Das Projekt lieferte neue Ansätze für den Umgang mit komplexen technischen Systemen. | © FH Salzburg/wildbild
Nach fünf Jahren Forschung ist das Josef Ressel Zentrum für modellbasierte Entwicklung verlässlicher Systeme an der FH Salzburg abgeschlossen. Das Projekt lieferte neue Ansätze für den Umgang mit komplexen technischen Systemen und stärkte die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie.
An dem Zentrum arbeiteten rund 15 Forschende gemeinsam mit Unternehmen wie Bosch, Siemens, ChargePoint, GeoConsult und Palfinger sowie der Christian Doppler Forschungsgesellschaft.
Fokus auf komplexe, vernetzte Systeme
Im Zentrum der Forschungsarbeit stand die Frage, wie sich zunehmend vernetzte und digitalisierte Systeme – etwa in Smart Grids, Automotive-Anwendungen oder Produktionsanlagen – zuverlässig entwickeln und betreiben lassen.
Die steigende Komplexität gilt dabei als zentrale Herausforderung. Systems Engineering soll hier helfen, unterschiedliche Disziplinen und Modelle so zu verbinden, dass ein Gesamtverständnis technischer Systeme entsteht.
Neue Modellierungsmethoden für die Praxis
Ein wesentlicher Beitrag des Zentrums liegt in der Entwicklung sogenannter domänenspezifischer Modellierungssprachen. Diese sollen komplexe Systeme sowohl verständlich als auch technisch präzise abbilden.
„Während der Projektlaufzeit sind über 70 wissenschaftliche Publikationen entstanden sowie mehrere frei verfügbare Modellierungswerkzeuge […]“, erklärt Christian Neureiter, Leiter des Zentrums. Diese Tools würden bereits in realen Projekten eingesetzt und ermöglichten die Integration komplexer Systeme.
Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen wurden auch Kooperationen ausgebaut und neue Forschungsinitiativen angestoßen.
Bedeutung für Standort und Ausbildung
Vertreter von Hochschule und Politik betonen die Rolle solcher Forschungskooperationen für den Innovationsstandort.
„Mit den Ressel Zentren tragen wir […] zu Innovation und anwendungsnaher Spitzenforschung bei“, sagt FH-Rektor Dominik Engel. Die Ergebnisse flössen direkt in die Lehre ein.
Auch Landesrätin Daniela Gutschi hebt den wirtschaftlichen Nutzen hervor: „Die Ergebnisse zeigen, was möglich ist, wenn Forschung und Wirtschaft eng zusammenarbeiten.“
Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie
Josef Ressel Zentren gelten als Modell für anwendungsorientierte Forschung. Sie werden gemeinsam von Unternehmen und der öffentlichen Hand finanziert, in diesem Fall durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET).
Der Abschluss des Zentrums markiert damit nicht nur das Ende eines Projekts, sondern unterstreicht die Rolle kooperativer Forschung für technologische Entwicklung und Fachkräfteausbildung.
