Ziel ist eine langfristige Steigerung des Frauenanteils in Wissenschaft und Forschung. | © Unsplash/Julia Koblitz
Forschung Austria, der Dachverband der außeruniversitären, anwendungsorientierten Forschung in Österreich, fordert mehr Diversität, Chancengleichheit und faire Rahmenbedingungen im Forschungs- und Innovationssystem. Anlässlich des Internationalen Frauentags betont der Verband, dass Diversity, Equality und Equity (DEE) zentrale Voraussetzungen für Exzellenz und Innovationskraft seien.
Obwohl Frauen in Österreich die Mehrheit der Studierenden stellen, sind sie in Forschung und Entwicklung weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Laut aktuellen Daten sind nur rund ein Drittel der Forschenden weiblich – gemessen an Vollzeitäquivalenten liegt der Anteil sogar nur bei etwa einem Viertel.
Frauen verlassen Forschung und MINT-Berufe häufiger
Besonders deutlich zeigt sich die Ungleichverteilung im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Studien zeigen, dass viele Frauen nach ihrer Ausbildung das Berufsfeld wieder verlassen.
So arbeiten nur rund 31 Prozent der Frauen mit MINT-Abschluss tatsächlich im MINT-Bereich, während es bei Männern 57 Prozent sind. Frauen steigen zudem mehr als doppelt so häufig aus diesen Berufen aus.
Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf die sogenannte „Leaky Pipeline“ – ein strukturelles Problem, bei dem der Frauenanteil mit jeder Karrierestufe in Wissenschaft und Forschung weiter sinkt.
Sechs Leitlinien für mehr Gleichstellung in der Forschung
Um diese Entwicklung zu verändern, formuliert Forschung Austria sechs zentrale Leitlinien für Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen:
1. Vielfalt als Erfolgsfaktor stärken
Gemischte Teams gelten als innovativer, effizienter und resilienter. Diversität soll daher bewusst gefördert und sichtbar gemacht werden.
2. Strukturelle Hürden abbauen
Lebensphasengerechte Arbeitsmodelle, transparente Auswahlverfahren, Mentoringprogramme oder Leadership-Initiativen sollen Frauen gezielt unterstützen.
3. Unternehmenskultur verändern
Respekt, Wertschätzung und Inklusion sollen stärker im Alltag von Forschungseinrichtungen verankert werden.
4. Entwicklung systematisch analysieren
Regelmäßiges Monitoring und Analyse der Gleichstellungssituation sollen strukturelle Barrieren sichtbar machen.
5. Neues Führungsverständnis etablieren
Kooperative und inklusive Führungsmodelle sollen klassische hierarchische Strukturen ergänzen.
6. Diversität strategisch verankern
Diversität, Equality und Equity sollen integraler Bestandteil der strategischen Ausrichtung von Wissenschaftsorganisationen werden.
Ziel: Mehr Frauen in Forschung und MINT
Forschung Austria sieht in einer stärkeren Beteiligung von Frauen nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch einen entscheidenden Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Österreich. Ziel sei eine langfristige Steigerung des Frauenanteils in Wissenschaft und Forschung – insbesondere im MINT-Bereich.
➡️ Das vollständige Positionspapier von Forschung Austria können Sie hier nachlesen:
Positionspapier zum UN-Welttag der Frauen
