Wirtschaft

Intelligente Produktion sichert den Industriestandort Österreich

FEEI begrüßt Förderungsprogramm für Produktionstechnologien des BMVIT

  • Industrie 4.0 bietet Chance, als Produktionsstandort international zu reüssieren
  • Studie: Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind Motor für Wachstum und Beschäftigung

"Intelligente Produktion ist eine große Chance, dass der internationale Standortwettbewerb nicht mehr nur über Kosten geführt wird, sondern dass Know-how zu einem entscheidenden Faktor wird", kommentiert Lothar Roitner, Geschäftsführer des FEEI Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, den Start der Ausschreibung für Produktionstechnologien durch das BMVIT. "Ohne Industrie 4.0 wird die Produktion nicht in Europa bleiben. Nachhaltiger Erfolg kann folglich nur in einer höheren Wertschöpfung liegen."

Nicht nur große industrielle Produzenten, sondern auch Zulieferer und Dienstleister, die als klein- und mittelständische Unternehmen die heimische Wirtschaft maßgeblich prägen, können von Industrie 4.0 profitieren. Neue Chancen für KMUs entstehen etwa dann, wenn sie sich mit anderen zu einer "virtuellen Fabrik" zusammenschließen, in der sämtliche Möglichkeiten, die Industrie 4.0 bietet, kombiniert werden. "Durch flexible Fertigung und individuelle Produktion werden neue innovative Geschäftsmodelle entstehen."

Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie entwickelt Lösungen für intelligente Produktion auf Basis von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Die Unter-nehmen sind also klassische Enabler für Maschinen- und Anlagenbau, für Energietechnik, Automatisierung - also für genau jene Bereiche, die die Basis für Industrie 4.0 darstellen.

Erste Schritte zur Implementierung von Industrie 4.0 werden bereits gesetzt, etwa in der intelligenten Fertigung von Steuerungselementen: 
Bauteile teilen den Maschinen via Produktcode mit, welche Anforderungen sie haben und welcher Produktionsschritt als nächstes kommt. Produkte und Maschinen kommunizieren miteinander, während Computerprogramme den Prozess überwachen.

Wachstums- und Beschäftigungsmotor IKT

Durch den Einsatz von IKT können darüber hinaus Produktivitätszuwächse in fast allen Bereichen einer Volkswirtschaft erzielt werden, sei es in der Produktion von Gütern oder in der Bereitstellung von Dienstleistungen. Eine vom FEEI in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass durch den Einsatz von IKT Österreichs Wirtschaft im Jahr 2014 einen Produktionswert von 36,6 Mrd. Euro generierte. Das sind entgegen der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung plus 8,6 Prozent im Vierjahresvergleich 2010. Ebenfalls stark angewachsen ist die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse in der Branche: rd. 290.000 zumeist hochqualifizierte Mitarbeiter sind im IKT-Bereich tätig, was einem Zuwachs von fast einem Fünftel (plus 17,9 Prozent) im Vergleichszeitraum entspricht. Im gleichen Ausmaß wie der Produktionswert ist auch die Wertschöpfung gestiegen, also um 8,6 Prozent.

"Der Multiplikatoreffekt von IKT ist beeindruckend: Ein Euro, der direkt in der IKT-Produktion generiert wird, bewirkt mehr als zwei Euro Produktionswert durch Wachstums- und indirekte Effekte wie stärkere Kaufkraft und Investitionen", so Roitner weiter. Analog dazu schafft ein Arbeitsplatz in der IKT zweieinhalb Arbeitsplätze insgesamt.

"Die Studie zeigt eindrücklich, wie wichtig IKT für den Wirtschaftsstandort Österreich ist", ist Roitner überzeugt. In allen IKT-nahen Bereichen - Energietechnologie, Elektromobilität, Automotive, Smart Home, LED, Verkehrstelematik, Kommunikation oder Medizintechnik, sind österreichische Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von IKT-Produkten maßgeblich beteiligt. In Summe können 6,4 Prozent der Wertschöpfung und 6,6 Prozent der Beschäftigten in Österreich auf den Impulsgeber IKT zurückgeführt werden.

Über den FEEI

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in Österreich die Interessen von rund 300 Unternehmen mit rund 60.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 12,45 Milliarden Euro (Stand 2013). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. www.feei.at


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