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Klimaschutzministerin Leonore Gewessler im Gespräch mit AIT-Forscher*innen
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Forschung

AIT verstärkt Klimaschutzprojekte

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Digitale Stadtplanung: Leonore Gewessler im AIT City Intelligence Lab
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Das Jahr 2019 lief für das AIT sehr gut und bietet eine gute Basis fürs Corona-Jahr. Ein Großteil der Forschung ist mittlerweile klimarelevant. Umweltministerin Leonore Gewessler machte sich in den AIT-Labors ein Bild.

von: Alfred Bankhamer

Am 10. Juli 2020 war ein besonderer Tag für die Forscher*Innen in der Zentrale des AIT Austrian Institute of Technology in Wien-Floridsdorf: Umweltministerin Leonore Gewessler kündigte ihr Kommen ziemlich spontan an, um sich ein Bild über die aktuellen Arbeiten in Österreichs größter außeruniversitärer Forschungseinrichtung zu machen. Im AIT sind schon heute 55 Prozent aller Forschungsprojekte klimarelevant. Der eigentliche Auslöser für den Besuch war der am Dienstag zuvor im Nationalrat gefallene Beschluss über das Forschungsfinanzierungsgesetz, das Forschungsinstitutionen wie dem AIT nun unter anderem drei- anstatt nur einjährige Verträge bietet. „Das bietet mehr Planungs- und Finanzierungssicherheit und wir kommen bei der Finanzierung von zentralen Einrichtungen wie dem AIT weg davon, dass Forschungsaufgaben des Bundes Ermessensausgaben sind“, sagte die Ministerien im Rahmen des Besuchs. Der Bundesrat hat auch seinen Segen zum neuen Gesetz gegeben. Inkludiert war dabei ein Konjunkturpaket, das zusätzlich 300 Millionen Euro für Klimainnovationen bis ins Jahr 2022 vorsieht. Das ist für das Klimaschutzministerium eine Budgetsteigerung von über 20 Prozent. Der konkrete Einsatz der Mittel wird gerade geplant. „Es gibt viele existierende Programme, die verstärkt werden können. Wir schauen uns gerade an, wo sich die Mittel am sinnvollsten einsetzen lassen. Es gibt noch viel zu tun“, so Gewessler.
 

Quantentechnologie fürs Klima

In einer mehrstündigen Tour besuchte die Ministerin gleich mehrere Labors. Die detaillierten Vorträge der AIT-Forscher*innen und die zahlreichen Projekte, die allesamt einen Beitrag gegen die Klimaerwärmung bzw. Lösungen zur Anpassung an das neue Klima bieten, waren durchaus beeindruckend. So wird etwa im Photonics & Quantum Communication Lab, von dessen Team übrigens alle großen EU-Quantentechnologie Projekte geleitet werden, die Basis für neue, deutlich energieeffizientere IT- und Kommunikationssysteme entwickelt. Die Digitalisierung hilft dabei, unnötige Wege zu verhindern und vieles effizienter und klimagerechter zu gestalten. Zugleich aber verschlingt die Infrastruktur des Internets und die Serverfarmen Unmengen an Energie. Der Einsatz von Lichtteilchen anstatt Elektronen in Rechnern und der Übertragung von Informationen bietet auch ein gewaltiges Energieeinsparungspotenzial. Im City Intelligence Lab laufen wiederum zahlreiche Projekte, um in Städten nicht nur den CO2-Ausstoss zu reduzieren, sondern auch die Lebensqualität zu erhöhen. Beispielsweise durch eine Stadtplanung, die gezielt Hitzeinseln durch die Berücksichtigung der Windverhältnisse und mittels Begrünungsmaßnahmen verhindert. Präsentiert wurden auch Projekte zu Themen wie Smart Grids, Industriewärmepumpen, neue Batterietechnologien, PV-Überdachungen für Autobahnen oder die Klimaanpassung von Pflanzen mittels Mikroorganismen.
 

Solides Fundament

Das Geschäftsjahr 2019 brachte der AIT Austrian Institute of Technology Gruppe erneut höhere Umsatz- und Erlöszahlen. Der Personalstand wuchs auf über 1.400 Leute. Das Ergebnis vor Steuern lag bei 4,3 Millionen Euro (2018 waren es 3,6 Millionen Euro, 2017 drei Millionen Euro), der Auftragsstand kletterte auf 183,2 Millionen Euro (2018 waren es 179 Millionen Euro, 2017 162 Millionen Euro). Gesteigert werden konnten sowohl die Erlöse aus Auftragsforschung um 3,8 Prozent auf 54,1 Millionen Euro als auch aus kofinanzierter Forschung um vier Prozent auf 36,3 Millionen Euro.

„Das sehr gute Ergebnis im Berichtsjahr 2019 und der hohe Auftragsstand zu Beginn des Jahres 2020 hilft uns, um im aktuellen herausfordernden Jahr 2020 das Innovation Powerhouse AIT trotz unruhiger See sicher auf Kurs zu halten“, betont Anton Plimon, wirtschaftlicher Geschäftsführer des AIT. So konnte auch in der Corona-Phase die operative Performance aufrechterhalten werden. „Unsere Labors waren durchgängig in Betrieb und wir waren uneingeschränkt erreichbar“, sagt Plimon. Im aktuellen Jahr konzentriert sich das AIT weiterhin auf die Zukunftsthemen der Infrastruktur. „Es geht um die notwendige Fitness in den Schlüsseltechnologien der Digitalisierung, Künstlichen Intelligenz, Dekarbonisierung und in den weiteren Herausforderungen des Klimawandels. Alle diese Themen bilden auch den Kern der AIT Forschungsstrategie“, erklärt Plimon.
 

Gute wissenschaftliche Bilanz

Auch die wissenschaftliche Bilanz war im Jahr 2019 zufriedenstellend. „Wir konnten etwa die Anzahl der Invited Lectures von 293 auf 351 steigern“, ist Wolfgang Knoll, wissenschaftlicher Geschäftsführer des AIT, stolz. Auch die 203 Publikationen in wissenschaftlich relevanten Zeitschriften mit Impact Faktor sind erfreulich. Das AIT zählt zudem bei den eingeworbenen Mitteln aus Europa gemeinsam mit der Universität Wien und der Technischen Universität Wien zu den Top 3 in Österreich. Im Jahr 2019 wurden 33 Dissertationen und 70 Diplomarbeiten am AIT abgeschlossen. Besonders freut Knoll die sehr positive Beurteilung der internationalen Evaluierung der acht AIT-Forschungszentren. Dazu zählt etwa die Ausrichtung sowie die Qualität des Projektportfolios, die starke Verankerung des AIT in den Europäischen Rahmenprogrammen, die Balance zwischen Wissenschaft und Anwendungsorientierung oder die starke Zusammenarbeit des AIT mit nationalen und internationalen Universitäten. „Wir halten die wissenschaftliche Flughöhe und sind fit für die nächste Strategieperiode des Unternehmens“, meint Knoll.
 

Guter Ausblick

Die Geschäftsführer des AIT erwarten sich trotz der Corona-Krise – besonders auch dank des neuen Forschungsfinanzierungsgesetzes, das nun eine bessere langfristige finanzielle Planbarkeit ermöglicht – auch künftig eine sehr gute Entwicklung. Denn die Antworten und Innovationen des AIT in den Bereichen Digitalisierung, Dekarbonisierung und den Herausforderungen des Klimawandels sind in der Gesellschaft und Wirtschaft gefragter denn je. Bei der Führung durch die Labors mahnte AIT-Aufsichtsratschef Hannes Androsch, dass trotz der Freude über das neue Forschungsfinanzierungsgesetzes die „monetäre Unterfütterung“ nicht vergessen werden dürfte.

Der High-Tech Standort in Floridsdorf, an dem neben dem AIT etwa die Siemens City, die Firmen Atos und Lunatone, der Klima-Wind-Kanal, das A1 Next Generation Datacenter sowie die Fachhochschule Technikum liegen, dürfte bald eine Aufwertung erfahren. Ein neuer Gebäudekomplex in Nachbarschaft zum AIT ist geplant, der in die „Vienna Innovation Area“ weitere Größen wie etwa den Complexity Science Hub Vienna und zahlreiche innovative Start-ups bringen soll. Weiters ist der Aufbau einer „Digital School“ mit der deutschen Helmholtz-Gesellschaft angedacht. „Die bereits jetzt vorhandenen Synergien und gemeinsamen Projekte könnten deutlich wachsen, wenn die Vienna Innovation Area zu kritischer Größe und thematischer Breite in den Bereichen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz ausgebaut wird“, ist Androsch überzeugt.


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