Charakteristisch für den FH-Sektor ist die enge Verbindung von Forschung und Praxis. | © Pexels/Mikhail Nilov
Mit dem 19. Forschungsforum der österreichischen Fachhochschulen ist in Graz eine zentrale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gestartet. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Rolle angewandter Forschung, sondern auch die Forderung nach strukturellen Reformen im Hochschulsystem.
Die Fachhochschulen sehen sich zunehmend als Schlüsselakteure für Innovation – insbesondere in Krisenzeiten. Gleichzeitig wächst der Druck, ihre Rahmenbedingungen an jene anderer Hochschulsektoren anzupassen.
Forderung nach struktureller Gleichstellung
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer betont die Bedeutung des Sektors für zentrale Zukunftsfragen: „Unsere Hochschulen leisten […] einen entscheidenden Beitrag zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen.“ Diese Leistungen müssten sich auch in den Rahmenbedingungen widerspiegeln.
Konkret fordert die Fachhochschulkonferenz (FHK) eine stärkere strukturelle Gleichstellung mit Universitäten sowie eine verlässliche Basisfinanzierung für Forschung. Derzeit tragen Fachhochschulen mit rund 2.500 Projekten und etwa 180 Millionen Euro jährlich zur Forschungsleistung bei.
Eigene Doktoratsprogramme im Fokus
Ein zentrales Thema ist die Einführung eigenständiger Doktoratsprogramme an Fachhochschulen. Unterstützung kommt auch aus der Wissenschaft: ÖAW-Präsident Heinz Fassmann plädierte dafür, den Zugang zu Doktoraten an Qualitätskriterien zu knüpfen, statt ihn institutionell zu beschränken.
Prommer sieht darin ein Signal für einen notwendigen Perspektivenwechsel: „Jetzt gilt es, die nächsten konsequenten Schritte zu setzen – insbesondere durch die Schaffung eigenständiger, akkreditierter Doktoratsprogramme.“
Angewandte Forschung als Standortfaktor
Charakteristisch für den FH-Sektor ist die enge Verbindung von Forschung und Praxis. Ergebnisse fließen direkt in industrielle Anwendungen und gesellschaftliche Lösungen ein – ein Aspekt, der im internationalen Wettbewerb zunehmend an Bedeutung gewinnt.
FHK-Generalsekretär Kurt Koleznik verweist auf die strategische Dimension: „Eine zukunftsorientierte Hochschulpolitik entscheidet maßgeblich über die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.“
Forum als Plattform für Zukunftsfragen
Das Forschungsforum am FH CAMPUS 02 dient in den kommenden Tagen als Diskussionsplattform für aktuelle Themen der angewandten Forschung sowie für die Weiterentwicklung des Hochschulsystems. Dabei wird deutlich: Die Forderungen nach mehr Autonomie, besseren Finanzierungsmodellen und erweiterten Qualifizierungswegen dürften die bildungspolitische Agenda in Österreich weiter prägen.
