Besonders gefragt ist weiterhin Photovoltaik. | © Unsplash/Mariana Proenca
Trotz anhaltender Teuerung bleibt die Zustimmung zur Energie- und Mobilitätswende in Österreich hoch. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Studie der Universität Graz, Deloitte Österreich und Wien Energie hervor. Mehr als zwei Drittel der Befragten befürworten erneuerbare Energieprojekte auch in ihrer unmittelbaren Umgebung.
Rund 1.000 Personen wurden für die Untersuchung befragt. Die Ergebnisse deuten auf eine stabile gesellschaftliche Verankerung der Energiewende hin – auch wenn die Zustimmung im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging.
„Die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten hält sich laut unserer Umfrage weiterhin auf hohem Niveau – trotz Teuerung und Kostendruck“, erklärt Nina Hampl, Studienautorin und Professorin an der Universität Graz. Gerade angesichts globaler Krisen sei das „ein wichtiges Signal für die langfristige Verankerung der Energiewende in der österreichischen Bevölkerung“.
Photovoltaik bleibt Spitzenreiter
Besonders gefragt ist weiterhin Photovoltaik. Fast ein Drittel der Befragten hat bereits eine PV-Anlage am eigenen Gebäude installiert. Entscheidende Motive sind erwartete Kosteneinsparungen (69 Prozent), Umweltaspekte (34 Prozent) sowie Förderungen (34 Prozent).
Auffällig ist der starke Trend zu Stromspeichern: 2025 wurde laut Studie ein Rekordhoch bei privaten Batteriespeichern verzeichnet. Fast die Hälfte der PV-Besitzer verfügt mittlerweile über eine eigene Speicherlösung.
„Neben großen Batteriespeichern der Energiewirtschaft setzen auch immer mehr Österreicherinnen und Österreicher auf Speicher bei ihrem eigenen Zuhause – das Jahr 2025 brachte ein Rekordhoch bei installierten Stromspeichern im privaten Bereich“, sagt Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie. Hintergrund sei die zunehmende zeitliche Entkoppelung von Stromproduktion und -verbrauch.
Energiesparen aus Kostengründen
Die Studie zeigt zudem, dass Energiesparen vor allem ökonomisch motiviert ist. Immer mehr Haushalte investieren in strukturelle Maßnahmen wie Heizungsmodernisierung oder Gebäudesanierung – trotz hoher Anfangskosten. Das Ziel: langfristige Kostensenkung.
Auch gemeinschaftliche Modelle gewinnen an Bedeutung. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt Interesse an Bürgerbeteiligungsprojekten, 15 Prozent sind bereits Teil einer Energiegemeinschaft oder haben eine gegründet. „Die Österreicherinnen und Österreicher beschäftigen sich immer mehr mit langfristigen Lösungen im Energiebereich und ziehen weiter auch gemeinschaftliche Modelle in Betracht“, so Gruber.
Trendwende bei E-Autos
Im Mobilitätssektor zeichnet sich eine Trendwende ab: Nach einem Tiefpunkt im Vorjahr steigt das Interesse an Elektroautos wieder. Hauptargument sind niedrigere Betriebskosten (67 Prozent), gefolgt von Klimaschutzaspekten (60 Prozent). Förderungen spielen eine geringere Rolle als in früheren Jahren.
„Förderungen allein setzen den Markt nicht nachhaltig in Bewegung – es braucht vor allem leistbare E-Fahrzeuge“, betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. Für eine dauerhafte Trendumkehr seien „wettbewerbsfähige Preise und ein attraktives Angebot an Fahrzeugen im unteren und mittleren Preissegment“ entscheidend.
Zugleich sieht die Bevölkerung die Politik in der Pflicht: Fast die Hälfte der Befragten fordert eine Beschleunigung gesetzlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz.
Die Studie zeigt damit ein differenziertes Bild: Wirtschaftliche Überlegungen dominieren, doch die grundsätzliche Bereitschaft zur Transformation bleibt hoch. Entscheidend wird sein, ob Politik und Marktbedingungen diesen Rückenwind nutzen können.
