Das Kraftwerk ist Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“. | © Wiener Wasser/Zinner
Die Stadt Wien erweitert ihre Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien: Im Juni 2026 geht beim Wasserbehälter Hungerberg in Döbling das 17. Trinkwasserkraftwerk der Stadt in Betrieb. Die Anlage nutzt die natürlichen Höhenunterschiede entlang der Hochquellleitungen und produziert Strom für rund 700 Haushalte.
Strom aus der bestehenden Wasserinfrastruktur
Das Kraftwerk ist Teil der Strategie „Wiener Wasser 2050“, mit der die Stadt neben der Trinkwasserversorgung auch ihre Klimaschutzmaßnahmen ausbauen will. Bereits heute erzeugen die Wiener Trinkwasserkraftwerke nach Angaben der Stadt so viel Strom, dass damit der Bedarf einer Stadt mit rund 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gedeckt werden könnte.
„Wien treibt die Energiewende voran, um bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu nutzen wir jede erneuerbare Energiequelle, auch das Wiener Hochquellwasser“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Das Wasser fließe aus den Alpen im freien Gefälle nach Wien, wodurch sich die vorhandenen Höhenunterschiede zur Stromerzeugung nutzen ließen.
Ökostrom für rund 700 Haushalte
Die neue Anlage in Döbling besteht aus vier Pumpen, die als Turbinen eingesetzt werden. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Nach Angaben der Stadt reicht die Leistung aus, um rund 700 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Gleichzeitig kann das System bei Bedarf als Pumpwerk genutzt werden, um die Wasserversorgung auch bei Wartungsarbeiten an den Hochquellleitungen sicherzustellen. In diesem Fall wird Trinkwasser in höher gelegene Wasserbehälter gepumpt.
Weitere Kraftwerke in Planung
Die Stadt prüft bereits zusätzliche Standorte für Trinkwasserkraftwerke. Unter anderem wird ein Projekt beim Wasserbehälter Rosenhügel vorbereitet. Mit dem Ausbau will Wien die Nutzung bestehender Infrastruktur für die Energiegewinnung weiter vorantreiben.
Ausbau von Photovoltaik auf Wasserbehältern
Neben der Wasserkraft setzt Wiener Wasser zunehmend auf Photovoltaik. Nach Anlagen in Unterlaa, Moosbrunn und am Buchberg soll bis Ende 2026 eine weitere Photovoltaikanlage auf dem Wasserbehälter Schafberg in Hernals errichtet werden.
„Die Produktion von klimafreundlichem Strom hat bei Wiener Wasser eine lange Tradition“, sagt Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier. „Wir ruhen uns auf den bestehenden Anlagen aber nicht aus, sondern bauen unseren Beitrag zu klimafreundlichem Strom kontinuierlich aus.“
