Mit der Eröffnung der Space Factory im Juni 2026 wurde die Infrastruktur erweitert. | © NLK Burchhart
Anlässlich des Weltraumforschungstags hat das Land Niederösterreich seine Strategie zum Ausbau der heimischen Raumfahrtbranche hervorgehoben. Rund um den Flughafen Wien-Schwechat entsteht mit dem ESA Phi-Lab Austria, der Space Factory und mehreren Technologieunternehmen ein wachsender Space Hub, der Forschung, Start-ups und Industrie vernetzen soll.
Im Mittelpunkt stehen der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte sowie die Entwicklung neuer Satelliten- und Raumfahrttechnologien.
Space Hub wächst weiter
Ein zentraler Baustein ist das ESA Phi-Lab Austria, das 2024 als erstes seiner Art in Europa eröffnet wurde. Seitdem wurden laut Land Niederösterreich neun Projekte aufgenommen, mehr als 50 Arbeitsplätze geschaffen und über 3,6 Millionen Euro an Fördermitteln investiert.
Mit der Eröffnung der Space Factory im Juni 2026 wurde die Infrastruktur erweitert. Start-ups, Forschungseinrichtungen und Unternehmen erhalten dort Zugang zu Entwicklungs-, Prototyping- und Testeinrichtungen für Raumfahrttechnologien.
„Raumfahrt ist eines der spannendsten Zukunftsfelder unserer Zeit. Niederösterreich hat sich in den vergangenen Jahren zu einem starken Innovationsstandort für Space-Technologien entwickelt”, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Mit Einrichtungen wie dem ESA Phi-Lab Austria und der Space Factory schaffe das Land die Voraussetzungen, um Spitzenforschung in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen.
Satellitenprojekte treiben Entwicklung voran
Zum wachsenden Space-Ökosystem zählen unter anderem Enpulsion, Confident Space, Fantana, tenics, GG Goes 2Space, GATE Space und R-Space. Derzeit arbeitet R-Space am ersten vollständig in Österreich entwickelten und gefertigten kommerziellen Satelliten. Enpulsion liefert dafür das elektrische Antriebssystem, der Start ist für den Spätsommer 2026 geplant.
Auch GATE Space erhielt zuletzt mit einem EIC Grant Unterstützung für die Weiterentwicklung seiner Antriebstechnologie.
„Vor wenigen Jahren war vieles noch Vision, heute arbeiten in Niederösterreich Start-ups, Forschungseinrichtungen und Industriepartner gemeinsam an Technologien für die Raumfahrt von morgen”, sagt Michael Moll, Geschäftsführer von accent und Leiter des ESA Phi-Lab Austria. Die vorhandene Infrastruktur ermögliche es jungen Unternehmen, Innovationen bis zur Marktreife zu entwickeln.
Forschung als Standortfaktor
Neben dem Space Hub in Schwechat spielt auch Wiener Neustadt mit der Fachhochschule Wiener Neustadt und der FOTEC eine wichtige Rolle für die Luft- und Raumfahrtforschung. Das Land sieht darin eine wichtige Grundlage für weitere Unternehmensansiedlungen und internationale Kooperationen.
Laut LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf liefert Raumfahrtforschung zudem wichtige Erkenntnisse für Umwelt- und Klimaforschung sowie für technologische Anwendungen im Alltag: „Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in Umwelt- und Klimaforschung, moderne Technologien und neue Anwendungen ein, die den Menschen in Niederösterreich direkt zugutekommen.“
