Der Batteriespeicher bündelt die einzelnen Module in einem Container und steuert sie über ein Batterie-Management-System. | © Wien Energie/Max Kropitz
Wien Energie hat in Wien den größten Second-Life-Batteriespeicher Österreichs in Betrieb genommen. Die Anlage mit einer Leistung von einem Megawatt und einer Speicherkapazität von vier Megawattstunden nutzt rund 400 Batteriemodule aus E-Autos, um überschüssigen Solarstrom der Photovoltaikanlage Rosiwalgasse zwischenzuspeichern.
Mit dem Projekt verbindet das Energieunternehmen den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Derzeit kommen Batteriemodule aus Überschussbeständen zum Einsatz. Perspektivisch sollen auch gebrauchte Fahrzeugbatterien nach ihrem Einsatz im E-Auto als stationäre Energiespeicher weiterverwendet werden.
Zweites Leben für E-Auto-Batterien
Der Batteriespeicher bündelt die einzelnen Module in einem Container und steuert sie über ein Batterie-Management-System. Überschüssiger Strom aus der benachbarten Photovoltaikanlage wird gespeichert und bei Bedarf wieder ins Stromnetz eingespeist.
Die Freiflächenanlage in der Rosiwalgasse umfasst rund 4.000 Solarmodule auf einer Fläche von etwa zwei Fußballfeldern und erzeugt jährlich genug Strom für rund 400 Wiener Durchschnittshaushalte.
„Mit Österreichs größtem Second-Life-Batteriespeicher treiben wir die regionale Speicherung von Ökostrom in der Stadt weiter voran und setzen zugleich ein starkes Zeichen für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Noch funktionsfähige E-Fahrzeug-Batterien erhalten als leistungsfähiger Energiespeicher ein zweites Leben“, sagt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie.
Ressourcen schonen und Lebensdauer verlängern
Second-Life-Batterien verfügen nach ihrem Einsatz im Fahrzeug häufig noch über ausreichend Speicherkapazität für stationäre Anwendungen. Durch ihre Weiterverwendung können wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel länger genutzt werden. Laut Wien Energie lässt sich die Lebensdauer der Batteriemodule dadurch um weitere zehn bis zwölf Jahre verlängern.
Der neue Speicher entstand aus einer unternehmensinternen Innovations-Challenge. Planung, Betrieb und Vermarktung erfolgen durch Wien Energie. Unterstützt wurde das Projekt vom Wiener Stadtwerke Zukunftsfonds sowie vom Klima- und Energiefonds.
Ausbau der Speicherkapazitäten geht weiter
Mit dem wachsenden Anteil von Wind- und Solarenergie gewinnen Batteriespeicher zunehmend an Bedeutung für die Stabilität des Stromnetzes. Wien Energie baut seine Speicherkapazitäten daher weiter aus. Der derzeit größte elektrochemische Speicher des Unternehmens befindet sich bei der Photovoltaikanlage Schafflerhofstraße im 22. Wiener Gemeindebezirk und verfügt über fünf Megawatt Leistung sowie zwölf Megawattstunden Speicherkapazität. Bis Ende des Jahres sollen weitere Großspeicher mit insgesamt 25 Megawatt Leistung und 50 Megawattstunden Kapazität folgen.
