Initiiert wurde das Projekt von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit der MA 48. | © Lizzie Redelsteiner
1.087 ausgediente Elektrogeräte mit einem Gesamtgewicht von rund 343 Kilogramm: Mit diesem Ergebnis ist ein viertägiges Bildungsprojekt zur Kreislaufwirtschaft am Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien-Favoriten zu Ende gegangen. Vom 29. September bis 2. Oktober beschäftigten sich 15 Volksschulklassen mit Recycling, Rohstoffen und der richtigen Entsorgung von Elektroaltgeräten und Batterien.
Initiiert wurde das Projekt von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit der MA 48. Neben Workshops standen Exkursionen zum Mistplatz Favoriten auf dem Programm. Dort gaben die Schüler:innen die zuvor gesammelten Elektrogeräte zur fachgerechten Verwertung ab.
„Ausgediente Elektrogeräte, Akkus und Batterien haben im Restmüll nichts verloren“, sagt Ingrid Pirgmayer, Leiterin der Abfallberatung und des Callcenters der MA 48. Die Geräte enthielten einerseits wiederverwertbare Wertstoffe, andererseits aber auch Schadstoffe. Elektroaltgeräte und Batterien sollten daher im Handel zurückgegeben oder kostenlos auf einem Wiener Mistplatz abgegeben werden.
Smartphone zeigt Wert von Rohstoffen
Als Unterrichtsmaterial kam ein von der EAK gemeinsam mit österreichischen Abfallberater:innen entwickelter Schulkoffer zum Einsatz. Er wird seit 2014 an Schulen verwendet und richtet sich an Schüler:innen zwischen acht und 18 Jahren.
Anhand eines zerlegten Smartphones lernen die Kinder unter anderem, welche Rohstoffe in elektronischen Geräten stecken und warum ausgediente Handys nicht im Restmüll oder dauerhaft in Schubladen landen sollten. Thematisiert werden auch Rohstoffknappheit, Recycling und Umweltauswirkungen.
„Mit diesem Schulkoffer werden Schüler:innen von 8 bis 18 Jahren die Themen Recycling, Rohstoffknappheit und Auswirkungen auf die Umwelt anschaulich und spielerisch nähergebracht“, sagt Susanne Karner, Organisatorin seitens der EAK.
1.087 Elektrogeräte gesammelt
Begleitend zu den Projekttagen fand ein Sammelwettbewerb statt. Schüler:innen, Eltern und Pädagog:innen brachten ausgediente Elektrokleingeräte, Akkus und Batterien von zu Hause mit. Insgesamt kamen 1.087 Elektroaltgeräte mit rund 343 Kilogramm zusammen.
Die Aktion soll dabei nicht nur für die korrekte Entsorgung sensibilisieren. Ein wesentliches Thema ist die Rückführung der enthaltenen Materialien in den Rohstoffkreislauf. „Damit haben die Schüler:innen einen wichtigen Beitrag dafür geleistet, dass jede Menge Rohstoffe nicht verloren sind, sondern wieder im Produktzyklus weiterverwendet werden können“, erklärt Karner.
Die erfolgreichsten Klassen erhielten Geldpreise für ihre Klassenkassen.
Forderung nach mehr Umweltbildung
Die Organisatoren verbinden das Projekt auch mit dem Wunsch, Themen wie Recycling und Ressourcenschonung stärker im Schulalltag zu verankern.
„Wir möchten mit diesem Umweltprojekt unsere Schüler:innen auf die Wichtigkeit des richtigen Sammelns von Altgeräten und Altbatterien aufmerksam machen“, sagt Schuldirektorin Andrea Wolf.
Auch Patrick Wolf, Leiter der Bildungsregion Ost, sieht einen Nutzen in der praktischen Vermittlung. Die Schüler:innen hätten gelernt, wie sie sich im Alltag ressourcenschonend verhalten können.
EAK-Vertreterin Karner plädiert dafür, solche Angebote breiter einzusetzen: „Jeder Schüler, jede Schülerin sollte zumindest einmal in der Schulzeit solche Projekttage oder zumindest einen Workshop mit dem Schulkoffer erleben.“
