Im Mittelpunkt der Initiative stehen konkrete Sanierungs- und Heizungsprojekte. | © UIV Urban Innovation Vienna
Die Wiener Initiative „100 Projekte Raus aus Gas“ zählt zu den Finalisten der European Sustainable Energy Awards (EUSEW) 2026. Das Projekt der Stadt Wien wurde in der Kategorie „Local Energy Action“ nominiert und soll zeigen, wie der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf erneuerbare Energie in Städten gelingen kann.
Die Initiative verfolgt das Ziel, die Wärmeversorgung Wiens bis 2040 vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Sanierungs- und Heizungsprojekte, deren Erfahrungen systematisch ausgewertet und für weitere Gebäude nutzbar gemacht werden. Die Siegerinitiative wird per Online-Abstimmung ermittelt, die Preisverleihung findet am 9. Juni in Brüssel statt.
Mehr als 1.000 Gasheizungen ersetzt
Laut Projektangaben wurden innerhalb von zwei Jahren bereits 1.030 Gasheizungen durch erneuerbare Systeme ersetzt. Insgesamt konnten bis Ende 2025 rund 1.861 Wohnungen auf klimafreundliche Heizlösungen umgestellt werden. Dadurch würden jährlich mehr als 2.300 Tonnen CO₂ eingespart.
Zu den Projekten zählt unter anderem das denkmalgeschützte KunstHausWien, das als „grünes Museum“ auf erneuerbare Wärmeversorgung umgestellt wurde. Unterstützt werden Eigentümer:innen und Bauträger etwa bei Fragen zu Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie oder Fördermöglichkeiten.
„Unser Ansatz besteht darin, praktische Lösungswege für verschiedene Ausgangssituationen in Wien aufzuzeigen“, erklärt Projektleiterin Petra Schöfmann von Urban Innovation Vienna. Einzelne Projekte würden so zu „übertragbarem Wissen“ für weitere Gebäudeumstellungen werden.
Fokus auf rechtliche und soziale Hürden
Ein Schwerpunkt der Initiative liegt laut Stadt Wien nicht nur auf technischer Umsetzung, sondern auch auf rechtlichen und organisatorischen Fragen – etwa in Mehrparteienhäusern. Erkenntnisse aus den Projekten werden deshalb in Checklisten, Vorlagen und Entscheidungshilfen für Verwaltung und Immobilienwirtschaft aufbereitet.
„Sie vereint technische Lösungen, soziale Einbindung bis hin zur praktischen und rechtlichen Umsetzung“, sagt Stefan Sattler von der Wiener Energieplanung. Damit habe das Projekt „wichtige Impulse gesetzt und das notwendige Vertrauen aufgebaut“.
Modell für europäische Städte
Die Stadt Wien sieht die Initiative auch als Modell für andere europäische Städte. Der Wärme- und Kältesektor verursache rund die Hälfte des Energieverbrauchs in der EU, gleichzeitig lag der Anteil erneuerbarer Energie in diesem Bereich 2024 laut Projektunterlagen erst bei 26,7 Prozent.
Neben Wien sind Projekte aus Spanien und Bulgarien für den EUSEW Award nominiert. Die European Sustainable Energy Awards werden jährlich von der Europäischen Kommission vergeben und zeichnen Projekte aus, die Europas Energiewende vorantreiben.
Das Siegerprojekt wird per Online-Voting gewählt. Abstimmung bis 31. Mai unter: European Sustainable Energy Awards.
