Unter dem Motto „Agency/Tu was“ stehen 25 Veranstaltungen mit internationalen Autor:innen, Philosoph:innen und Intellektuellen auf dem Programm. | © IWM
Wie lässt sich gesellschaftliche und individuelle Handlungsfähigkeit in Zeiten politischer, technologischer und sozialer Umbrüche zurückgewinnen? Dieser Frage widmet sich das Vienna Humanities Festival vom 23. bis 27. September. Unter dem Motto „Agency/Tu was“ stehen 25 Veranstaltungen mit internationalen Autor:innen, Philosoph:innen und Intellektuellen auf dem Programm.
Zu den Gästen der neunten Ausgabe zählen unter anderem Kara Swisher, Pankaj Mishra, Peter Sloterdijk, Ian McEwan und Eva Illouz. Inhaltlich reicht das Spektrum vom Einfluss der Tech-Eliten und den Folgen technologischer Umbrüche über den Krieg in Gaza bis zu Fragen politischer Autorität und moralischer Orientierung.
Kara Swisher eröffnet Festival
Den Auftakt macht am 23. September die US-amerikanische Journalistin Kara Swisher im Kuppelsaal der TU Wien. Gemeinsam mit dem ehemaligen IWM-Rektor Misha Glenny beschäftigt sie sich mit dem Einfluss von Tech-Milliardären und den gesellschaftlichen Folgen des von ihnen mitgeprägten technologischen Wandels.
Am folgenden Tag steht mit Pankaj Mishra eine der gegenwärtig kontrovers diskutierten geopolitischen Fragen im Zentrum. Ausgehend von seinem 2025 erschienenen Buch „Die Welt nach Gaza“ spricht der indische Essayist und Autor mit Daniel Kehlmann über Narrative, moralische Konflikte und blinde Flecken rund um den Krieg in Gaza.
Peter Sloterdijk widmet sich am 25. September wiederum dem Wandel politischer Autorität. Grundlage ist sein 2026 erschienenes Buch „Der Fürst und seine Erben“, in dem er sich mit dem Wiedererstarken einer Form „fürstlicher Autorität“ auseinandersetzt. Im Anschluss diskutiert Sloterdijk mit Wien-Museum-Direktor Matti Bunzl.
20 Diskussionen am Festivalwochenende
Der Schwerpunkt des Programms verlagert sich am 26. und 27. September in die Akademie der bildenden Künste Wien. Dort finden insgesamt 20 Podiumsdiskussionen statt. Zu den Vortragenden gehören Manon Garcia, Quinn Slobodian, Jan-Werner Müller, Bojan Pančevski, Karl Schlögel und Helga Nowotny.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet am 26. September eine Wiener Vorlesung mit dem britischen Schriftsteller Ian McEwan. Im Gespräch mit Misha Glenny soll es um McEwans literarisches Schaffen sowie die Frage gehen, wie Menschen trotz gegenwärtiger Krisen ihre Zukunft aktiv gestalten können.
Eva Illouz beschließt das Festival
Den Abschluss bildet am 27. September ein Auftritt der Sozialphilosophin Eva Illouz im Volkstheater. Anhand von Werken der westlichen Literatur beschäftigt sie sich mit dem gegenwärtigen Wandel moralischer Kategorien. Anschließend diskutiert sie mit dem Politikwissenschaftler und IWM Permanent Fellow Ivan Krastev.
Organisiert wird das Vienna Humanities Festival vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) und Time To Talk. Zugleich bildet die Veranstaltung den Höhepunkt des erstmals vom IWM organisierten „Month of Ideas“, der im September aktuelle gesellschaftliche Fragen und neue Perspektiven zur Diskussion stellt.
