Kick-Off Projektteam QuaMeDis | © RISC Software GmbH
Ein Forschungsprojekt aus Oberösterreich will die Medikamentenausgabe in Krankenhäusern grundlegend verändern. Das Projekt „QuaMeDis“ setzt auf Künstliche Intelligenz und automatisierte Prüfverfahren, um Medikationsfehler künftig auszuschließen.
Unter der Leitung der RISC Software GmbH arbeiten mehrere Partner aus Forschung und Gesundheitswesen an dem dreijährigen Vorhaben, das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt wird. Ziel ist es, die Fehlerquote bei der Medikamentenausgabe auf null zu reduzieren.
Tausende Fehler pro Jahr
Der Handlungsbedarf ist hoch: Schätzungen zufolge sind in Österreich jährlich rund 5.500 Krankenhauspatient:innen von Medikationsfehlern betroffen. Diese entstehen häufig durch manuelle Prozesse und komplexe Abläufe im Klinikalltag.
QuaMeDis soll hier ansetzen und ein digitales Kontrollsystem entwickeln, das Fehlerquellen systematisch eliminiert.
Automatisierte Kontrolle mit KI
Kern des Projekts ist ein Prototyp, der Medikamentendispenser automatisiert überprüft. Eine Kombination aus optischer Sensorik und Deep-Learning-Algorithmen analysiert Tabletten anhand visueller Merkmale und gleicht diese mit der elektronischen Verordnung ab.
Abweichungen werden in Echtzeit erkannt und gemeldet. Damit könnte ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus etabliert werden, der über bestehende manuelle Kontrollen hinausgeht.
„Künstliche Intelligenz kann dort, wo bisher manuelle Prozesse dominieren, ein zusätzliches Sicherheitsnetz schaffen. QuaMeDis zeigt, wie Technologie Leben schützen und gleichzeitig das Klinikpersonal entlasten kann“, erklärt Projektleiter Benjamin Esterer von der RISC Software GmbH.
Breites Konsortium aus Forschung und Praxis
Neben RISC Software sind die Oberösterreichische Gesundheitsholding, das Kepler Universitätsklinikum sowie die Universitätsklinik für Neurochirurgie der JKU MED beteiligt. Sie bringen klinisches Know-how und reale Anwendungsbedingungen in die Entwicklung ein.
Die R’n’B Consulting GmbH unterstützt das Projekt bei regulatorischen Fragen und der Ausrichtung auf die Anforderungen eines Medizinprodukts.
Marktreife bis 2029 geplant
Das Projekt läuft bis Februar 2029. Ziel ist ein marktfähiges System, das sich in bestehende Krankenhausinfrastrukturen integrieren lässt.
Sollte die Technologie erfolgreich umgesetzt werden, könnte sie nicht nur die Patientensicherheit erhöhen, sondern auch als Beispiel für den Einsatz von KI in sicherheitskritischen medizinischen Prozessen dienen.
