Der Bericht nennt mehrere Maßnahmen, um die Versorgung langfristig zu sichern. | © Martin Tongitsch, Gemeinde Roßleithen
Österreichs Wasserreserven geraten durch den Klimawandel zunehmend unter Druck. Der aktuelle Klimastatusbericht 2025 zeigt, dass steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und veränderte Niederschlagsmuster die Neubildung von Grundwasser deutlich erschweren. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf in Landwirtschaft, Industrie und Haushalten weiter an.
Besonders problematisch ist laut Bericht der Rückgang von Schneefall und Schneedecken. Dadurch versickere weniger Wasser in tiefe Bodenschichten, während Starkregen oft oberflächlich abfließe. Hinzu komme der langfristige Verlust von Wasserreserven durch das Abschmelzen der Gletscher. Prognosen zufolge könnten die verfügbaren Grundwasserressourcen bis 2050 um bis zu 23 Prozent sinken. Gleichzeitig wird ein Anstieg des Wasserverbrauchs um bis zu 15 Prozent erwartet.
Landwirtschaft besonders betroffen
Vor allem die Landwirtschaft steht laut Studie vor großen Herausforderungen. Der Wasserbedarf könnte sich dort bis 2050 nahezu verdoppeln. Eine begleitende Untersuchung von WIFO und AGES warnt zudem vor erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch zunehmende Dürreperioden. Je nach Szenario könnten jährlich bis zu 600 Millionen Euro an Wertschöpfung verloren gehen, bis zu 9.300 Arbeitsplätze seien gefährdet.
Umweltminister Norbert Totschnig verweist auf bereits laufende Investitionen: „Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen erhöhen den Wasserbedarf und setzen gleichzeitig unsere Wasserressourcen zunehmend unter Druck.“ Deshalb werde laufend in Wasserinfrastruktur, Wasserrückhaltebecken und Bewässerungssysteme investiert.
Warnung vor regionalen Engpässen
Auch Wissenschaftler sehen zunehmenden Handlungsbedarf. Herbert Formayer von der BOKU erklärt: „Auch ein wasserreiches Land wie Österreich steht vor wachsenden Herausforderungen.“ Besonders in intensiv genutzten Regionen könnten bereits heute saisonale Engpässe entstehen.
Der Bericht nennt mehrere Maßnahmen, um die Versorgung langfristig zu sichern. Dazu zählen Renaturierungsprojekte, der Ausbau von Wasserrückhalt in Regionen sowie ein österreichweites Wasserentnahmeregister, das noch heuer umgesetzt werden soll. Allein 2025 wurden laut Umweltministerium Projekte mit Investitionskosten von rund 1,15 Milliarden Euro für Trinkwasser, Abwasser, Hochwasserschutz und Gewässerökologie ausgelöst.
Extremwetter häuft sich
Der Klimastatusbericht dokumentiert zudem eine Häufung extremer Wetterereignisse im Jahr 2025. Das Jahr zählt mit einer Durchschnittstemperatur von 7,9 Grad Celsius zu den achtwärmsten seit Beginn der Messungen. Besonders auffällig waren langanhaltende Trockenphasen, Hitzewellen, Waldbrände und schwere Gewitterereignisse.
Im Juni wurde in Kärnten mit 38,3 Grad Celsius ein neuer Temperaturrekord gemessen. Gleichzeitig führten Starkregen und Murenabgänge in Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland zu Schäden und Evakuierungen. Auch die Waldbrandgefahr war bereits im Winter außergewöhnlich hoch.
Der Klimastatusbericht wird jährlich vom Climate Change Centre Austria gemeinsam mit der BOKU und GeoSphere Austria im Auftrag des Klima- und Energiefonds sowie der Bundesländer erstellt.
