4/2023 Forschung Wirtschaft
© Salzburg-Research/wildbild
Besonders Radfahrende profitieren durch kooperative intelligente Verkehrssysteme. In Salzburg fanden dazu Tests an Testkreuzungen statt.
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Mehr Sicherheit

Vernetzte, automatisierte Fahrzeuge und Infrastruktur sorgen für mehr Sicherheit, besonders für Radfahrende. Salzburg Research hat ein kooperatives intelligentes System zur Kollisionsvermeidung erprobt.

von: Redaktion

Radfahren wird immer beliebter. Zugleich nehmen die Verkehrsunfälle mit Fahrrädern seit Jahren stetig zu. Waren es im Jahr 2015 laut Statistik Austria noch 6.901 Verkehrsunfälle, kletterte die Anzahl im Jahr 2021 schon auf 9.578. Pro Jahr verunglücken dabei 32 bis 50 Radfahrende. Die meisten Unfälle passieren dabei bei einer Abbiegesituation in einem Kreuzungsbereich mit anderen beteiligten Fahrzeugen, meist mit Autos.

Bike2CAV

„Zusätzlich gibt es eine große Anzahl an Beinahe-Unfällen, daher wollten wir mit unserer Forschungsarbeit diese Risiken besser einschätzbar machen, sodass Maßnahmen ergriffen werden können, noch bevor etwas passiert“, erklärt Cornelia Zankl von Salzburg Research, die das Forschungsprojekt Bike2CAV leitete. An dem vom BMK geförderten Projekt waren weiters das AIT Austrian Institute of Technology, die Universität Salzburg, Kapsch TrafficCom AG, Bike Citizens Mobile Solutions GmbH, BB Boréal Bikes GmbH so- wie das KFV – Kuratorium für Verkehrssi- cherheit beteiligt.

Die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmenden erhöht die Sicherheit deutlich. In Salzburg wurde deshalb die drahtlose Kommunikation zwischen unterschiedlichen Fahrzeugen, Fahrrädern und der Infrastruktur unter realen Bedingungen validiert, wozu eine neue Methode für die kooperative Erkennung von Kollisionsrisi- ken erprobt und Warnkonzepte für Radfahrende entwickelt wurden.

Neueste Technologien

Die Grundlage dazu bieten neueste technologische Entwicklungen im Bereich der Fahrzeugkommunikation mittels ITS-G5, der Fahrradlokalisierung, der Umfeldwahrnehmung des vernetzen und automatisierten Fahrzeugs mittels Kamera und LiDAR-Sensorik sowie der straßenseitigen Sensorik mit Kameras. Basierend darauf wurden kooperative Lösungsansätze zur Detektion und Vermeidung von Kollisionsrisiken entwickelt, wobei verletzliche Verkehrsteilnehmende wie Fahrradfahrende nicht nur erkannt, sondern aktiv in die Kollisionsvermeidung mit einbezogen werden. Davon profitieren nicht nur die Verkehrsteilnehmenden, sondern auch Kommunen und Infrastrukturbetreiber, die objektive Bewertungen von Risikozonen an Verkehrsknotenpunkten erhalten, um diese vorbeugend zu entschärfen.

Reale Tests

Sowohl in der Stadt Salzburg an der Test- kreuzung Weiserstraße/Gabelsbergerstraße als auch an einer Kreuzung der B158 in der Salzburger Gemeinde Koppl wurden die besten Lösungsansätze aus dem Forschungsprojekt im realen Einsatz getestet. Dazu wurde ein neuartiges vernetztes Forschungsfahrrad in jeweils drei Szenarien erprobt, das mit der smarten Infrastruktur und den anderen Verkehrsteilnehmenden kommunizierte. Die smarten Sensoren ermöglichen die Eigenlokalisierung und Detektion von Verkehrsteilnehmenden, die Erkennung von Kollisionsrisiken sowie die Generierung und Aussendung von Warnmeldungen.

„Zusammenfassend können wir bestätigen, dass Kollisionsrisiken mit dem gewählten Ansatz kooperativ erkannt werden können. Die durchgeführten Tests waren auf prototypischer Ebene erfolgreich, für einen realen Einsatz sind jedoch noch Optimierungen erforderlich“, fasst Projektleiterin Cornelia Zankl von Salzburg Research die Ergebnisse aus den Tests zusammen. Eine Analyse des KFV hat weiters gezeigt, dass in 27 der insgesamt 30 Fahrten im Rahmen der Realerprobung eine Warnung vor einer für Radfahrende tatsächlich gefährlichen Situation an die beteiligten Verkehrsteilnehmenden ausgesendet werden konnte.

Weitere Informationen unter bike2cav.at

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