Sandra Diller und Marina Grzinic-Mauhler sind mit dem Leadership Excellence Award in Research (LExA) 2026 ausgezeichnet worden. | © Polly Rola Photography
Sandra Diller und Marina Grzinic-Mauhler sind mit dem Leadership Excellence Award in Research (LExA) 2026 ausgezeichnet worden. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) würdigt damit zum vierten Mal Führungskräfte, die sich neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit besonders für die Entwicklung ihrer Teams und Mitarbeiter einsetzen.
Die Auszeichnungen wurden im Rahmen des LBG XChange im Wiener Leopoldmuseum vergeben. Diller erhielt den Preis in der Kategorie „Emerging Leaders“, Grzinic-Mauhler wurde als „Experienced Leader“ ausgezeichnet. Beide Preise sind mit jeweils 4.000 Euro dotiert, die für Maßnahmen zur Teamentwicklung eingesetzt werden können.
Sandra Diller als „Emerging Leader“ ausgezeichnet
Sandra Diller ist Associate Professor für Organisationspsychologie an der Privatuniversität Schloss Seeburg, Research Affiliate an der IOC Harvard Medical School sowie Coach und Trainerin für die LMU München.
Die internationale Jury hob bei ihrer Entscheidung insbesondere die Verbindung von wissenschaftlichem Exzellenzanspruch mit Ethik- und Werteorientierung sowie Dillers Führungsinstrumente und internationale Vernetzung hervor.
In der Kategorie „Experienced Leaders“ ging die Auszeichnung an Marina Grzinic-Mauhler. Die Philosophin ist Professorin an der Akademie der Bildenden Künste Wien und Forscherin am Institut für Philosophie des Wissenschafts- und Forschungszentrums der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (ZRC SAZU) in Ljubljana.
Ausschlaggebend waren laut LBG unter anderem die Nominierung durch ihr Team, ihr Führungsansatz sowie ihre Integrität. Die Jury hob zudem ihr Engagement für marginalisierte Stimmen und interdisziplinäre wissenschaftlich-künstlerische Arbeit hervor.
Führung als Faktor für Forschungsqualität
Mit dem LExA will das Career Center der LBG den Stellenwert von Führungskompetenz im Wissenschaftssystem stärker sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen daher nicht primär wissenschaftliche Leistungen, sondern der Umgang mit Mitarbeiter, deren Förderung und die Gestaltung des Arbeitsumfelds.
„Gute Wissenschaft braucht nicht nur kluge Ideen, sondern auch gute Bedingungen und Führung, die Verantwortung übernimmt“, sagt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Führungskräfte würden mitentscheiden, unter welchen Bedingungen Menschen in der Forschung arbeiten können.
LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner betont ebenfalls die Bedeutung des Arbeitsumfelds: „Gute Führung schafft Vertrauen, gibt Orientierung und übernimmt Verantwortung für die Entwicklung von Mitarbeiter:innen.“
Für den diesjährigen LExA waren rund 40 Führungskräfte aus dem Wissenschaftsumfeld nominiert. Voraussetzung für eine Nominierung ist eine mindestens zweijährige leitende Tätigkeit im direkten Forschungsumfeld. Die Vorschläge stammen von Personen, die die Führungsarbeit der Nominierten unmittelbar beurteilen können.
131 Nominierungen werden wissenschaftlich untersucht
Seit Einführung des Awards im Jahr 2023 wurden insgesamt 131 Führungspersönlichkeiten nominiert. Die dabei entstandenen Daten sollen nun auch wissenschaftlich ausgewertet werden. Das LBG Career Center untersucht die Nominierungen gemeinsam mit Markus Ebner, Wirtschafts- und Organisationspsychologe an der Universität Wien.
„Die mittlerweile über 130 Nominierungen geben uns einen wertvollen Einblick, wie gute Führung in der wissenschaftlichen Praxis gelebt wird“, sagt Susanne Leeb, Leiterin des LBG Career Centers. Die Erkenntnisse sollen für die Weiterentwicklung von Führung im Forschungssystem genutzt werden.
