Die Organisation verweist darauf, dass insbesondere im Winter zusätzliche Kapazitäten notwendig seien. | © Unsplash/Zbynek Burival
Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht Österreich beim Ausbau erneuerbarer Energien unter Zugzwang. Zwar deckten erneuerbare Energien laut aktuellem Länderreport 2024 bereits rund 90 Prozent des heimischen Strombedarfs, dennoch sei das Land „nicht auf Zielkurs“, um die Klima- und Energieziele für 2030 und 2040 zu erreichen.
Vor allem beim Ausbau der Windkraft ortet die IEA deutlichen Nachholbedarf. Genehmigungsverfahren, fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen und unterschiedliche Zuständigkeiten in den Bundesländern würden die Energiewende bremsen. Auch der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) sieht darin ein zentrales Problem.
„Damit die Ziele für 2030 und 2040 erreichbar bleiben, muss die Energietransformation deutlich schneller werden“, sagt EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-Grundnig. Besonders bei der Windkraft brauche es „ausreichend Flächen, schnellere Genehmigungen und verlässliche Verfahren“.
Photovoltaik wächst, Windkraft hinkt hinterher
Positiv bewertet die IEA den starken Ausbau der Photovoltaik. Ihr Anteil an der Stromversorgung lag 2024 bereits bei 11,3 Prozent. Gleichzeitig verweist die Organisation darauf, dass insbesondere im Winter zusätzliche Kapazitäten notwendig seien, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Kritisch sieht die IEA außerdem Verzögerungen bei wichtigen Reformprojekten. Genannt wird unter anderem das weiterhin ausstehende Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz.
Auch bei Heizungen wächst der Druck
Handlungsbedarf sieht die IEA zudem im Wärmesektor. Trotz rückläufiger Zahlen seien in Österreich weiterhin rund 850.000 Gasheizungen und 450.000 Ölheizungen in Betrieb. Die Agentur empfiehlt integrierte Wärme- und Kältepläne sowie gezielte Förderanreize für Haushalte und Vermieter:innen.
Der EEÖ warnt in diesem Zusammenhang vor den Folgen unsicherer Förderbedingungen. „Das zuletzt erlebte Stop-and-go bei der Förderung des Heizkesseltauschs verunsichert Betriebe ebenso wie Konsument:innen“, sagt Prechtl-Grundnig. Bereits im Sommer könnte das Budget der aktuellen Förderschiene ausgeschöpft sein.
Branche fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Aus Sicht des Dachverbands brauche es nun rasch mehr Planungssicherheit für Investitionen in erneuerbare Wärme und Stromversorgung. Technologien wie Biomasse, Wärmepumpen, Solarthermie oder Geothermie könnten Österreich unabhängiger von fossilen Energieträgern machen.
„Jetzt braucht es Umsetzung statt Verzögerung – in der Gesetzgebung, in den Verfahren und in allen Bundesländern“, so Prechtl-Grundnig.
