01/2024 Forschung
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Innovatives Österreich

Westösterreich: Die große AI-Serie zeigt, wo in Österreich intensiv an neuen Ideen, nachhaltigen Systemen und klimagerechten Lösungen für eine bessere Zukunft gearbeitet wird. Und was erforderlich ist, damit daraus global gefragte innovative Produkte und Projekte entstehen.

von: Alfred Bankhamer

Blick in die Zukunft

Die aktuellen Krisen beschäftigten Österreichs Innovationsregionen. Wie sich zeigt, hat sich der intensive Ausbau der Innovationslandschaft, der Aufbau neuer Innovationsplattformen sowie die intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit gelohnt. Westösterreich kann sich am internationalen Markt weiterhin gut behaupten.

Aktuell leiden viele Regionen der Welt unter einem wirtschaftlich stark eingetrübten Umfeld. Das gilt besonders auch für die produzierende Betriebe in Österreich, die noch immer stark unter den hohen Energiepreisen leiden, verursacht durch den Krieg Russlands. Dazu gesellen sich neue Konfliktherde im Nahen Osten, die aktuell für massive Probleme in den Lieferketten sorgen. Besonders in Österreich kommen noch sehr hohe Teuerungsraten gepaart mit einem kräftigen Konjunktureinbruch hinzu. Aber gerade solch herausfordernde Krisenzeiten sind auch die Geburtsstätte für neue Ideen und Wege. Trotz des schwierigen globalen Umfelds arbeiten Österreichs Innovationsregionen, die sich durch hohe Exportraten, internationale Kooperationen und Geschäfte auszeichnen, intensiv daran, sich für die aktuelle Lage zu rüsten und in die Zukunft zu blicken.

Exportstarke Region

So schnellten etwa in Österreichs westlichstem Bundesland, Vorarlberg, die Exporte nach der Corona- Krise im Jahr 2021 gleich auf neue Rekordhöhen. Mit rund 12,6 Milliarden Euro konnte ein Plus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. 2022 waren es rund 13,6 Milliarden Euro. Die größte Exportdynamik weisen im Ländle der Maschinenbau, die Kunststoffindustrie und Metallwarenhersteller auf. In Tirol erhöhte sich das Exportvolumen im Jahr 2022 um 13,5 Prozent auf rund 16,6 Milliarden Euro. „Die Tiroler Exportwirtschaft ist damit weiterhin im Aufwind. Ohne das Engagement und die Innovationskraft der Tiroler Betriebe wäre solch ein Wirtschaftserfolg nicht möglich“, betont Wirtschaftslandesrat Mario Gerber. Und in Salzburg lagen die Exporte bei 13,5 Milliarden Euro, wobei Maschinen- und Maschinenteile den größten Anteil hatten. Im ersten Halbjahr 2023 konnten Salzburg (gleich um 9 Prozent) und Tirol weiter zulegen, während es in Vorarlberg nach den starken Exportjahren nun einen leichten Rückgang gab.

Die Krisenzeiten konnten nicht zuletzt durch intensive F&E-Tätigkeiten überstanden werden. Der Blick in die Zukunft und das Aufspüren neuer Technologietrends und Geschäftschancen stärkt Unternehmen besonders, wenn das Umfeld weniger erfreulich ist.

Hohe Innovationskraft

So liegen in der Bundesländerstatistik in Sachen Exportkraft pro Kopf Vorarlberg (Nummer 2 nach Oberösterreich), Salzburg (Nummer 3) und Tirol (Nummer 4) im Spitzenfeld. Um am internationalen Markt bestehen zu können, sind hierfür starke Partner für die Forschung und Entwicklung sowie die Förderungen von Innovationen durch Bund und Bundesländer wichtig. Die Forschungsstrategien der Bundesländer werden deshalb auch laufend an die neuen Anforderungen angepasst. Zudem wird intensiv in Bildungs- und Forschungseinrichtungen investiert.

KI und Fachkräftemangel

Zu den großen Herausforderungen zählen in Westösterreich nicht nur neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz und die Suche nach dem richtigen Weg in die Klimaneutralität, sondern besonders auch der Fachkräftemangel. Um mehr talentiertes Personal aufzubauen, investiert das Land Vorarlberg beispielsweise 135.000 Euro in die Vorarlberger Ausbildungsmesse i- Messe, die im November 2023 mehr als 15.000 Besucher:innen anlocken konnte. Hier bekamen Jugendliche und Eltern Einblicke in die betriebliche Ausbildung bis hin zu den tertiären Ausbildungsangeboten. „Wir zählen heute sicher zu den Regionen mit den besten Fachkräften. Es muss unser gemeinsames Ziel sein, das auch in Zukunft zu bleiben. Daran arbeiten wir auch künftig gemeinsam“, betont Wirtschaftslandesrat Marco Tittler, der auch das Thema duale Ausbildung stark fördern will.

Elmar Hartmann, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg, betonte kürzlich beim Neujahresempfang der IV Vorarlberg, dass im heurigen Superwahljahr, in dem das EU-Parlament, der Nationalrat, die Arbeiterkammer und auch der Vorarlberger Landtag neu gewählt werden, der richtige Weg für einen chancenreichen Industriestandort eingeschlagen werden müsse. Sonst drohe die Deindustrialisierung, was auch einen Wohlstandsverlust bedeuten würde. „Mehr als 38 Prozent der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger arbeiten in der Industrie und weit mehr profitieren indirekt von ihr. Zudem stammen über 36 Prozent der Vorarlberger Wertschöpfung aus der Industrie. Es ist also entscheidend, dass Vorarlberg in seine Wettbewerbsfähigkeit investiert“, so Hartmann.

Klare Rahmenbedingungen

Die Basis für eine florierende Wirtschaft ist eine dynamische Innovationslandschaft. Investitionen sowohl in Forschung als auch Innovation ermöglichen erst eine nachhaltige sowie klimagerechte Entwicklung und machen Standorte auch konkurrenzfähig, selbst wenn die Lohn- und Produktionskosten höher sind. Wichtig für die Unternehmen ist, dass die Politik entsprechend langfristige und verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Dann wird auch investiert.

Fokus auf Zukunftstechnologien

Soweit zum Superwahljahr. In Sachen Forschung und Entwicklung stehen die Themen Klimaneutralität sowie Digitalisierung samt ihren neuen Chancen derzeit fast überall klar im Vordergrund. Und hier natürlich besonders die KI, die nach dem Hype um ChatGPT viele neue Einsatzmöglichkeiten für die Wirtschaft, Industrie, Medizin und Gesellschaft bietet.

Während sich die ersten KI-Anwendungen bereits etablieren, beschäftigen sich einige Organisationen und Unternehmen bereits mit der nächsten Technologierevolution, dem Quantencomputing und der Quantenverschlüsselung. Erste Pilotprojekte laufen schon, um beispielsweise die Kommunikation zwischen Behörden mittels Quantenverschlüsselung völlig abhörsicher zu machen (mehr dazu ab S. 8). In Sachen Quantenphysik hat sich Innsbruck als globales Forschungszentrum mit der Uni Innsbruck und dem ÖAW Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) sowie ersten Spin-offs längst weltweit etabliert.

Vorarlberg

Doch zuerst zurück ganz in den Westen. „Vorarlberg genießt einen ausgezeichneten Ruf als attraktiver Standort für innovative, wettbewerbsfähige Unternehmen“, sagt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. „In verschiedenen Einrichtungen in Vorarlberg wird zudem Wissenschaft und Forschung auf sehr hohem Niveau betrieben. Unser Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der bestehenden F&E-Einrichtungen zu verbessern und auszubauen, wissenschaftliche Kompetenzen sowie exzellentes Know-how vor Ort zur Verfügung zu stellen und die Forschungsaktivitäten insgesamt zu intensivieren.“ So ist Vorarlberg seit langem sehr stark in Sachen Innovation. Die regionale Patentquote liegt immerhin beim Dreifachen des Durchschnitts der „Hoch entwickelten industrieorientierten Regionen in Europa“ (HIRE49), was Rang 2 in dieser Regionsgruppe nach Stuttgart bedeutet. In Österreich führt Vorarlberg zudem schon lange das Ranking in Sachen Patentanmeldungen an. Und in Sachen Bruttoregionalprodukt je Einwohner:in liegt das Ländle im EU-Industrieranking auf Platz drei (WIFO-Studie 2022).

Forschung an der FH Vorarlberg

Intensiv geforscht wird besonders an den FHV-Forschungszentren (fhv.at) in den Bereichen Energie, Business Informatics, Mikrotechnik und Nutzerzentrierte Technologien sowie Empirische Sozialwissenschaften. Hinzu kommen die zwei FHV-Tochterunternehmen V-Research und Digital Factory Vorarlberg, ein Joint Venture mit dem AIT Austrian Institute of Technology. Hier wird im Forschungszentrum Mikrotechnik etwa gerade das bestehende Raman-Mikroskop zu einem korrelativen Rasterkraft- (AFM), Raman- und Lichtmikroskop aufgerüstet. Damit sind deutlich verbesserte Materialanalysen möglich, um etwa topographische, chemische und optische Eigenschaften von laserstrukturierten Oberflächen oder biomedizinische Proben, Biosensoren und gealterte Materialien zu analysieren.

Ein neues Labor bekommt auch die UCT Research, das interdisziplinäre Forschungszentrum für nutzerzentrierte Technologie an der FHV, das sich mit eXtended Reality (XR)- Technologien beschäftigen wird, um so die Nutzungsmöglichkeiten interaktiver Technologien zur Verschmelzung virtueller Realität und physischer Wirklichkeit zu untersuchen. Weiters kooperiert die FHV mit dem Familienunternehmen Julius Blum, das jährlich mit 400.000 Euro eine Stiftungsprofessur und Forschungsgruppe für Digital Business Transformation unterstützt.

Digital Factory Vorarlberg

Die Digital Factory Vorarlberg (www.vatory.at) hat sich auf die Schwerpunkte Cloud Manufacturing, Künstliche Intelligenz und Data Science, Cybersecurity sowie Funktechnologie und Internet of Things konzentriert, um praxisorientierte Lösungen für und gemeinsam mit der Vorarlberger Wirtschaft zu entwickeln. Das Labor steht zudem für alle Unternehmen offen. Ziel ist es, die Entwicklung, Erprobung und Demonstration von Methoden der digitalen Fertigungsund Fabriksteuerung, Datenanalyse, Mensch-Maschine-Kollaboration und IT-Security in der Produktion zu unterstützen. Mit Partnern werden zahlreiche Projekte wie die Entwicklung von flexiblen, erweiterbaren Datenstrukturen oder die Erstellung von Simulationen (Digitaler Zwilling) für eine effizientere Produktentwicklung umgesetzt. Weiters wird seit Juli 2022 an der Entwicklung von 5G- und Funk-Applikationen gearbeitet.

Kluge Textilien

Bekannt ist Vorarlberg auch für seine Spitzenforschung im Bereich intelligenter Textilien. Im bereits 1982 gegründeten Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck mit Sitz in Dornbirn (www.tccv.eu) wird seit April 2021 im Rahmen der COMET- Initiative „Textile Competence Center Vorarlberg 2 – TCCV2“ geforscht. Für den gesamten Projektzeitraum 2021 bis 2025 sind knapp 4,2 Millionen Euro veranschlagt. Ein besonderer Fokus wird nun auf nachhaltige und innovative Technologien und Produkte gelegt. Dazu zählen zum Beispiel abbaubare Geotextilien und Metall-Textil-Hybride, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige und biologisch abbaubare Fasern für funktionale Textilien, funktionale Textilien für Sport, Arbeitstätigkeit, Hygiene und medizinische Anwendungen sowie textile Strukturen als elektrisch leitfähige Komponenten in E-Textiles, Sensoren und Energiespeicherung.

HSG-Institut Vorarlberg

Intensiv wird in Vorarlberg am Campus V in Dornbirn auch am Aufbau des neuen HSG-Instituts Vorarlberg gearbeitet, einer Forschungskooperation zwischen Vorarlberg und der Universität St. Gallen (HSG). In einem ersten Schritt sind zehn Mitarbeitende (Professor:innen und Dissertant: innen) vorgesehen, die auf dem Gebiet der Computerwissenschaften („Big Data Infrastructures“ und „Embedded Sensing Systems“) Forschungsprojekte mit Praxisbezug und aktiver Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Wirtschaft durchführen.

Tirol

Bei den Zukunftsthemen stehen in Tirol neben der Digitalisierung besonders die bereits erwähnten Quantentechnologien sowie Wasserstoff im Zentrum. Einen wichtigen Schwerpunkt in der Forschungsstrategie nimmt das Thema MINT-Fachkräfte ein. Die Standortagentur Tirol hat hierzu das Projekt „Attraktiver Arbeitsraum“ gestartet und unterstützt Unternehmen dabei, sich mit Student:innen und Absolvent:innen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu vernetzen. Zugleich wird über die Vorzüge des Arbeits- und Lebensraums Tirol informiert.

Zukunftsorientiert ist auch die Teilnahme am EU-Projekt „MountResilience“, für das 16 Millionen Euro zur Verfügung stehen und an dem 47 Partner aus neun europäischen Ländern beteiligt sind. Als eine von mehreren Pilotregionen werden in Tirol innovative Klimawandelanpassungsmaßnahmen für europäische Gebirgsregionen entwickelt, die mit zwei Millionen Euro gefördert werden. Federführend involviert sind neben der Abteilung Landesentwicklung die Standortagentur Tirol, Energieagentur Tirol und Klimabündnis Tirol. Als Gebirgsregion ist Tirol im Bereich Gebirgs- und Gletscherforschung ein wichtiges internationales Forschungszentrum.

Hydrogen Partnership Austria (HyPA)

Eine besondere Stellung hat sich Tirol im Bereich Wasserstoff erarbeitet. So wird die neue nationale Wasserstoffplattforum Hydrogen Partnership Austria, die Ende Juni 2023 auf Beschluss des BMK und BMAW durch Bündelung der beiden Wasserstoffinitiativen Hydrogen Austria sowie H2Austria entstanden ist, von der Standortagentur Tirol gemeinsam mit der Austrian Energy Agency AEA (Österreichische Energieagentur) getragen. Sie bietet u. a. einen laufenden Dialogprozess, um Positionen aus der Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft produktiv in die Gestaltung von Regularien und Fördermechanismen aufzunehmen. Weiters umfasst HyPA einen Cluster für die österreichische Wasserstoffwirtschaft mit rund 80 Mitgliedern.

Ein besonders H2-Projekt ist AMETHyST (A MultipurposE and Transsectorial Hydrogen SupporT for decarbonized alpine Territories), das von der Europäischen Union gefördert wird und an dem sechs Pilotregionen aus fünf europäischen Ländern teilnehmen. Das Ziel ist, die Einführung lokaler grüner Wasserstoff- Ökosysteme in den Alpen zu unterstützen. Dabei werden verschiedene H2-Anwendungen in einem geografischen Gebiet kombiniert. Aktuell wird auch an einer Online- Wissensplattform gearbeitet, die eine Übersicht bestehender und geplanter Wasserstoff-Projekte in den Alpen bietet.

Circular Hub Tirol

Eine der Strategien des Landes nennt sich „TIROL 2050 energieautonom“. Um sie umsetzen zu können, wurde die Plattform Klima, Energie & Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen. Dabei will die Standortagentur Tirol Unternehmen auf ihrem Weg zur Kreislaufwirtschaft mit dem kürzlich gegründeten Circular Hub Tirol unterstützen. Dazu dienen Workshop-Programme, Einstiegsberatungen, Informationen zu aktuellen Entwicklungen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Vernetzungsmöglichkeiten. Insbesondere geht es darum, Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in die Produkte und Geschäftsmodelle zu integrieren. Der Circular Hub Tirol kooperiert mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Interessenvertretungen, Organisationen und Regionalmanagements. Stark sind in Tirol auch in den Lebenswissenschaften (Cluster Life Science Tirol) mit drei Universitäten, zwei Fachhochschulen und innovativen Unternehmen aufgestellt.

Salzburg

Salzburg hat sich in den letzten Jahren besonders als Veranstaltungsort hochkarätiger Konferenzen hervorgetan. Darunter etwa die salz21, die seit 2021 als neues Technologie- und Innovationsforum von der Messe Salzburg veranstaltet wird und schon zahlreiche internationale Größen, wie etwa David Hanson von Hanson Robotics, hochkarätige Vertreter:innen der Forschungscommunity, zahlreiche Start-ups und natürlich auch die Politik nach Salzburg lockt. In Summe kamen 2023 über 2.000 Gäste. Heuer findet die salz21 vom 6. bis 7. März statt. Der Fokus liegt auf Zukunftsthemen wie Artificial Intelligence, New Mobility, Life Science, Tourism & Culture, Educational Technology und Talents. Geboten werden zahlreiche Events, Vorträge und Workshops, die besonders auch zur Vernetzung dienen.

Als nächste Innovationsveranstaltung findet in Salzburg am 7. Mai der EdTech Summit für den Bildungsbereich statt. Und vom 24. bis 26. Juli folgt dann der Salzburg Summit 2024, organisiert von der Industriellenvereinigung, unter dem Motto „Unlocking Europe‘s Potential“. Auch heuer werden wieder zahlreiche internationale Größen aus Europa und der Welt präsent sein, um sich besonders mit der ökonomischen und technologischen Transformation zu beschäftigen – darunter etwa auch der Physiknobelpreisträger Anton Zeilinger, Sim Ann, Senior Minister of State Ministry of Foreign Affairs Singapore, Borge Brende, Präsident World Economic Forum sowie zahlreiche weitere renommierte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft & Wirtschaft. Die Patronanz hat EUKommissar Johannes Hahn übernommen.

Stärkefelder

Innovation bedeutet laufende Veränderung, die auch entsprechend gefördert werden sollte, wenn man vorne dabei sein will. So hat das Land Salzburg jüngst seine Forschungsstrategien nachgeschärft. Im Rahmen der „alten“ WISS 2025 (Wissenschaftsund Innovationsstrategie Salzburg) wurden seit 2016 mehr als 200 Umsetzungsprojekte durchgeführt. Dazu flossen über 168 Millionen Euro in die Salzburger Forschungs- und Innovationslandschaft.

Im Vorjahr waren die Highlights der Zuschlag für das neue, von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft und der Universität Salzburg geleitete COMET-Projekt „DiMo- NEXT – Next Level of Digital Motion in Sports, Fitness and Well-being“ mit zahlreichen internationalen Partnern aus Forschung und Wirtschaft sowie die Eröffnung des I3-Labs (Intelligent Interfaces Innovation Lab), ein gemeinsames Projekt vom AIT und der Universität Salzburg PLUS.

Strategie- und Forschungsförderungs- Update

Die Salz 21 wird vom Land auch dazu genutzt, am 6. März 2024 das Update der WISS 2030, des IKT-Masterplans und des neuen Life-Sciences-Masterplans zu präsentieren. Zugleich wird die neue Forschungsförderung des Landes Salzburg vorgestellt. Damit können Forschungsprojekte leichter gestartet und erfolgreiche bestehende fortgeführt werden.

Das gilt auch für das große Salzburger Leitforschungsprojekt ExDigit, beheimatet an der Universität Salzburg, das 2024 seinen Vollausbau erreichen soll. Mit zehn Millionen Euro ist es die größte Forschungseinzelförderung des Landes, mit dem ein klares Zeichen in Sachen Digitalisierung gesetzt wird. In Summe entstehen dadurch sieben Professuren sowie ein knapp 20-köpfiges Forscher:innenteam. Mit an Bord ist eine neue Cybersicherheitsprofessur als Brückenstelle zwischen Fachhochschule und Universität Salzburg. An der FH Salzburg werden zudem ab dem Studienjahr 24/25 gleich vier neue Masterstudiengänge (Cyber Security, AI for Sustainable Technologies, Industrial Informatics & Robotics und Real-time Art & Visual Effects) angeboten. Am Programm steht heuer in Salzburg ab der zweiten Jahreshälfte auch der nächste Call von Startup Salzburg und AplusB. Damit geht das erfolgreiche Start-up-Inkubationsprogramm Factory bereits in seine neunte Runde.

Verkehr und Logistik

Neben der Verlängerung des COMET- Projekts Digital Motion laufen in Salzburg zahlreiche weitere spannende Projekte im Bereich Verkehr, Logistik und Co. Darunter etwa die Entwicklung eines LiDAR-basierten Verkehrsbeobachtungssystem, um allen Verkehrsteilnehmer:innen mehr Sicherheit zu bieten. Es wird aktuell an einer komplexen Straßenkreuzung in der Stadt Salzburg getestet – darüber hat Austria Innovativ bereits berichtet. In einem weiteren Projekt von Salzburg Research geht es um eine nachhaltige und inklusive Logistik in Stadtrandgebieten. Das Ziel ist, sich dem Ideal der 15-Minuten- Stadt anzunähern.

Ein weiteres sehr heißes Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem Hitzestresstest für Feuerwehrleute. Allein in den USA sterben jährlich rund 50 Feuerwehrleute an den Folgen von Überlastung, die im und durch einen Einsatz auftraten. So können steigende Temperaturen im Feuerwehranzug zu einem „Kipppunkt“ führen, bei dem Feuerwehrleute kollabieren.

Smarte Textilien und KI-Systeme dienen deshalb nun für das Monitoring des Wohlbefindens und für Warnmeldungen. Bei den Tests werden die Proband:innen in voller Feuerwehrausrüstung hart geprüft. Zuerst geht es eine halbe Stunde in die Sauna, um anschließend zweimal 20 Minuten lang mit Anzug, Helm und Flasche am Laufband zu trainieren. Das erhöht die Körperkerntemperatur beträchtlich.

Die textile Sensorik misst den Schweißaustritt, die relative Luftfeuchtigkeit, Temperatur und einiges mehr, um einen kritischen Zustand eruieren zu können. Dazwischen werden kognitive Tests durchgeführt, um den Zustand zu prüfen. So können künftig auch viele Leben bei der Feuerwehr selbst gerettet werden.

Lesen Sie diesen Artikel ab Seite 28 der aktuellen Ausgabe 1-24 oder am Austria Kiosk!


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