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© Fotos: Katharina Schiffl
Zur ersten realen IDSF kamen Teilnehmer*innen und Aussteller aus über 40 Ländern nach Wien.
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Mehr Sicherheit

Der Krieg in der Ukraine hat auch das Internet erfasst. Fake News und Hackerangriffe sind deutlich angestiegen. Auf dem International Digital Security Forum (IDSF) in Wien, initiiert vom AIT, wurde das Thema digitale Sicherheit international auf vielen Ebenen diskutiert.

Die Anzahl der Hackerangriffe und Fake News hat sich seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine massiv erhöht. Dazu gesellen sich weitere sehr kritische Vorfälle, wie jüngst der Datendiebstahl beim Land Kärnten oder massive Angriffe auf Infrastrukturen und Unternehmen. „Alle großen Konflikte werden mittlerweile von Cyberangriffen auf die kritischen Infrastrukturen, aber auch Desinformation begleitet“, betont Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology. Der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 ging  etwa eine hybride Attacke voraus, die physisch und digital die gesamte IT-Infrastruktur und das Internet umfasst hat. Weit präsenter geworden ist auch die Bedrohungslage durch einen möglichen Einsatz nuklearer Waffen oder einer Beschädigung von Atomkraftwerken. An Krisen mangelt es leider nicht. Gerade noch mitten in der Corona-Pandemie nehmen kriegerische Konflikte samt ihren Auswirkungen wie einer massiven Versorgungskrise zu. Diese führen bereits zu großen Hungersnöten samt weiteren Konflikten, Fluchtbewegungen und neuen Problemen, die die ganze Welt betreffen und global gemeistert werden müssen.

Sicherheit auf vielen Ebenen
Umso wichtiger ist, dass über das Thema Sicherheit international auf vielen Ebenen diskutiert wird. Eine Initiative hat hierzu das AIT schon vor dem Ukraine-Krieg gestartet. Im Dezember 2020 konnte das erste „International Digital Security Forum“ (IDSF) leider nur digital stattfinden. Heuer endlich gab es ein großes reales Treffen, erweitert in digitaler Form, das vom 31. Mai bis 2. Juni im Museumsquartier in Wien abgehalten wurde.
„Bei der IDSF handelt es sich um keine technische Detailkonferenz, sondern um ein spannendes Dialogforum, bei dem sich internationale Forscher*innen mit Vertreter*innen aus Industrie und Behörden in einer offenen Atmosphäre auf Augenhöhe treffen, um ihre jeweiligen Standpunkte und Sichtweisen auszutauschen und grundlegende Problemstellungen gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven zu erörtern“, erklärt IDSF-Initiator Leopold das Konzept.

Alle vereint
Die beeindruckende Anzahl prominenter Partner zeigt, wie wichtig und brandaktuell das Thema ist. Als Organisatoren traten neben dem AIT die ARGE Sicherheit und Wirtschaft (ASW) der Wirtschaftskammer Österreich auf. Breite Unterstützung – auch in Form von Videobotschaften des Bundeskanzler und von Ministern – kamen vom Bundeskanzleramt, dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, dem Bundesministerium für Inneres, dem Bundesministerium für Landesverteidigung, dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, das bislang die Verantwortung für das österreichische Sicherheitsforschungsprogramm KIRAS inne hatte. Weitere Kooperationspartner waren nationale Partnerorganisationen wie das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) und die Cyber Sicherheit Plattform Austria (CSP). Das IDSF erhielt aber auch die Unterstützung globaler Organisationen wie dem United Nations Office of Counter-Terrorism, der International Atomic Energy Agency (IAEA), sowie dem World Institute for Nuclear Security (WINS).

Secure Cyber Space
Neben hochkarätigen Vortrags- und Diskussionsrunden gab es in den drei Tagen reichlich Gelegenheit, sich in direkten Gesprächen auszutauschen. Es trafen sich Teilnehmer*innen und Aussteller aus über 40 Ländern. Das Leitthema lautete am ersten Tag “Countering Malicious Activities in Cyber Space”. Am zweiten Tag ging es um den Schutz digitaler nationaler und internationaler kritischer Infrastrukturen sowie einem sozialwissenschaftlichen Track, organisiert vom Vienna Centre for Societal Security (VICESSE), der den Herausforderungen der digitalen Gesellschaften auf die Spur ging (siehe Interview auf S. 32). Der dritte Tag widmete sich dem Thema “Security and International Relations”.

Das dichte Programm mit zahlreichen Keynotes, Sessions und Diskussionen behandelte ein sehr breites Spektrum an Themen und Sichtweisen zur Digitalisierung. So etwa die Idee eines demokratischen Internets, ethische Fragen zur Digitalisierung, den Kampf gegen den Missbrauch von virtuellen Währungen, Fake News, Künstliche Intelligenz, sichere Lieferketten oder die Digitalisierung als Treiber für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Es gab kaum ein Thema, das nicht aufgegriffen wurde. Dazu zählten auch die Rolle der Weltrauminfrastruktur, nukleare Sicherheit oder die Frage, wie Medien und Daten verwendet werden können, um gewaltsame Konflikte zu verhindern oder sie umzuwandeln, um so langfristig Frieden zu schaffen.

Eigener Ausstellungsbereich
Vor Ort präsentierten sich auch innovative österreichische KMU und globale Unternehmen. Auf der Ausstellung waren neben Organisationen wie die ARGE Sicherheit, ASW und KSÖ etwa auch der Verbund, der Security-Softwarehersteller IKARUS, X-Net Services, K-Businesscom AG (vormals Kapsch), Cybertrab, Lieber Group, SBA Research, die Digital Factory Vorarlberg, FH Salzburg, Silk-road 4.0, Vienna Cyber Security and Privacy Research Cluster (VISP) oder die Wirtschafts-agentur Wien vertreten. Das Ziel wurde laut IDSF-Initiator Helmut Leopold erreicht: „Wir starten einen Dialog, zeigen auf, diskutieren und versuchen, einen globalen Diskurs damit anzuregen, der sich nach der Konferenz in weiterführenden Projekten fortsetzen soll.“ Eines war allen nach der Konferenz schon klar: Der Dialog wird fortgesetzt und gemeinsam an neuen Projekten gearbeitet. Und beim nächsten realen Treffen auf der kommenden IDSF wieder intensiv diskutiert.

Weitere Informationen unter: https://idsf.io/


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