Auch die Wirksamkeit von Medikamenten wird von einer Mehrheit anerkannt. | © Unsplash/Laurynas Me
Trotz wachsender Wissenschaftsskepsis in vielen Ländern bleibt das Vertrauen in Forschung und Medizin in Österreich hoch. Das zeigt der aktuelle Austrian Health Report, durchgeführt vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag von Sandoz. Im Sommer 2025 wurden 1.004 Personen repräsentativ befragt.
Demnach glauben 78 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an den Fortschritt der medizinischen Wissenschaft. 68 Prozent sind überzeugt, dass Forschung der Gesellschaft mehr nützt als schadet.
Bildung und Alter als Schlüsselfaktoren
Die Studie zeigt deutliche Unterschiede nach Bildungsgrad und Alter. Während 75 Prozent der Befragten ohne Matura Vertrauen in die medizinische Wissenschaft haben, sind es bei Personen mit Matura oder höherem Abschluss 86 Prozent. Besonders hoch ist das Vertrauen bei den über 60-Jährigen: 85 Prozent dieser Altersgruppe stehen der Wissenschaft positiv gegenüber. Am skeptischsten sind die 30- bis 44-Jährigen mit 74 Prozent Zustimmung.
Geschlechtsspezifisch fällt die Differenz geringer aus: 81 Prozent der Männer, aber 76 Prozent der Frauen geben an, der Wissenschaft zu vertrauen.
Marco Pucci, Country President Sandoz Österreich, ordnet die Ergebnisse ein:
„Der Austrian Health Report zeigt, dass sich die österreichische Bevölkerung nach wie vor auf die Arbeit der Wissenschaft in der Gesundheitsversorgung verlässt und ihr großes Vertrauen schenkt.“ Vertrauen sei entscheidend, damit wissenschaftliche Errungenschaften ihre Wirkung entfalten können – „das gilt auch beim Einsatz lebenswichtiger Medikamente.“
Vertrauen in Medikamente – mit Vorbehalten
Auch die Wirksamkeit von Medikamenten wird von einer Mehrheit anerkannt: 77 Prozent der Befragten äußern hier Vertrauen. Wieder zeigen sich Unterschiede nach Bildung und Alter: 83 Prozent der Personen mit Matura vertrauen Medikamenten, bei Befragten ohne Matura sind es 74 Prozent. In der Altersgruppe 60+ liegt der Wert bei 85 Prozent, bei den 16- bis 29-Jährigen bei 70 Prozent.
Gleichzeitig bleibt eine gewisse Skepsis bestehen: 48 Prozent sind der Ansicht, Medikamente würden oft zu schnell verschrieben, 45 Prozent sorgen sich um mögliche Nebenwirkungen.
Ein weiteres Detail: 34 Prozent der Befragten geben an, generell wenig von Wissenschaft zu verstehen. 22 Prozent finden, man verlasse sich zu sehr auf Wissenschaft und zu wenig auf den Glauben.
Vertrauensbasis trotz Debatten
Der Austrian Health Report wird seit 2022 jährlich veröffentlicht. Vor dem Hintergrund von Pandemie, Desinformation und gesellschaftlichen Debatten zeigt die aktuelle Ausgabe: Die Wissenschaft genießt in Österreich weiterhin breite Zustimmung – auch wenn das Vertrauen nicht gleichmäßig verteilt ist.
Für Politik, Gesundheitswesen und Forschung bedeutet das: Die Basis ist stabil, doch Informationsarbeit und Transparenz bleiben zentrale Aufgaben, um Vertrauen langfristig zu sichern.
