Professor:en und Studierende des PLFDoc-Teams. | © FH OÖ
Mit mehr als 550 laufenden Projekten und einem Drittmittelvolumen von über 34 Millionen Euro zählt die FH Oberösterreich zu den forschungsstärksten Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum. Beim diesjährigen FH-Forschungsforum in Graz rückt die Hochschule zwei aktuelle Großprojekte in den Fokus – eines im Bereich Künstliche Intelligenz, das andere in der digitalen Nutztierhaltung.
KI soll sich künftig selbst trainieren
Ein zentrales Projekt beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung von KI-Systemen auf sogenannten Edge-Geräten, also dezentralen Microcomputern. Ziel ist es, dass Systeme wie Roboter ihre Trainingsprozesse eigenständig starten und sich während des Betriebs an neue Bedingungen anpassen können.
„Die wissenschaftliche Arbeit zu den KI-Trainingsprozessen erfolgt in einem eigenen Josef-Ressel-Zentrum (JRZ), welches die Spitze der Angewandten Forschung an österreichischen FHs markiert“, erklärt FH-Prof. Michael Rabl, Präsident der FH Oberösterreich.
Das Projekt wird am Campus Hagenberg umgesetzt und in Kooperation mit den Unternehmen Fronius International und Danube Dynamics Embedded Solutions betrieben. Anwendungen reichen von optimierten Energieflüssen bei Wechselrichtern bis hin zu lernfähigen Robotern in der industriellen Fertigung.
Das Josef-Ressel-Zentrum ist auf fünf Jahre angelegt und mit 1,2 Millionen Euro dotiert.
Digitale Technologien für mehr Tierwohl
Parallel dazu arbeitet die FH Oberösterreich gemeinsam mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der TU Wien an digitalen Lösungen für die Nutztierhaltung. Im Rahmen des Doktoratsprogramms „PLFDoc – Precision Livestock Farming“ werden Technologien entwickelt, die Tiergesundheit und Management verbessern sollen.
Im Fokus stehen unter anderem Systeme zur Überwachung von Geburten bei Rindern und Schweinen. Dabei kommen Methoden der erklärbaren Künstlichen Intelligenz sowie Bild- und Videoanalyse zum Einsatz.
Das Ziel: landwirtschaftliche Prozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig das Tierwohl zu erhöhen.
Starke Position in der angewandten Forschung
Mit insgesamt sechs Josef-Ressel-Zentren und Beteiligungen an mehreren Doktoratsprogrammen baut die FH Oberösterreich ihre Forschungsaktivitäten weiter aus. Laut Vizepräsident Johann Kastner stellt dies einen erheblichen Anteil der nationalen Forschungsinfrastruktur im Fachhochschulbereich dar.
Gleichzeitig richtet die Hochschule politische Forderungen an die Bundesregierung: Für die Weiterentwicklung der angewandten Forschung seien stabile Finanzierungsmodelle und eigenständige Doktoratsprogramme für Fachhochschulen notwendig.
