Die Wechselbereitschaft am österreichischen Arbeitsmarkt steigt weiter. | © Randstad
Die Wechselbereitschaft am österreichischen Arbeitsmarkt steigt weiter – gleichzeitig gelingt es immer weniger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern tatsächlich, den Job zu wechseln. Das zeigt die aktuelle Studie „Employer Brand Research 2026“ des Personaldienstleisters Randstad.
Für die Untersuchung wurden mehr als 4.300 Beschäftigte in Österreich befragt. Demnach plant inzwischen fast jede fünfte Person (19 Prozent), innerhalb der nächsten sechs Monate den Arbeitsplatz zu wechseln. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei der Generation Z: 29 Prozent der jungen Arbeitnehmer:innen suchen aktiv nach beruflicher Neuorientierung. Bei den Babyboomern sind es dagegen nur sieben Prozent.
Tatsächlich gewechselt haben den Job zuletzt allerdings nur elf Prozent der Befragten – weniger als im Vorjahr.
„Die Absicht, den Arbeitsplatz zu wechseln, ist in Österreich nach wie vor deutlich höher als das tatsächliche Wechselverhalten“, sagt Bjørn Toonen, Managing Director von Randstad Österreich. „Diese Schere ist im vergangenen Jahr noch weiter auseinandergegangen.“
Gehalt bleibt Kündigungsgrund Nummer eins
Als häufigster Auslöser für einen Jobwechsel wird weiterhin die Bezahlung genannt. 47 Prozent der Befragten würden wegen zu geringer Vergütung kündigen. Dahinter folgen ein negatives Arbeitsumfeld (37 Prozent), mangelndes Interesse an der Tätigkeit (32 Prozent) und Probleme bei der Work-Life-Balance (30 Prozent).
Gerade jüngere Beschäftigte legen verstärkt Wert auf Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Rund ein Drittel der jungen Arbeitnehmer:innen würde deshalb den Arbeitgeber wechseln.
„Mitarbeiter*innenbindung basiert auf einem Zusammenspiel aus attraktiver Vergütung und einer positiven Alltagserfahrung“, erklärt Toonen. Unternehmen riskierten trotz fairer Bezahlung den Verlust von Talenten, wenn Arbeitsklima und Vereinbarkeit vernachlässigt würden.
Arbeitsklima wichtiger als Gehalt
Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers hat sich laut Studie erstmals ein anderer Faktor vor das Gehalt geschoben: Für 68 Prozent der Befragten ist ein angenehmes Arbeitsklima mittlerweile wichtiger als Vergütung oder Jobsicherheit (jeweils 66 Prozent).
Die Studie zeigt dabei eine deutliche Lücke zwischen Erwartung und Realität. Während ein gutes Arbeitsumfeld für die Mehrheit zentral ist, bewerten nur 57 Prozent ihren aktuellen Arbeitgeber entsprechend positiv.
Zu den wichtigsten Kriterien eines attraktiven Arbeitgebers zählen außerdem Work-Life-Balance und interessante Aufgaben.
Kepler Universitätsklinikum neuer Top-Arbeitgeber
Im jährlichen Arbeitgeberranking von Randstad erreicht das Kepler Universitätsklinikum in Linz erstmals Platz eins und löst damit AVL List ab. Siemens Energy landet auf Rang zwei, Siemens auf Rang vier. Neu in den Top fünf ist Fronius.
Auch Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Technologie und Infrastruktur schneiden stark ab – darunter Takeda, Flughafen Wien und Infineon.
