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Längst hat sich gezeigt, dass Diversität Unternehmen aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven aus den individuellen Lebens- und Berufserfahrungen der Mitarbeitenden erfolgreicher macht. Doch damit dieses Potenzial für Innovation auch ausgeschöpft werden kann, muss mehr passieren, als diverse Teams zu gründen: Unterschiedliche Menschen müssen unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten erhalten.
Eine aktuelle PwC-Studie bestätigt, dass Mitarbeitende je nach Lebensphase unterschiedliche Bedürfnisse bezüglich Arbeitsfähigkeit, Belastung, Entwicklung und Vereinbarkeit haben und dass Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit steigen, wenn diese Bedürfnisse berücksichtigt werden. Aus meiner Sicht wird das bei der Entwicklung unterschätzt: Auch beim Lernen gibt es nicht den „Standardmitarbeitenden“. Berufseinsteiger: innen haben andere Entwicklungsziele als erfahrene Führungskräfte. Wer nach Karenz oder Auszeit wieder einsteigt, braucht andere Angebote als jemand, der sich auf die nächste Managementebene vorbereitet. Wer Betreuungspflichten übernimmt, benötigt andere zeitliche und örtliche Rahmenbedingungen als jemand, der sich gerade vollständig auf seine berufliche Entwicklung konzentrieren kann.
Weiterbildung nach dem Gießkannenprinzip
Trotzdem wird Weiterbildung in Unternehmen häufig noch nach dem Gießkannenprinzip organisiert: Ein internes Seminar zu einem bestimmten Thema wird angeboten und alle, für die das Thema irgendwie relevant sein könnte, nehmen teil. Das ist organisatorisch einfach, schöpft das Potenzial einer diversen Belegschaft aber nicht aus. Bei der Wahl der Kurse sollten demnach nicht nur die Inhalte entscheidend sein, sondern auch, ob der jeweilige Kurs zur beruflichen Ebene, den individuellen Entwicklungszielen und der jeweiligen Lebenssituation passt.
Es geht darum, unterschiedliche Lernwege zu ermöglichen: Teilnahme in Präsenz, online oder hybrid, kompakte Formate oder längere Lehrgänge, fachliche Spezialisierung oder persönliche Entwicklung, Lernen in der Gruppe oder individuell steuerbares Lernen. Öffentliche Seminare machen das möglich: Mitarbeitende wählen selbst das Format und den Termin, der zu ihrer Situation passt. So setzt jede:r das lebenslange Lernen für sich um. Zeitgleich wird der Austausch mit Personen verschiedener Branchen zum Vielfältigkeitsturbo.
Weiterbildung für mehr Resilienz
Vor dem Hintergrund der rasanten technologischen Entwicklung kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, der die hohe Bedeutung der individuellen Weiterbildung unterstreicht: Sie stärkt das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit – je passender die Fortbildung, desto größer der Effekt. Eine aktuelle, von uns beauftragte, repräsentative TQS-Umfrage zeigt, dass eine große Mehrheit der Befragten lebenslanges Lernen und regelmäßige Weiterbildung mit mehr Sicherheit im Berufsleben verbindet. Wer sicher ist, neue Anforderungen lernen und bewältigen zu können, begegnet Veränderungen eher mit Zuversicht als mit Angst.
Gerade in Zeiten von KI ist das entscheidend. Unternehmen können ihren Mitarbeitenden nicht versprechen, dass sich ihre Arbeitswelt nicht verändern wird. Sie können ihnen aber die Möglichkeit geben, sich ihre Weiterbildung selbst auszuwählen und so handlungsfähig zu bleiben und darüber hinaus, weiter zur Innovation beizutragen.
