Österreich verbessert sich im Global Innovation Index 2026 um einen Platz | © Unsplash
Österreich verbessert sich im Global Innovation Index 2026 um einen Platz und erreicht unter 139 untersuchten Volkswirtschaften Rang 18. Besonders stark schneidet das Land bei Forschung und Entwicklung ab. Gleichzeitig zeigt das Ranking Schwächen bei den Rahmenbedingungen für Innovation und bei der Finanzierung neuer Unternehmen auf.
Der jährlich von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) veröffentlichte Index bewertet Innovationssysteme anhand von 79 Indikatoren. An der Spitze liegen 2026 erneut die Schweiz, Schweden und die USA, gefolgt von Südkorea und Singapur. Österreich lag im Vorjahr auf Rang 19.
Auffällig ist dabei die Entwicklung der beiden Teilbereiche des Index: Bei den Rahmenbedingungen für Innovation fällt Österreich von Rang 17 auf 19 zurück. Bei den Innovationsergebnissen gelingt dagegen ein Sprung von Platz 21 auf 17.
Forschung zählt zu Österreichs Stärken
Eine wesentliche Grundlage für das Abschneiden sind die hohen Forschungsinvestitionen. Bei den gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie bei den F&E-Ausgaben der Unternehmen liegt Österreich laut WIPO jeweils auf Rang sieben. Auch bei der Zahl der Forschenden, Kooperationen zwischen öffentlicher Forschung und Industrie sowie der Komplexität von Produktion und Export erreicht das Land international vergleichsweise hohe Platzierungen.
Hinzu kommen starke Ergebnisse bei internationalen Patentanmeldungen und wissenschaftlichen Publikationen.
„Dass Österreich bei internationalen Patentanmeldungen so gut dasteht, ist eine großartige Nachricht. Unsere Forscherinnen und Forscher in Wissenschaft und Industrie entwickeln Lösungen, die weltweit geschützt werden“, sagt Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamts.
Der Index verweist zudem auf die zunehmende Verbreitung neuer Technologien. Der Robotereinsatz ist in Österreich zwischen 2015 und 2025 im Durchschnitt um rund zehn Prozent pro Jahr gestiegen. Beim Anteil von Elektrofahrzeugen betrug das jährliche Wachstum laut den für den Index herangezogenen Daten nahezu 50 Prozent.
Risikokapital bleibt Schwachstelle
Eine Herausforderung bleibt dagegen die wirtschaftliche Verwertung von Innovationen. Verbesserungspotenzial besteht insbesondere bei der Verfügbarkeit von Risikokapital sowie bei weiteren Indikatoren rund um immaterielle Vermögenswerte und geistiges Eigentum.
Damit zeigt sich ein Problem, das über Österreich hinaus auch für Europa relevant ist: Eine starke Forschungsbasis führt nicht automatisch dazu, dass daraus schnell wachsende Unternehmen und international skalierbare Geschäftsmodelle entstehen.
„Jetzt geht es darum, auch beim Risikokapital stärker zu werden und mehr davon für heimische Innovationen zu mobilisieren“, sagt Innovationsminister Peter Hanke.
Auch Harasek sieht bei der Kommerzialisierung Handlungsbedarf: „Der Index zeigt auch, woran wir noch arbeiten müssen – vor allem daran, innovative Ideen noch stärker wirtschaftlich zu nutzen.“
Österreich bleibt unter den Top 20
Mit Rang 18 bleibt Österreich unter den 20 bestplatzierten Innovationssystemen weltweit. Die WIPO charakterisiert das österreichische Modell insbesondere durch die Verbindung einer starken Forschungsbasis mit industrieller Kompetenz.
Der Global Innovation Index erscheint 2026 zum 19. Mal. Neben Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten fließen unter anderem Institutionen, Humankapital, Infrastruktur, Markt- und Unternehmensentwicklung sowie technologische und kreative Ergebnisse in die Bewertung ein.
