Spatenstich zum Ausbau der H2-Produktion im RAG Valley in Gampern. | © RAG Austria AG
Mit dem Spatenstich für den Ausbau des RAG Valley Gampern startet RAG Austria den nächsten Schritt beim Aufbau einer großtechnischen Wasserstoffproduktion in Österreich. Gemeinsam mit dem Anlagenbauer Andritz wird die bestehende Elektrolyseleistung von 2,5 auf 15 Megawatt erweitert. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für Ende 2026 geplant.
Nach Unternehmensangaben wird die Anlage künftig jährlich rund 17 Millionen Kubikmeter beziehungsweise mehr als 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren und damit die größte Produktionsanlage dieser Art in Österreich sein. Der Wasserstoff soll aus Solarstrom erzeugt, unterirdisch gespeichert und im Winter für die Strom- und Wärmeversorgung genutzt werden.
Wasserstoff soll Versorgungslücken schließen
RAG Austria sieht den Ausbau als Antwort auf die Herausforderungen der Energieversorgung während der Wintermonate. Der Winter 2025/26 habe gezeigt, dass Phasen mit geringer Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Wasserkraft weiterhin durch regelbare Kraftwerke und Energieimporte ausgeglichen werden müssten.
„100 Prozent erneuerbarer Strom in der Jahresbilanz sichern keine einzige Winterwoche. Dieser Winter hat gezeigt, wer das System tatsächlich aufrechterhält: unsere großvolumigen Gasspeicher, in denen das Gas bereits ein Jahr zuvor eingespeichert wurde und die regelbaren, flexiblen Gaskraftwerke“, sagt RAG-CEO Markus Mitteregger.
Aus Sicht des Unternehmens sind saisonale Energiespeicher notwendig, um überschüssige erneuerbare Energie aus den Sommermonaten für den Winter verfügbar zu machen.
Heimische Industriepartner an Bord
Die neue Elektrolyseanlage wird von Andritz als EPC-Auftragnehmer geplant, errichtet und in Betrieb genommen. Bereits Kapazitäten reserviert haben unter anderem EVN, Energie AG, KELAG, LINZ AG und Salzburg AG.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht im Projekt einen wichtigen Baustein für die heimische Energieversorgung: „Wir wollen Österreich das ganze Jahr über mit günstiger erneuerbarer Energie aus dem eigenen Land versorgen. Genau hier setzt Wasserstoff an: Elektrolyseure machen aus heimischem Sonnenstrom einen speicherbaren Energieträger.“
RAG Valley als Modell für saisonale Energiespeicherung
Im RAG Valley Gampern wird die gesamte Wertschöpfungskette der Wasserstoffwirtschaft abgebildet – von der Erzeugung erneuerbaren Stroms über die Elektrolyse und unterirdische Speicherung bis zur Nutzung in Kraftwerken oder der Einspeisung ins Gasnetz.
„Wir konnten im RAG Valley Gampern bereits im Winter 2025/26 die Sommersonne vom letzten Jahr verwenden, indem wir sie in Wasserstoff umgewandelt haben, um die sichere grüne Energieversorgung im Winter zu demonstrieren. Nun gehen wir den nächsten Schritt mit starken österreichischen Partnern“, erklärt Stephan Bauer, Leiter Green Gas Technology bei RAG Austria.
Mit dem Ausbau will RAG Austria die großtechnische Nutzung von grünem Wasserstoff vorantreiben und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung sowie die Versorgungssicherheit stärken.
