Die Donau ist Gegenstand der bislang umfassendsten Umweltuntersuchung ihres Einzugsgebiets. | © Unsplash/Stefan Cosma
Die Donau ist Gegenstand der bislang umfassendsten Umweltuntersuchung ihres Einzugsgebiets. Im Rahmen der Joint Danube Survey 5 (JDS5) analysieren Forschende den ökologischen Zustand des Flusses mit modernsten biologischen und chemischen Methoden. Erste Zwischenergebnisse zeigen eine verbesserte Wasserqualität sowie eine Rekordzahl an nachgewiesenen Arten.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt, Klima, Regionen und Wasserwirtschaft wurden mehr als 500 Arten des sogenannten Makrozoobenthos identifiziert – so viele wie noch nie im Rahmen einer Joint Danube Survey.
„Die Donau ist eine unserer wichtigsten Lebensadern und verbindet Menschen, Regionen und Staaten in Europa. Mit der Joint Danube Survey 5 schaffen wir eine einzigartige wissenschaftliche Grundlage, um die Wasserqualität kontinuierlich zu verbessern und neue Herausforderungen frühzeitig zu erkennen“, sagt Umweltminister Norbert Totschnig.
Mehr Arten, bessere Wasserqualität
Zum Makrozoobenthos zählen wirbellose Tiere wie Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Krebse und Würmer, die am Gewässergrund leben. Da sie empfindlich auf Veränderungen reagieren, gelten sie als wichtige Indikatoren für den ökologischen Zustand eines Flusses.
Die aktuellen Untersuchungen zeigen nicht nur eine hohe Artenvielfalt, sondern auch die Bedeutung naturnaher Strukturen wie Totholz oder Wasserpflanzen für die Biodiversität. Gleichzeitig weisen die Zwischenergebnisse auf eine weitere Verbesserung der Wasserqualität entlang der Donau hin. Herausforderungen bleiben jedoch Eingriffe in die Gewässerstruktur sowie invasive Arten.
99.000 chemische Parameter untersucht
Parallel zu den biologischen Erhebungen werden im Rahmen der JDS5 mehr als 99.000 chemische Parameter analysiert. Rund 2.900 Schadstoffe werden gezielt untersucht, zusätzlich erfassen moderne Screening-Verfahren über 93.000 weitere Substanzen.
Die Analyse soll auch bislang unbekannte oder noch nicht regulierte Chemikalien identifizieren. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit dem europäischen NORMAN-Netzwerk ausgewertet und in europäische Datenbanken integriert. Sie sollen künftig die Weiterentwicklung der europäischen Chemikalien- und Wasserpolitik unterstützen.
Internationale Zusammenarbeit entlang der Donau
Die Joint Danube Survey wird von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR) gemeinsam mit den Donaustaaten durchgeführt. Ziel ist es, den ökologischen Zustand der Donau regelmäßig zu erfassen und eine wissenschaftliche Grundlage für den grenzüberschreitenden Gewässerschutz zu schaffen.
„Die ersten Zwischenergebnisse zeigen bereits, dass sich die Wasserqualität entlang der Donau weiter verbessert hat. Gleichzeitig wurden mehr als 500 verschiedene Bodenbewohner nachgewiesen. Das ist ein eindrucksvoller Beleg für die biologische Vielfalt dieses einzigartigen Flusssystems“, sagt Totschnig.
