Tieto und die BUAK sind für die BauID mit dem eAward 2026 ausgezeichnet worden. | © Barbara Krobath
Tieto und die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) sind für die BauID mit dem eAward 2026 in der Kategorie „Zukunftstechnologien“ ausgezeichnet worden. Das digitale Identitätssystem soll Beschäftigungsverhältnisse auf österreichischen Baustellen leichter überprüfbar machen und damit Lohn- und Sozialdumping entgegenwirken.
Die BauID verknüpft eine fälschungssichere Identitätskarte mit einem digitalen Kontrollsystem. Wird die Karte auf einer Baustelle gescannt, lässt sich in Echtzeit überprüfen, ob eine Person ordnungsgemäß als beschäftigt gemeldet ist. Entwickelt und umgesetzt wurde die Lösung von Tieto gemeinsam mit der BUAK.
BauID mittlerweile gesetzlich verankert
Zusätzliche Bedeutung erhält das Projekt durch die gesetzliche Verankerung der BauID. Der Nationalrat beschloss die Neustrukturierung im Juli 2026 einstimmig. Über eine Novelle des Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetzes (BUAG) wurde das System als Instrument gegen Lohn- und Sozialdumping verankert.
Damit soll insbesondere die Kontrolle auf Baustellen mit zahlreichen beteiligten Unternehmen und international zusammengesetzten Teams vereinfacht werden. Gleichzeitig sollen korrekt angemeldete und versicherte Beschäftigte geschützt und Wettbewerbsverzerrungen durch nicht ordnungsgemäße Beschäftigung reduziert werden.
„Das spornt uns an, vor allem jene Digitalisierung in Österreich voranzutreiben, die einen nachhaltigen Mehrwert bringt – im Falle der BauID mehr Fairness und Transparenz auf der Baustelle und weniger Sozialbetrug und Lohndumping“, sagt Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Austria und Head of Tieto Tech Consulting Central Europe.
Digitalisierung der Baustellenkontrolle
Die BauID setzt damit an einem Problem an, das die österreichische Bauwirtschaft seit Jahrzehnten beschäftigt. Bereits die Gründung der BUAK im Jahr 1946 sollte dazu beitragen, die Ansprüche von Bauarbeiter trotz saisonaler Beschäftigung, wechselnder Baustellen und unterschiedlicher Arbeitgeber zu sichern.
Mit komplexeren Unternehmensstrukturen, internationalen Beschäftigungsverhältnissen und umfangreicheren regulatorischen Vorgaben ist auch der Kontrollaufwand gestiegen. Das digitale Identitätsmanagement soll diese Prozesse vereinfachen und Beschäftigungsinformationen unmittelbar auf der Baustelle verfügbar machen.
Auszeichnung in Kategorie „Zukunftstechnologien“
Der vom Report Verlag vergebene eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus Wirtschaft und Verwaltung aus. Die Jury begründete die Auszeichnung unter anderem damit, dass die BauID „für Beschäftigte unfassbar wichtig“ sei und „für faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche“ sorge.
Für Tieto ist es die dritte Auszeichnung mit dem eAward. Das Unternehmen wurde bereits 2022 und 2023 für Projekte aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz prämiert.
