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© Fotos: Martin LusserBMBWF, Der Jesuitensaal war gut gefüllt. Von den mehr als 400 Teilnehmenden an der #TruSD22, der ersten „Trust in Science and Democracy“-Vernetzungskonferenz sind mehr als 300 tatsächlich in die Aula der Wissenschaften gekommen. Rund 100 haben sich digital zugeschaltet.

Trust in Science and Democracy

Mit der „#TruSD22 – Trust in Science and Democracy“-Vernetzungskonferenz brachte das BMBWF erstmals Akteurinnen und Akteure der Wissenschafts- und Demokratievermittlung zusammen. Gemeinsam soll es gelingen, das Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie (wieder) aufzubauen.

Sie war mehr als nur eine gelungene Premiere – die erste „Trust in Science and Democracy“-Vernetzungskonferenz, zu der das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) am 22. September 2022 in die Aula der Wissenschaften geladen hatte. Noch nie zuvor sind mehr als 400 Wissenschafts- und Demokratievermittlerinnen und -vermittler aus Bildung, Wissenschaft und Forschung an einem Ort (physisch oder digital) zusammengekommen, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie sich das Vertrauen in Wissenschaft und das Bewusstsein für Demokratie stärken lassen.   

Dass es darum in Österreich nicht allzu gut bestellt ist, hat bekanntlich die jüngste Eurobarometer-Umfrage deutlich gezeigt. Deshalb setzt das BMBWF nun in der gesamten Bildungskette an, im Kindergarten ebenso wie in der Schule, im Studium, in der Forschung oder in der Erwachsenenbildung, um den Menschen die Errungenschaften von Wissenschaft und Demokratie in ihrem Alltag näher zu bringen. Die TruSD22-Vernetzungskonferenz bildete den Auftakt dafür.

Dabei darf ein Blick ins Ausland nicht fehlen, etwa in die Eurobarometer-Musternation Portugal oder in die USA. „Science is everywhere“, laute daher einer der Leitsprüche in ihrer täglichen Arbeit mit Jugendlichen, berichtete Christine Marizzi, die Direktorin des New Yorker Science Centers „BioBus“ in ihrem Impulsvortrag. Für Peter Nagele, den Leiter der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin an der Universität Chicago und wie Marizzi Auslandsösterreicher, hat die verbreitete Wissenschaftsskepsis in Österreich mit fehlender Anerkennung zu tun. „Jeder in Österreich kennt die österreichischen Skistars, nicht aber die Nobelpreisträger“, sagt er in einem der Videobeiträge, die auf der #TruSD22-Vernetzungskonferenz gezeigt wurden.

Dazu zählten auch die Videos von fünf Good-Practice-Beispielen gelungener Wissenschafts- und Demokratievermittlung aus Österreich. Zum Beispiel das Video über das Lehr-Lernlabor der Montanuniversität Leoben, das 2019 vom BMBWF mit dem sog. IMST-Award (Innovationen Machen Schulen Top!“) ausgezeichnet wurde. Das Besondere dabei: Schülerinnen und Schüler führen eigenständig Laborversuche an der Montanuni durch. „Open Mind Demokratie Leben lernen“ der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz nimmt den umgekehrten Weg. Dabei kommen Studierende und Hochschullehrende in die Klasse und setzen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schüler direkt vor Ort demokratische Mitbestimmungsprozesse um.

Daher lautete ein Fazit der #TruSD22: Es braucht mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die als Wissenschaftsbotschafterinnen und -botschafter in die Schulen gehen und zugleich mehr Schulen, die in die Hochschulen und Forschungseinrichtungen kommen. Ein anderes: Wissenschafts- und Demokratievermittlung muss einen höheren Stellenwert im Studium und in der Forschung einnehmen. Schließlich muss es wie in Portugal auch in Österreich eine umfassende Wissenschafts- und Demokratievermittlungsstrategie geben, bei der alle wichtigen Stakeholder einbezogen werden. Wie die konkret aussehen kann, sieht sich das BMBWF nun ebenso genauer an wie die Ursachen für das mangelnde Wissenschaftsvertrauen in Österreich. Ein Team um Johannes Starkbaum vom Institut für Höhere Studien wird bis zum Sommer 2023 die sog. „Ursachenstudie“ erstellen und dabei auch externe Einflussfaktoren, wie die Rolle der Medien, untersuchen.

„Gute Wissenschafts- und Demokratievermittlung braucht Kommunikation auf Augenhöhe“, waren sich die Teilnehmenden auf der TruSD-Vernetzungskonferenz einig. Auch Helmut Jungwirth, der Leiter der sogenannten 7. Fakultät des Zentrums für Gesellschaft, Wissen und Kommunikation der Universität Graz, ist davon überzeugt. Als fixes Ensemble-Mitglied der „Science Busters“ muss er es wissen. „Alles, was wir bei den Science Busters machen, ist einstudiert und auswendig gelernt und funktioniert nur, weil uns mit Martin Puntigam ein Profi durch die Show führt“, betonte er in seinem Abschlussvortrag.


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