In Wien sind zum zweiten Mal Projekte und Initiativen ausgezeichnet worden. | © msg Plaut AG/APA-Fotoservice/Ben Leitner
In Wien sind zum zweiten Mal Projekte und Initiativen ausgezeichnet worden, die Digitalisierung mit ethischen Prinzipien verbinden. Die „Digitaler Humanismus in der Praxis“-Awards würdigen Ansätze, die technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung zusammenbringen.
Die Preisverleihung fand im ORF-Zentrum am Küniglberg statt. Veranstaltet wurde sie von msg Plaut, Austrian Digital Value (ADV) und dem Verein zur Förderung des digitalen Humanismus.
WienKI, Alles Clara und Eichinger ausgezeichnet
Aus insgesamt 40 Einreichungen kürte eine interdisziplinäre Jury drei Hauptpreisträger:
- WienKI (Kategorie Projekt)
- Alles Clara (Kategorie Organisation)
- Horst Eichinger, Direktor des Gymnasiums Stubenbastei (Kategorie Person)
Das Projekt WienKI, entwickelt von der IT-Abteilung der Stadt Wien (MA 01 – Wien Digital), setzt auf eine menschenzentrierte KI-Plattform für die Verwaltung. Sie soll sowohl interne Abläufe verbessern als auch den Bürgerservice stärken – mit Fokus auf Datenschutz und Open-Source-Technologien.
Der Verein Alles Clara wurde für seine digitale Plattform ausgezeichnet, die pflegende Angehörige unterstützt und unterschiedliche Akteure aus Pflege, Wissenschaft und öffentlicher Hand vernetzt.
Mit Horst Eichinger ehrte die Jury einen Bildungsakteur: Er hat früh ein Wahlpflichtfach zu Künstlicher Intelligenz und Digitalem Humanismus etabliert und bringt das Thema systematisch in den Schulalltag.
Digitalisierung als gesellschaftliche Aufgabe
„Was wir heute Abend erleben durften, ist mehr als eine Preisverleihung. Es ist ein Bekenntnis, dass Digitalisierung im Dienst der Menschen stehen kann und muss“, sagte Georg Krause, CEO der msg Plaut AG.
Auch Roland Ledinger, Präsident der ADV, sieht einen strukturellen Wandel:
„Digitaler Humanismus ist längst in der heimischen Wirtschaft angekommen und entwickelt sich zunehmend zu einem Leitprinzip.“
KI und Medienkompetenz als Schwerpunkte
Neben den Hauptpreisen wurden drei Sonderauszeichnungen vergeben – insbesondere für Projekte im Bildungs- und Medienbereich:
- Counter Speech – Young Citizens Against Online Hate
- NewsDeconstructed
- FIVE – Fitspiration Image Verification
Diese Initiativen setzen sich unter anderem mit Hate Speech, Medienkompetenz und Bildmanipulation in sozialen Medien auseinander und zeigen, wie KI gezielt zur gesellschaftlichen Aufklärung eingesetzt werden kann.
„Viele Projekte berühren das Thema KI und digitaler Humanismus in hoher Qualität und mit großer Kreativität“, sagte Erich Prem, wissenschaftlicher Leiter des Awards.
Vom Leitbild zur Praxis
Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichen, dass digitaler Humanismus zunehmend als praxisnahes Konzept verstanden wird – nicht nur in Forschung und Theorie, sondern auch in Verwaltung, Bildung und gesellschaftlichen Anwendungen.
