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Alle Fotos: Paris Lodron Universität Salzburg/APA-Fotoservice/Franz Neumayr
(vlnr.): Walter Haas (Innovation Salzburg), Andreas Kugi (Wissenschaftlicher Leiter), Henrik Lehnert (Rektor PLUS), Nicola Hüsing (Vizerektorin PLUS), Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Manfred Tscheligi (Lab Leitung Universität Salzburg)
Alle Fotos: Paris Lodron Universität Salzburg/APA-Fotoservice/Franz Neumayr

Brückenschlag zu innovativer Human-Computer-Interaction (HCI)-Forschung

Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, Mobile Work und Digitalisierung in allen Lebensbereichen – die technologische Entwicklung schreitet immer schneller voran und beflügelt die Human-Computer-Interaction Forschung (HCI) bzw. die Technology Experience (TE) Forschung.

von: Redaktion

Es geht dabei darum, wie Menschen Computer verwenden, welche Technologien in Zukunft gut und noch besser genützt werden können, welche Erfahrungen (Experiences) Menschen bei der Nutzung neuer Technologien machen und wie neue Technologien künftig gestaltet sein sollten – um der Gesellschaft und der Industrie zu nutzen.

Am Center for Technology Experience des AIT Austrian Institute of Technology und im Forschungsbereich Human-Computer Interaction der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) agieren national und international bekannte Forschungsteams, die auf HCI-Forschung spezialisiert sind. Beide Teams (mit insgesamt etwa 70 Mitarbeiter:innen in Wien und Salzburg) werden von Univ.-Prof. Manfred Tscheligi geleitet. Er ist Professor für Human-Computer Interaction und leitet den Fachbereich Artificial Intelligence and Human Interfaces an der PLUS. Gleichzeitig ist er seit 2017 Head of Center for Technology Experience am AIT. Tscheligi gilt als HCI-Pionier in Österreich – in der Forschung und Ausbildung sowie in der industriellen Anwendung.

Das III.Lab im Detail

Das neue III.Lab – „Triple I Lab“ – befindet sich am Campus Itzling der Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS). Mit dem neuen III.Lab auf Basis der Kooperation des AIT mit der PLUS werden nun in einmaliger Weise Forschungskräfte gebündelt. „Die rasch voranschreitende digitale Transformation aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche sowie die hohe Dynamik in der Technologieentwicklung besitzen größte Bedeutung für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen sowie für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen und Standorten in einer immer stärker wissensbasierten Wirtschaft. Mit dem Intelligent Interfaces Innovation Lab bauen wir unser Bundesland als starken digitalen Kompetenzstandort weiter aus“, sagte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Vorstellung des III.Labs.

„Wir schaffen damit einen Brückenschlag, der beide Organisationen kooperativ und innovativ voranbringt. Das ist ein Meilenstein in der österreichischen HCI-Forschung“, ist Manfred Tscheligi überzeugt.

  • Intelligent: Das erste I steht für die Entwicklung von zukünftigen Interaktionsformen. Maschinen und Computer sind „intelligente“ Partner des Menschen. Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt (Stichwort: Human Centered Artificial Intelligence).
  • Interfaces: Das zweite I steht für gute, optimal zu nutzende Benutzeroberflächen und künftige Interaktionsformen (den Teil der Technik mit dem Anwender:innen in Kontakt kommen). Dabei spielt auch die Diversität der Anwender:innen eine wesentliche Rolle. Technologische Entwicklungen machen neue Interaktionsformen möglich.
  • Innovation: Das dritte I steht für die Nutzung von innovativen interdisziplinären Methoden und experimentelle Umsetzungen, anwendungsorientierte Innovationen und die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungsansätze.

„Im III.Lab werden zukünftige Interfaces aus der Synergie wohldefinierter Perspektiven betrachtet“, betont Manfred Tscheligi.

Univ-Prof. Andreas Kugi, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, AIT Austrian Institute of Technology, sagt dazu: „Das AIT ist in seiner Brückenrolle zwischen wissenschaftlicher Forschung und technologischer Anwendung ein bedeutender Netzwerkknoten im europäischen Forschungs- und Innovationssystem in Österreich. Die Bewältigung der wachsenden Komplexität der Aufgabenstellungen erfordert eine starke inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir werden daher in Zukunft noch enger als bisher mit Universitäten und Anwendungspartner:innen zusammenzuarbeiten. Das AIT Center for Technology Experience hat sich in den Bereichen Mensch-Maschine-Interaktion und User Experience international hervorragend etabliert und arbeitet über Manfred Tscheligi schon seit Jahren erfolgreich mit der Paris Lodron Universität Salzburg zusammen. Diese Kooperation wird nun mit dem neuen Intelligent Interfaces Innovation Lab deutlich gestärkt – mit dem Ziel, die nächste Generation von Mensch-Maschine-Schnittstellen zu entwickeln."

Fünf inhaltliche Schwerpunkte

1. Human in the Loop: Der Mensch in Synergie zu zukünftigen autonomen Systemen

2. Intelligent Interaction Artefacts: Zukünftige Ausprägungen von Interfaces auf der Basis technologischer Entwicklungen (z.B Smart Materials)

3. Next Generation Human Centered Design: Interdisziplinäre Methodik zur Bewältigung von Anwendungskomplexitäten aus Benutzungssichtweise (Stichwort „Next Generation Human Centered Design)

4. Societal Interfaces: Die gesellschaftliche Verantwortung von zukünftigen Interfaces zur Unterstützung bei der Lösung von vielfältigen Herausforderungen

5. Hybrid Futures: Herausforderungen und Chancen im Umgang zukünftiger Hybridität, die Synergie von realen und virtuellen Welten

Das III.Lab verbindet jahrelange Expertise im hochgradig interdisziplinären Forschungsbereich HCI. Forschungsteams aus Wien und Salzburg werden durch das neue III.Lab enger kooperieren. Personell wird das Lab im ersten Schritt durch etwa acht zusätzliche Forscher:innen gebildet, darunter eine noch zu besetzende Position als AIT Principal Scientist bzw. als PLUS Stiftungsprofessur.

Hendrik Lehnert, Rektor, Universität Salzburg: „Die Digitalisierung berührt uns in allen Lebensbereichen – ein fachlich fundierter wissenschaftlicher Umgang mit dieser Thematik, aus verschiedenen Sichtweisen, wird essentiell für die Gesellschaft sein. Ich freue mich sehr, dass es nun gelungen ist, das Intelligent Interfaces Innovation Lab unter der Leitung von Manfred Tscheligi in Kooperation mit dem AIT an der Paris Lodron Universität Salzburg einzurichten. Kooperationen mit Stakeholdern aus Wissenschaft und Wirtschaft bereichern die universitäre Forschung und festigen den Universitätsstandort Salzburg.“

Ziele des III.Labs

„Mit der konsequenten Weiterentwicklung unserer jungen Fakultät für Digitale und Analytische Wissenschaften (DAS) wollen wir uns sowohl in den nationalen als auch internationalen Wettbewerb einbringen und entsprechend positionieren. Mit dem Intelligent Interfaces Innovation Lab bauen wir unsere in der Vergangenheit bereits erworbenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Human-Computer Interaction weiter aus. Ich wünsche Manfred Tscheligi und seinen internen und externen Partner:innen viel Erfolg,“ so Nicola Hüsing, Vizerektorin der Universität Salzburg.

Mit der Etablierung des III.Labs werden folgende vier Ziele gesetzt:

  • Next Generation HCI Forschung: Das III.Lab soll als Think Tank und Experimentierfeld für zukünftige HCI-Forschung bzw. HCI-Lösungen in Österreich agieren.
  • Themenführerschaft & Expert:innen Power: Durch die Bündelung und Synergie von Kompetenzen wird die nationale und internationale Themenführerschaft ausgebaut.
  • Verstärkte Kooperation mit der Industrie: Unternehmen werden lokalen Zugang zu anwendungsnaher Forschung erhalten. Der Technologie Know-how Transfer in die Praxis wird erhöht. Die Demonstrierbarkeit der wissenschaftlich fundierten Ergebnisse ist ein wesentlicher Aspekt.
  • Nachwuchs-Förderung: Das III.Lab soll Impulse für die exzellente Lehre und Ausbildung von HCI-Forscher:innen setzen.

Das neu in Salzburg angesiedelte III.Lab baut Salzburgs führende Rolle im Bereich Human-Computer Interaction aus. Das AIT verstärkt mit dem III.Lab auch seine Präsenz in Westösterreich. Das Labor wird vom Land Salzburg im Rahmen der Wissenschafts- und Innovationsstrategie (WISS) kofinanziert und ist eines ihrer Schlüsselprojekte. 

Walter Haas, Geschäftsführer, Innovation Salzburg: „Die Interaktion zwischen Menschen und Technik ist seit den Smartphones für uns alltäglich geworden. Hier funktioniert sie intuitiv und einfach. Die technischen Möglichkeiten werden jedoch immer umfangreicher wie zum Beispiel in der Industrieautomatisierung mit AI-Unterstützung, mit autonomem Fahren, und vielem mehr, was wir uns womöglich noch gar nicht vorstellen können. Das III.Lab beschäftigt sich damit, wie wir Menschen – auch wenn wir keine Programmierer:innen sind – mit solchen komplexen Technologien umgehen können. Der Standort Salzburg zeigt mit diesem Lab einmal mehr, dass hier Zukunft gedacht und gestaltet wird.


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