafür war die Studie „Identification of Lighthouse Projects in the Danube Region“, die im Auftrag der EUSDR vom Steinbeis Europa Zentrum, dem Pannon Business Network und der slowenischen Wirtschaftskammer durchgeführt wurde. Ziel der Studie ist es, Projekte sichtbar zu machen, die angesichts globaler Unsicherheiten neue Wege für resiliente, nachhaltige und wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen in Europa aufzeigen.
Mit der Auszeichnung von ASCII und WIFO rückt Österreichs datenbasierte Lieferkettenforschung nun stärker in den Fokus der europäischen Innovations- und Wirtschaftspolitik.
