Im Zentrum des Programms steht die neue Dauerausstellung „Wissenschaft im Wandel“. | © Technisches Museum Wien
Das Technische Museum Wien (TMW) setzt 2026 einen Schwerpunkt auf Wissenschaftskommunikation. Neue Ausstellungen, Forschungsprojekte und Kooperationen sollen wissenschaftliche und technologische Zusammenhänge für ein breites Publikum verständlich und erlebbar machen.
Der steigende Zuspruch bestätigt diese Strategie: Mit knapp 498.000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2025 und einem Rekordmonat im Dezember unterstreicht das Museum das wachsende Interesse an verständlich vermittelter Wissenschaft.
Neue Dauerausstellung zeigt, wie Wissen entsteht
Im Zentrum des Programms steht die neue Dauerausstellung „Wissenschaft im Wandel“, die auf rund 800 Quadratmetern verschiedene Bereiche moderner Forschung beleuchtet.
Neun Themenfelder – darunter Quantenphysik, Astronomie und Gehirnforschung – zeigen anhand interaktiver Stationen und Sammlungsobjekte, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen und sich weiterentwickeln. Ziel ist es, nicht nur naturwissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, sondern auch die Prozesse hinter Forschung nachvollziehbar zu machen.
Museum baut eigene Forschung weiter aus
Parallel dazu intensiviert das Museum seine eigenen Forschungsaktivitäten. Ein Beispiel ist das vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) geförderte Projekt „[Re]Framing Colonial Infrastructures“.
Das mehrjährige Forschungsprojekt untersuchte die Beteiligung österreichischer Ingenieure und Unternehmen an kolonialen Infrastrukturprojekten in Ägypten, Namibia, Brasilien und Indien. Die Ergebnisse werden künftig über eine Online-Ausstellung und ein digitales Rechercheportal öffentlich zugänglich gemacht, das auch Forschenden Zugriff auf die entsprechenden Sammlungsbestände ermöglicht.
Europäische Kooperationen für Sonderausstellungen
Auch international baut das TMW seine Zusammenarbeit aus. Gemeinsam mit der DASA Arbeitswelt in Dortmund und dem Parque de las Ciencias in Granada entsteht ein neuer Ausstellungszyklus.
Den Auftakt macht 2026 die Ausstellung „Textil und Technik“, die zeigt, wie eng textile Produktion und technologische Entwicklungen miteinander verbunden sind. Das Konzept sieht vor, dass die Ausstellungen anschließend zwischen den beteiligten Museen wandern und so mehrfach gezeigt werden.
Innovation Corner zeigt Energieprojekte
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf technologischen Innovationen aus Österreich.
Im Innovation Corner, der gemeinsam mit dem Energieunternehmen Verbund gestaltet wird, werden ab Februar 2026 Projekte vorgestellt, die in Kooperation mit Start-ups entstanden sind. Im Fokus stehen Lösungen für eine nachhaltige Stromversorgung.
ESC-Programm verbindet Musik und Technik
Anlässlich des Eurovision Song Contest 2026 in Wien plant das Museum ein Sonderprogramm rund um Musiktechnologie. Besucherinnen und Besucher können unter anderem historische Beiträge des Wettbewerbs erkunden, an einem ESC-Quiz teilnehmen oder in Workshops erste Schritte in der Musikproduktion ausprobieren.
Digitalisierung und neue Sammlungsbereiche
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erhaltung digitaler Kulturgüter. Seit Herbst 2025 arbeitet das Museum mit der Universität für angewandte Kunst Wien zusammen. Studierende erhalten dort praktische Einblicke in Digital Preservation, also Methoden zur langfristigen Sicherung digitaler Inhalte.
Wechsel in der Geschäftsführung
Auch organisatorisch steht eine Veränderung bevor: Karin Skarek, bisher wirtschaftliche Geschäftsführerin des Museums, wechselt nach neun Jahren an das Mozarteum Salzburg, wo sie künftig als Vizerektorin für Ressourcen tätig sein wird.
Ihre Nachfolge übernimmt ab 1. Mai 2026 Friedrun Schwanzer, derzeit kaufmännische Leiterin des Museums der Moderne Salzburg.
Mit den neuen Ausstellungen, Forschungsprojekten und Kooperationen will das Technische Museum Wien seine Rolle als zentrale Institution für Wissenschaftskommunikation weiter ausbauen.
